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Geschichte der professionellen Gemeinwesenarbeit

Titel: Geschichte der professionellen Gemeinwesenarbeit

Referat (Ausarbeitung) , 2006 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Eric Schley (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Gemeinwesenarbeit hat die bundesrepublikanische Sozialarbeit der letzten Jahrzehnte geprägt. Von den Konzepten des bürgerschaftlichen Engagements, des Empowerments, der lokalen Agenda 21 bis zu Sozialraumbudgets, insbesondere für Hilfen zur Erziehung, nach § 27 SGB VIII in der Kinder- und Jugendhilfe, sind die GWA-Ansätze zu finden. Jedoch hat die Gemeinwesenarbeit keine wirkliche Tradition in Deutschland. Die zwei bedeutsamsten Projekte waren nach der Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts die Hamburger Volksheime und die SAG Ost in Berlin. Diese Projekte blieben jedoch einzigartig und hatten kaum Einfluss auf den später einsetzenden Theoriediskurs in Deutschland. Die geistigen Väter und Mütter der deutschen Projekte wirkten in Großbritannien, den USA und Kanada. Hier entwickelten sich bereits in den 70er Jahre des 19. Jahrhunderts Projekte die unter Settlementbewegung zusammengefasst werden.

In Großbritannien setzte die Industrialisierung zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu erst ein. Die dadurch entstandenen sozialen Probleme für die proletarische Unterschicht, welche als „Soziale Frage“ bezeichnet wird, lies auch einige Vertreter der Mittel- und Oberschicht nicht unberührt. Diese Verelendung des Proletariats und die Spaltung der Industriegesellschaft beschäftigte Wissenschaftler wie John F.D. Maurice und Arnold Toynbee. Sie vertraten jedoch kein klassenkämpferisches Konzept wie es Karl Marx und Friedrich Engels entwickelten, sondern appellierten an die christliche Nächstenliebe und den Verzicht auf das freie Spiel der marktwirtschaftlichen Kräfte, welche für das Elend mitverantwortlich waren. Insbesondere die Ignoranz und Tatenlosigkeit der Oberschicht, im Bezug auf diese gesellschaftliche Misere, lies sie zum Handeln übergehen. Zu Beginn taten die jungen Professoren dass was sie am Besten konnten. Sie veranstalteten öffentliche Vorlesungen in den Armenvierteln und wollten das bis dahin gehütete Wissen der Oberschicht an die Unterprivilegierten weitergeben, in der Hoffnung dies könnte zu einer Emanzipation des Proletariats führen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Settlementbewegung

1.1 „Toynbee Hall“ und „Hull House“

1.2 Settlement-Projekte in Deutschland

1.2.1. Hamburger Volksheime

1.2.2. Soziale Arbeitsgemeinschaft Ost (Berlin)

2 Neubeginn und Gemeinwesenarbeit als Dritte Methode

3 GWA – Mehr als die Dritten Methode

4 Stadtteilbezogene Soziale Arbeit

Zielsetzung und Themen

Das Referat untersucht die historische Entwicklung der professionellen Gemeinwesenarbeit (GWA), von ihren Ursprüngen in der Settlementbewegung über ihre Etablierung als „dritte Methode“ bis hin zu modernen Ansätzen der stadtteilbezogenen Sozialen Arbeit.

  • Historische Wurzeln der Settlementbewegung in Großbritannien und den USA.
  • Entwicklung und Ausprägung spezifischer Settlement-Projekte in Deutschland.
  • Die Transformation der GWA von einer fürsorglichen hin zu einer aktivierenden Arbeitsweise.
  • Die fachliche Weiterentwicklung der GWA als Arbeitsfeld und Arbeitsprinzip.
  • Der Übergang zur Stadtteilbezogenen Sozialen Arbeit und deren methodische Besonderheiten.

Auszug aus dem Buch

1.1 „Toynbee Hall“ und „Hull House“

Die Gemeinwesenarbeit hat die bundesrepublikanische Sozialarbeit der letzten Jahrzehnte geprägt. Von den Konzepten des bürgerschaftlichen Engagements, des Empowerments, der lokalen Agenda 21 bis zu Sozialraumbudgets, insbesondere für Hilfen zur Erziehung, nach § 27 SGB VIII in der Kinder- und Jugendhilfe, sind die GWA-Ansätze zu finden. Jedoch hat die Gemeinwesenarbeit keine wirkliche Tradition in Deutschland. Die zwei bedeutsamsten Projekte waren nach der Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts die Hamburger Volksheime und die SAG Ost in Berlin. Diese Projekte blieben jedoch einzigartig und hatten kaum Einfluss auf den später einsetzenden Theoriediskurs in Deutschland. Die geistigen Väter und Mütter der deutschen Projekte wirkten in Großbritannien, den USA und Kanada. Hier entwickelten sich bereits in den 70er Jahre des 19. Jahrhunderts Projekte die unter Settlementbewegung zusammengefasst werden.

