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Kritische Würdigung des Hedge-Accounting nach IAS 39

Title: Kritische Würdigung des Hedge-Accounting nach IAS 39

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marlen Pfefferkorn (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Seit der Umsetzung der IAS-Verordnung der Europäischen Union in nationales Recht ist es für kapitalmarktorientierte Unternehmen Pflicht, ab dem Geschäftsjahr 2005 (in Ausnahmen ab 2007) ihre Konzernabschlüsse nach den Regeln der IAS/IFRS aufzustellen. Ziel der IFRS-Rechnungslegung ist es, den Adressaten ein tatsächliches Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln und ihnen damit entscheidungsrelevante Informationen zu liefern. 1 Einer der umstrittensten internationalen Rechnungslegungsstandards ist der IAS 39 (financial instruments: recognition and measurement). 2 Er regelt u.a. die bilanzielle Abbildung von Sicherungszusammenhängen, das so genannte hedge accounting. Da auch dieser Teilbereich zu den am meisten kontrovers diskutierten Regelungen gehört, setzt sich diese Arbeit kritisch mit den Anwendungsvoraussetzungen und zwei Sonderfällen des hedge accounting auseinander. 3 Um Sicherungsbeziehungen überhaupt bilanziell abbilden zu dürfen, sind umfangreiche

Dokumentationsanforderungen und ein Nachweis der Effektivität notwendig. 4 Die zwei Sonderfälle sollen zum einen diskutieren, ob der full-fair-value-approach, der von der Praxis häufig gefordert wird, eine realitätsnähere Abbildung über wirtschaftliche Zusammenhänge ermöglicht. 5 Zum anderen soll der in IAS 39 übernommene Entwurf des IASB zur bilanziellen Abbildung von Absicherungen gegen Zinsänderungsrisiken auf Portfoliobasis (fair value hdege accounting for a portfolio of interest rate risk) kritisch untersucht werden. Die Notwendigkeit spezieller Regeln zur bilanziellen Abbildung des hedge accounting ergibt sich daraus, dass die verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 unterschiedlich bewertet werden (mixed model). 6 Um in der Gewinn- und Verlustrechnung die ungleich gewichteten Effekte, die sich aus der unterschiedlichen Bewertung von abgesicherten Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten ergeben, zu vermeiden, enthält IAS 39 spezielle Vorschriften zum hedge accounting. 7 [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Grundlagen

2.1 Klassifizierung von Sicherungsbeziehungen

2.2 Sicherungsinstrumente und abzusichernde Grundgeschäfte

2.3 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

2.4 Ausgewählte Rahmengrundsätze als Beurteilungsmaßstab

3. Anwendungsvoraussetzungen

3.1 Dokumentation

3.2 Messung der Effektivität

4. Sonderfälle

4.1 Full-Fair-Value-Approach Hedge

4.2 Portfolio-Hedging von Zinsänderungsrisiken

5. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die kontrovers diskutierten Regelungen des IAS 39 zum Hedge-Accounting kritisch zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Frage, ob die komplexen Anwendungsvoraussetzungen sowie die gewählten Sonderfälle eine realitätsnahe und entscheidungsorientierte Abbildung von Risikomanagementstrategien im Konzernabschluss ermöglichen oder die bilanzpolitischen Spielräume unangemessen erweitern.

  • Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen (Hedge-Accounting) nach IAS 39.
  • Analyse der kritischen Anwendungsvoraussetzungen: Dokumentationsanforderungen und Effektivitätsmessung.
  • Kritische Würdigung des Full-Fair-Value-Approach Hedge zur realitätsnäheren Abbildung.
  • Untersuchung des Portfolio-Hedging von Zinsänderungsrisiken auf seine Praxistauglichkeit.
  • Konflikt zwischen regulatorischen Anforderungen (Qualitative Characteristics) und bilanzpolitischer Flexibilität.

Auszug aus dem Buch

3.1 Dokumentation

Im Zeitpunkt der hedge-Begründung sind die Sicherungsbeziehung sowie die Risikomanagementziele und -strategien eindeutig zu dokumentieren. Das bedeutet, dass das gesicherte Grundgeschäft bzw. Teil des Grundgeschäfts und das Sicherungsgeschäft identifiziert werden müssen, genauso wie das gesicherte Risiko und die Methode, mit der die Effektivität der Sicherung bestimmt werden soll. Diese Dokumentation darf nicht nachkonstruiert werden.

