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Der undankbare Zwerg und Schneeweißchen und Rosenrot - Ein Vergleich des ursprünglichen Märchens mit der Grimmschen Fassung

Title: Der undankbare Zwerg und Schneeweißchen und Rosenrot - Ein Vergleich des ursprünglichen Märchens mit der Grimmschen Fassung

Seminar Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carolin Kern (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit dem Namen Grimm verbinden bestimmt die meisten sofort ein oder auch mehrere Märchen, wie beispielsweise „Der Froschkönig“, „Dornröschen“ oder „Aschenputtel“. Erfahrungsgemäß kommt es häufig vor, dass vielen dabei gar nicht bewusst ist, von wem diese Märchen tatsächlich stammen. Die Gebrüder Grimm werden so stark mit den bekannten Geschichten verbunden, dass der eine oder andere sie sogar für deren Verfasser hält. Jedenfalls wissen die wenigsten etwas Genaueres bezüglich der Quellen, welche den uns heute geläufigen Märchen zugrunde liegen.

Anhand eines ausgewählten Beispiels sollen in dieser Arbeit einige dieser Hintergründe offen gelegt und zudem ein Vergleich von einer ursprünglichen und der daraus entworfenen neuen Fassung vorgenommen werden. Schneeweißchen und Rosenrot von Grimm wird dem Märchen Der undankbare Zwerg von Caroline Stahl, welches dem ersteren damals als Vorlage diente, gegenüber gestellt und hinsichtlich einiger Aspekte verglichen. Vorab werden zum Einen die Autoren und ihre Beziehung untereinander kurz dargestellt, zum Zweiten wird der Märchenbegriff sowie die Unterscheidung zwischen Volks- und Kunstmärchen geklärt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gebrüder Grimm und Caroline Stahl

3. Der Märchenbegriff und die Unterscheidung zwischen Volksmärchen & Kunstmärchen

4. Vergleich der beiden Fassungen Der undankbare Zwerg und Schneeweißchen und Rosenrot

4.1 Vergleich des Aufbaus und des Inhalts

4.2 Vergleich der Charaktere

4.3 Vergleich der Sprache und des Tenors

5. Zusammenfassung

6. Schluss

7. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Vorlage „Der undankbare Zwerg“ von Caroline Stahl auf das bekannte Grimmsche Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“. Ziel ist es, durch einen detaillierten Vergleich der beiden Fassungen aufzuzeigen, wie Wilhelm Grimm den ursprünglichen Stoff bearbeitet, stilistisch angepasst und inhaltlich erweitert hat, sowie die Hintergründe für die mangelnde Würdigung der ursprünglichen Autorin zu hinterfragen.

  • Biographische Einordnung der Gebrüder Grimm und Caroline Stahl
  • Differenzierung zwischen Volksmärchen und Kunstmärchen
  • Analyse der Unterschiede in Aufbau, Inhalt und Charakterzeichnung
  • Vergleich der sprachlichen Gestaltung und des moralischen Tenors
  • Reflektion über das Wirken Wilhelm Grimms und die Rolle der Frau im damaligen Kontext

Auszug aus dem Buch

4.1 Vergleich des Aufbaus und des Inhalts

Der erste Unterschied zwischen den beiden Märchen, der sofort zu erkennen ist, betrifft den Umfang. Im Vergleich zu Der undankbare Zwerg hat Schneeweißchen und Rosenrot ungefähr dreimal soviel Text. Während die Beschreibung des Familienstandes und der Familienmitglieder in Stahls Text auf einen Satz beschränkt ist, verwendet Grimm fast die gesamte erste Hälfte des Märchens dazu, das tugendhafte Leben der Schwestern darzustellen. Bei ihm wird aus der ursprünglich armen Familie mit vielen Kindern eine allein erziehende Mutter zweier Töchter. Neben den Tätigkeiten und Erlebnissen der Töchter, welche anfangs beschrieben werden, taucht zum ersten Mal das Motiv des Bären auf, was in Der undankbare Zwerg ganz fehlt. Schon während dieser ersten Begegnung mit dem Tier zeigen sich verschiedene Hinweise auf den weiteren Verlauf der Geschichte und vor allem auf die bevorstehende Erlösung. Der Ausruf des Bären „Lasst mich am Leben, ihr Kinder: Schneeweißchen, Rosenrot, schlägst dir den Freier tot.“ beinhaltet bereits den Hinweis auf die spätere Vermählung. Genauso wird schon beim Abschied von Tier und Familie ein kleines Zeichen dafür gegeben, was wirklich hinter der Bärengestalt steckt, denn durch die Verletzung, welche sich diese zuzieht, wird ein Stück des Goldes sichtbar, das sich unter der Tierhaut verbirgt.

