Zertifikate sind das auf Aktien und Anleihen basierende innovative Finanzprodukt der 80er und 90er Jahre. Sie vereinen die klassischen Merkmale beider Wertpapiere und ergänzen diese sogar weitergehend. Zertifikate sind also ein Mischprodukt. Ein Zertifikat bezieht sich immer auf ein Bezugsobjekt, das sog. Underlying. Dieses kann ein Index, ein Einzelwert (z.B. Aktie) oder ein Basket sein. Ein Basket beinhaltet mehrere Indizes oder Aktien. Der Besitzer eines Zertifikates hat die Möglichkeit an der Wertentwicklung des Underlyings teilzuhaben, d.h. an der Kursentwicklung zu partizipieren. Zertifikate sind rechtlich gesehen wie auch Anleihen Schuldverschreibungen, weil der Käufer (Gläubiger) dem Emittent (Schuldner) für einen bestimmten Zeitraum Geld leiht, dass er zu einem vorher bekannten Zeitpunkt zurückfordert. Der Unterschied liegt darin, dass Inhaber von Zertifikaten keine Dividenden oder Zinsen, sondern nur eine einmalige, in der Höhe ungewisse, Rückzahlung am Ende der Laufzeit erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Was sind Zertifikate und wie funktionieren sie?
1.2 Eigenschaften eines Zertifikats
1.2.1 Die Laufzeit
1.2.2 Das Bezugsobjekt
1.2.3 Das Bezugsverhältnis
1.2.4 Sonderrechte
1.2.5 Die Währung
1.2.6 Der Rang der Verbindlichkeiten
1.3 Wie und wo werden Zertifikate gehandelt?
1.4 Klassifizierung von Zertifikaten
1.4.1 Klassifizierung anhand der Bezugsobjekte
1.4.2 Klassifizierung anhand der Struktur
2. Discount-Zertifikate
2.1 Funktionsweise von Discount-Zertifikaten
2.2 Komponenten und Kennzahlen von Discount-Zertifikaten
2.2.1 Die Laufzeit
2.2.2 Der Cap- die obere Kursbegrenzung
2.2.3 Discount, Maximale Rendite, Seitwärtsrendite
2.2.4 Verlustschwelle und Outperformance-Punkt
2.3 Tabellarische Darstellung der Kennzahlen eines DAX-Zertifikats und des dazugehörigen Discount-Zertifikats sowie graphische Szenarien-Darstellung in einem Chance-Risiko-Diagramm
2.4 Auswahl, Bewertung und anschließender Vergleich von Discount-Zertifikaten
2.5 Pricing, Discounthöhe und Kursverhalten
3. Rolling Discount-Zertifikate
3.1 Struktur und Funktionsweise
3.1.1 Beispiel für den Prozess der Umschichtung
3.2 Darstellung des Rolling-Mechanismus anhand ausgewählter Beispiele
3.2.1 Europa Rolling Discount (Cap 100%) von UBS
3.2.2 Europa Rolling Flex Discount (Cap 97% / 100% / 103%) von UBS
3.2.3 DAX Rolling Discount (Cap 100%) von UBS
3.2.4 Siemens Rolling Discount (Cap 100%) von UBS
3.3 Chancen und Risiken bei Rolling Discount-Zertifikaten
3.4 Rolling Discount-Zertifikat vs. Aktie und Anleihe
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Struktur, Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Rolling Discount-Zertifikaten im Vergleich zu herkömmlichen Anlageformen. Im Zentrum steht die Analyse, inwieweit diese innovativen Derivate in verschiedenen Marktphasen zur Renditeoptimierung und Risikominimierung beitragen können.
- Grundlagen von Zertifikaten und Discount-Zertifikaten
- Mechanismen der Rolling Discount-Zertifikate (RDZ)
- Vergleichende Analyse von RDZ-Varianten anhand historischer Daten
- Bewertung von Chancen, Risiken und Kostenstrukturen
- Eignung von RDZ als Alternative zu Aktien und Anleihen
Auszug aus dem Buch
3.1 Struktur und Funktionsweise
Während DZ auf Indizes und sämtliche Aktien erhältlich sind, beziehen sich die RDZ zur Zeit noch fast ausschließlich auf Indizes, insbesondere auf den DAX und den EURO STOXX 50. Ein Manko beim DZ ist die begrenzte Restlaufzeit. Um Abhilfe zu schaffen, emittierte UBS im November 2002 erstmals ein RDZ, d.h. ein DZ ohne Laufzeitbegrenzung (Open End).