Durch die Dokumentation mit Beginn der Sicherungsbeziehung soll eine Bilanzpolitik durch die nachträgliche Bezeichnung von abzusichernden Positionen oder Methoden zur Schätzung der Effektivität verhindert werden. Die Dokumentationsanforderungen sollen vielmehr eine Überprüfung der im Unternehmen verfolgten Risikomanagementpolitik gegenüber den Abschlussadressaten ermöglichen.

Es müssen sämtliche Ziele und Strategien sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken, die das Management im Bezug auf das Absicherungsgeschäft sieht, offen gelegt werden. Hinsichtlich der qualitative characteristics kommt die Anforderung der Dokumentation der Risikomanagementziele und -strategien der Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit nach. Durch das Verbot einer nachträglichen bzw. nachkonstruierten Dokumentation wird der Jahresabschluss für den Leser weitestgehend frei von bewusster Verzerrung und Manipulation, da die bilanzpolitischen Spielräume eingeschränkt werden. Außerdem kann der Abschluss einerseits im Zeitablauf und andererseits unternehmensübergreifend verglichen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Diese Einführung erläutert die Pflicht zur Anwendung von IAS/IFRS und den kontroversen Status des IAS 39 im Kontext der bilanziellen Abbildung von Sicherungszusammenhängen.

2. Grundlagen: Hier werden die Klassifizierung von Sicherungsbeziehungen, die beteiligten Finanzinstrumente sowie die allgemeinen Bilanzierungsregeln und Rahmengrundsätze definiert.

3. Anwendungsvoraussetzungen: Das Kapitel behandelt die kritischen Anforderungen an die Dokumentation von Hedge-Strategien sowie die notwendigen Methoden zur Messung der Effektivität.

4. Sonderfälle: Dieser Abschnitt analysiert den Full-Fair-Value-Approach und die spezifische Problematik des Portfolio-Hedging bei Zinsänderungsrisiken.

5. Thesenförmige Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer prägnanten Synthese der Ergebnisse zur Anwendung, den Kosten und den konzeptionellen Defiziten der Regelungen.

Schlüsselwörter

Hedge-Accounting, IAS 39, Risikomanagement, Sicherungsbeziehung, Dokumentation, Effektivitätsmessung, Fair-Value, Portfolio-Hedging, Bilanzpolitik, Rechnungslegung, Finanzinstrumente, IFRS, Zinsänderungsrisiko, Mixed-Model, Qualitative Characteristics.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der kritischen Würdigung des Hedge-Accounting nach dem Rechnungslegungsstandard IAS 39.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Dokumentationspflichten, die Effektivitätsprüfung von Absicherungen sowie ausgewählte Sonderfälle wie das Portfolio-Hedging.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu beurteilen, ob die strengen Regelungen des IAS 39 eine transparente und ökonomisch sinnvolle Abbildung von Absicherungsgeschäften gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Normenanalyse, die aktuelle Standards, Fachliteratur und Entwürfe des IASB kritisch gegenüberstellt.

Was ist der Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die hohen administrativen Anforderungen an Dokumentation und Effektivitätsnachweis sowie die Defizite in der praktischen Anwendung bei speziellen Hedge-Strategien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Hedge-Accounting, Fair-Value, Effektivitätsmessung und IFRS-Rechnungslegung definieren.

Warum wird das "Mixed Model" in der Arbeit als problematisch bezeichnet?

Das Mixed Model führt zu unterschiedlichen Bewertungsansätzen für Grund- und Sicherungsgeschäft, was die Notwendigkeit komplizierter Hedge-Accounting-Regeln erst hervorruft.

Was wird am Portfolio-Hedging von Zinsänderungsrisiken kritisiert?

Kritisiert wird, dass die Regelungen praxisferne Anforderungen stellen, keine Lösung für alle Sicherungsbeziehungen bieten und weiterhin komplexe, künstliche Designationen erfordern.

Kann das Hedge-Accounting nach IAS 39 bilanzpolitisch genutzt werden?

Ja, durch die Wahlfreiheit bei der Effektivitätsmessung und die Komplexität der Regeln entstehen Spielräume, die die Vergleichbarkeit von Abschlüssen beeinträchtigen können.

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Details

Title
Kritische Würdigung des Hedge-Accounting nach IAS 39
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,0
Author
Marlen Pfefferkorn (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V64138
ISBN (eBook)
9783638570251
ISBN (Book)
9783656807735
Language
German
Tags
Kritische Würdigung Hedge-Accounting
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marlen Pfefferkorn (Author), 2006, Kritische Würdigung des Hedge-Accounting nach IAS 39, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64138
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