Erst nach diesen ganzen Beschreibungen gelangen die beiden Texte inhaltlich wieder auf eine Spur. Das Stahlsche Märchen beginnt hier, bei Wilhelm Grimm kann man bereits vom zweiten Teil sprechen. Die Kinder werden nun in den Wald geschickt, um Reisig zu sammeln. Obwohl damit bei Stahl scheinbar mehrere Kinder der Familie gemeint sind, ist im weiteren Verlauf nur noch von Schneeweißchen und Rosenrot die Rede. Die Begegnungen mit dem Zwerg beschreibt Grimm wiederum viel detaillierter als Stahl. Inhaltlich weichen die beiden Fassungen hier aber nur minimal voneinander ab. So trifft Schneeweißchen den Zwerg in der Vorlage zuerst allein und holt die rettende Schere, die den Zwergenbart aus einer Holzspalte befreien soll, zu Hause.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, hinterfragt das Wissen um die Herkunft bekannter Grimmscher Märchen und skizziert das Ziel der Arbeit, einen Vergleich zwischen Caroline Stahls „Der undankbare Zwerg“ und dem daraus entstandenen „Schneeweißchen und Rosenrot“ vorzunehmen.

2. Die Gebrüder Grimm und Caroline Stahl: Dieses Kapitel behandelt die Arbeitsweise der Brüder Grimm, die Herkunft ihres Materials und beleuchtet die spärliche Datenlage sowie die Person der weitgehend unbekannten Autorin Caroline Stahl.

3. Der Märchenbegriff und die Unterscheidung zwischen Volksmärchen & Kunstmärchen: Hier wird der Märchenbegriff definiert und die theoretische Abgrenzung zwischen Volks- und Kunstmärchen anhand literaturwissenschaftlicher Kriterien (u.a. nach Max Lüthi) vorgenommen.

4. Vergleich der beiden Fassungen Der undankbare Zwerg und Schneeweißchen und Rosenrot: Im Hauptteil werden die beiden Erzählungen detailliert gegenübergestellt, wobei Unterschiede in der Struktur, den Charakteren sowie der sprachlichen Ausgestaltung und der moralischen Intention analysiert werden.

5. Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengeführt, wobei die bewussten stilistischen Änderungen durch Wilhelm Grimm und die vernachlässigte Quellenangabe kritisch diskutiert werden.

6. Schluss: Der Schluss reflektiert die Schwierigkeiten der Recherche und fasst den Erkenntnisgewinn des Autors bei der Beschäftigung mit der Märchengeschichte zusammen.

Schlüsselwörter

Gebrüder Grimm, Caroline Stahl, Der undankbare Zwerg, Schneeweißchen und Rosenrot, Märchen, Volksmärchen, Kunstmärchen, Literaturvergleich, Märchenforschung, Erzählstruktur, Wilhelm Grimm, Motivgeschichte, Märchenbearbeitung, Frauendarstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den literarischen Ursprung des Märchens „Schneeweißchen und Rosenrot“ und vergleicht dieses mit der Vorlage „Der undankbare Zwerg“ von Caroline Stahl.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die Märchenforschung, der Vergleich von Primärtexten, die Analyse von Erzählstrukturen und die historisch-biographische Einordnung der Autoren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wilhelm Grimm die Vorlage von Caroline Stahl inhaltlich und stilistisch veränderte und warum die ursprüngliche Autorin in der Rezeptionsgeschichte kaum Beachtung fand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode des komparativen Textvergleichs sowie eine Auswertung der Literaturgeschichte zur Märchenforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den Vergleich von Aufbau und Inhalt, die Analyse der Charakterdarstellung und den Vergleich von Sprache und Tenor beider Fassungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Märchen, Gebrüder Grimm, Caroline Stahl, Volksmärchen, Kunstmärchen und Literaturvergleich.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Zwerges in beiden Fassungen?

Während der Zwerg in beiden Fassungen als hasserfüllter Gegenspieler auftritt, nutzt Grimm die Figur stärker, um das neu hinzugefügte Motiv des Tierbräutigams und die Erlösung des Prinzen in die Handlung einzubinden.

Welchen Einfluss hatte der gesellschaftliche Kontext auf die Märchenbearbeitung?

Die Arbeit legt nahe, dass Wilhelm Grimms Idealvorstellungen von Weiblichkeit und Ehe sowie das damals vorherrschende Frauenbild seine Art der Märchenbearbeitung maßgeblich beeinflussten.

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Details

Title
Der undankbare Zwerg und Schneeweißchen und Rosenrot - Ein Vergleich des ursprünglichen Märchens mit der Grimmschen Fassung
College
University of Education Freiburg im Breisgau
Grade
1,0
Author
Carolin Kern (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V64271
ISBN (eBook)
9783638571395
ISBN (Book)
9783656793540
Language
German
Tags
Zwerg Schneeweißchen Rosenrot Vergleich Märchens Grimmschen Fassung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Kern (Author), 2005, Der undankbare Zwerg und Schneeweißchen und Rosenrot - Ein Vergleich des ursprünglichen Märchens mit der Grimmschen Fassung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64271
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