Beim RDZ wird monatlich ("rollierend") in ein DZ mit einem Monat Restlaufzeit investiert. Die Umstellung erfolgt jeweils am 3. Freitag des Kalendermonats. RDZ weisen überdurchschnittliche Renditen auf, die mit geringer Schwankungsbreite zustande kommen. Da im letzten Monat der Laufzeit des DZ die Volatilität geringer ist und somit der Wertverfall der Option am stärksten, wird der erhaltene Discount am schnellsten abgebaut und der Wert des RDZ steigt somit. RDZ basieren auf einer dynamischen Investmentstrategie, da die monatliche Neuanpassung des Cap an aktuelle Marktsituationen immer den besten Discount ermöglicht, d.h. man verharrt nicht am einmal gewählten Indexstand. Es wird somit eine höchstmögliche Flexibilität gewährleistet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Zertifikate ein, erläutert deren grundlegende Eigenschaften, Handelsprozesse und die Systematik der Klassifizierung.
2. Discount-Zertifikate: Hier werden die Funktionsweise, die wesentlichen Kennzahlen sowie die Bewertungs- und Auswahlkriterien von klassischen Discount-Zertifikaten detailliert beschrieben.
3. Rolling Discount-Zertifikate: Dieses Kapitel befasst sich mit der Struktur von Rolling-Varianten, ihrer dynamischen Umschichtungsstrategie und analysiert verschiedene Produktbeispiele sowie deren Chancen und Risiken.
4. Fazit: Das Fazit bewertet den Nutzen von Discount- und Rolling Discount-Zertifikaten als attraktive Depotbeimischung und fasst deren Rolle im heutigen Wertpapierhandel zusammen.
Schlüsselwörter
Zertifikate, Discount-Zertifikate, Rolling Discount-Zertifikate, Basiswert, Underlying, Cap, Volatilität, Rendite, Risikominimierung, Stillhalterposition, Derivate, Finanzmarkt, Anlagestrategie, Kursverhalten, Indexzertifikate
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Struktur und Funktionsweise von Rolling Discount-Zertifikaten und setzt diese in Bezug zu klassischen Discount-Zertifikaten, Aktien und Anleihen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Rendite-Risiko-Profile, der Bedeutung des Cap-Mechanismus und dem Vergleich verschiedener Rolling-Varianten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen und die Flexibilität von Rolling Discount-Zertifikaten in unterschiedlichen Marktphasen wissenschaftlich darzustellen und ihre Eignung als Anlageinstrument zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt eine strukturelle Analyse der Finanzinstrumente sowie einen historischen Vergleich von Renditedaten und Performance-Charts ausgewählter Produkte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung von Discount-Zertifikaten sowie die tiefgehende Erörterung von Rolling Discount-Zertifikaten inklusive deren Mechanik und Fallbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Diskontierung, Volatilität, Anlagestrategie, Risikopuffer und Stillhalterposition definiert.
Was unterscheidet das Rolling Discount-Zertifikat vom Standardprodukt?
Der wesentliche Unterschied liegt in der fehlenden Laufzeitbegrenzung und der monatlichen, rollierenden Neuanpassung des Cap an aktuelle Marktsituationen.
Warum spielt die Volatilität eine so große Rolle für dieses Produkt?
Die Volatilität beeinflusst den Preis der enthaltenen Kaufoption direkt und damit maßgeblich die Höhe des Discounts, was wiederum den Preis und die Renditechancen des Zertifikats bestimmt.
- Quote paper
- Marc Becker (Author), 2004, Struktur und Funktionsweise von Rolling Discount-Zertifikaten dargestellt an ausgewählten Produkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64382