In Großbritannien setzte die Industrialisierung zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu erst ein. Die dadurch entstandenen sozialen Probleme für die proletarische Unterschicht, welche als „Soziale Frage“ bezeichnet wird, lies auch einige Vertreter der Mittel- und Oberschicht nicht unberührt. Diese Verelendung des Proletariats und die Spaltung der Industriegesellschaft beschäftigte Wissenschaftler wie John F.D. Maurice und Arnold Toynbee. Sie vertraten jedoch kein klassenkämpferisches Konzept wie es Karl Marx und Friedrich Engels entwickelten, sondern appellierten an die christliche Nächstenliebe und den Verzicht auf das freie Spiel der marktwirtschaftlichen Kräfte, welche für das Elend mitverantwortlich waren. Insbesondere die Ignoranz und Tatenlosigkeit der Oberschicht, im Bezug auf diese gesellschaftliche Misere, lies sie zum Handeln übergehen. Zu Beginn taten die jungen Professoren dass was sie am Besten konnten. Sie veranstalteten öffentliche Vorlesungen in den Armenvierteln und wollten das bis dahin gehütete Wissen der Oberschicht an die Unterprivilegierten weitergeben, in der Hoffnung dies könnte zu einer Emanzipation des Proletariats führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Settlementbewegung: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Settlementbewegung in Großbritannien und den USA sowie die Übertragung dieser Konzepte auf Projekte in Deutschland, wie die Hamburger Volksheime und die SAG Ost.

2 Neubeginn und Gemeinwesenarbeit als Dritte Methode: Der Abschnitt analysiert die Entwicklung der Gemeinwesenarbeit in der Bundesrepublik nach 1945, ihre Professionalisierung und den Übergang zu einem aktivierenden Ansatz gegenüber der klassischen Einzelfallhilfe.

3 GWA – Mehr als die Dritten Methode: Hier wird die fachliche Neubewertung durch Dieter Oelschlägel diskutiert, der GWA als Arbeitsfeld und Arbeitsprinzip neu definiert und die Ressourcenorientierung in den Mittelpunkt stellt.

4 Stadtteilbezogene Soziale Arbeit: Das Kapitel beschreibt den von Wolfgang Hinte entwickelten Ansatz, der die Interessen der Bewohner stärker berücksichtigt und soziale Räume durch niederschwellige Partizipation und Dialogmanagement verändern will.

Schlüsselwörter

Gemeinwesenarbeit, Settlementbewegung, Soziale Arbeit, Sozialraumorientierung, Stadtteilbezogene Soziale Arbeit, Aktivierung, Ressourcenorientierung, Partizipation, Empowerment, Gemeinwesenökonomie, Dialogmanagement, Klassenversöhnung, Intermediäre Instanzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entstehung und fachlichen Entwicklung der professionellen Gemeinwesenarbeit in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Settlementbewegung, der Wandel der GWA zur „dritten Methode“ der Sozialen Arbeit und die moderne stadtteilbezogene Soziale Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage des Autors?

Das Ziel ist es, die Entwicklungslinien der Gemeinwesenarbeit aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie sich das Verständnis von professioneller sozialer Arbeit im Sozialraum gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine auf Literaturrecherche und theoretischer Aufarbeitung basierende Analyse der historischen und fachlichen Diskurse zur GWA.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der frühen Settlements, den methodischen Neubeginn in der Nachkriegszeit, die theoretische Neuausrichtung durch Oelschlägel und den aktuellen Ansatz der stadtteilbezogenen Sozialen Arbeit nach Hinte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Gemeinwesenarbeit, Sozialraumorientierung, Partizipation und Empowerment geprägt.

Warum blieben die frühen deutschen Settlement-Projekte laut Autor ohne großen Einfluss?

Der Autor stellt fest, dass Projekte wie die Hamburger Volksheime einzigartig blieben und kaum in den später entstehenden breiten theoretischen Diskurs der Sozialen Arbeit in Deutschland einflossen.

Was bedeutet in der GWA der Übergang „vom Fall zum Feld“?

Dieser Begriff beschreibt den Wechsel von einer rein individuellen, defizitorientierten Betrachtung der Klienten hin zu einer sozialräumlichen Strategie, die Ressourcen vor Ort nutzt und die Verwaltung reformiert.

Wie unterscheidet sich die Stadtteilbezogene Soziale Arbeit von der klassischen „dritten Methode“?

Sie versucht, ideologische Vorbehalte zu vermeiden, lehnt erzieherische Methoden der Sozialarbeiter ab und setzt konsequent auf eine antipädagogische Haltung, die den Machtverzicht und die Kooperation mit Bewohnern betont.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschichte der professionellen Gemeinwesenarbeit
Hochschule
Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH)
Veranstaltung
Gemeinwesenarbeit
Note
1,3
Autor
Eric Schley (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V64524
ISBN (eBook)
9783638573160
ISBN (Buch)
9783640118076
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Gemeinwesenarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eric Schley (Autor:in), 2006, Geschichte der professionellen Gemeinwesenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64524
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Leseprobe aus  16  Seiten
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