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Entartete Kunst

Title: Entartete Kunst

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Kolodziej (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Der totalitäre NS-Staat hatte den Anspruch der absoluten Überwachung der Bevölkerung. Kunst stellte dabei ein Mittel der Beeinflussung und der Lenkung der öffentlichen Meinung dar. Deshalb legte das nationalsozialistische Regime eine ganze Reihe von Strukturen, Mechanismen und Institutionen an, um die Kunst nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen. Dabei bestimmten die Nationalsozialisten, was nach ihrer Meinung systemkonforme oder systemfremde Kunst war. Hitler, dessen Interesse schon seit frühester Jugend der Kunst galt, ging dabei besonders schonungslos gegen ihm nicht genehme Künstler und deren Werke vor. Besonders verhasst war den Nazis die moderne Kunst, sie wurde verteufelt und als „entartet“ verfemt. In meiner Hausarbeit werde ich zunächst vorstellen, was für einen Anspruch die Nationalsozialisten an die Kunst hatten und was sie taten, um sie zu lenken, wie sie dabei den latenten Hass auf die moderne Kunst nutzten und wie in ihrer Kunstpolitik ihr Rassenwahn deutlich wurde. Dabei gebe ich, ohne auf Charakteristika wie Bildaufteilung, Farben, Strukturen und Kontraste einzugehen, einen kurzen Überblick über die systemkonforme Kunst. Auf die Debatte um den Wert der sogenannten Nazikunst und ihre Wirkung auf die Kunsthistorie gehe ich dabei nicht ein. Die Fülle von Gesetzen, Institutionen und Aktionen gegen die Moderne werden ebenso beschrieben wie ihre Wirkung. Ich empfand es als einen wichtigen Punkt, überhaupt deutlich zu machen, welche Kunstrichtungen und warum bei den Nazis so verhasst waren und mit welcher Brutalität sie gegen diese Kunstrichtungen vorgingen. Einen großen Teil meiner Arbeit habe ich dem empörendem Höhepunkt der NS-Kunstpolitik gewidmet, der Gegenüberstellung der gewollten Kunst in der „Grossen Deutschen Kunstausstellung“ zum einen und der ungewollten Kunst in einer Ausstellung, die man „Entartete Kunst“ nannte, zum anderen. Ich habe Anfang der Neunziger Jahre mit meinen Eltern in Berlin die von Kunsthistorikern neuaufgelegte Ausstellung „Entartete Kunst“ besucht, damals wusste ich nicht viel über dieses Thema. Dies hat mich bewegt, mein Hausarbeitsthema danach zu wählen. Es bleibt zu sagen, dass die Kunstpolitik für den NS-Staat nicht das Wichtigste war, sie war nur ein kleiner Teil des gesamten verbrecherischen Systems. Deshalb hat sie in Literatur und Forschung nicht den selben Stellenwert wie zum Beispiel der Holocaust. Kunst ist auch kein so massenwirksames Medium wie zum Beispiel der Sport. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kulturpolitik im Nationalsozialismus

2.1 Der staatliche Anspruch an Kunst und Kultur

2.2 Staatliche Beeinflussung der Kunst und Kultur

3. Die als „entartet“ diffamierte Kunst

3.1 Welche Kunstrichtungen galten als „entartet“ ?

3.2 Die „Säuberung“ der deutschen Museen

4. Zwei Kunstausstellungen in München

4.1 „Die Grosse Deutsche Kunstausstellung“

4.2 Die Ausstellung „Entartete Kunst“

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Anspruch und die Methoden der nationalsozialistischen Kulturpolitik, mit besonderem Fokus auf die systematische Diffamierung und Unterdrückung moderner Kunst sowie deren instrumentelle Verwendung zur politischen Einflussnahme.

  • Staatliche Lenkung von Kunst und Kultur im NS-Regime
  • Definition und Ausgrenzung der als "entartet" diffamierten Kunst
  • Methodik der "Säuberung" deutscher Museen
  • Kontrastive Analyse der "Grossen Deutschen Kunstausstellung" und der Ausstellung "Entartete Kunst"
  • Die Rolle der Kunst als Propagandainstrument

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Ausstellung „Entartete Kunst“

Am 19. Juli 1937 eröffneten die Nationalsozialisten die Ausstellung „Entartete Kunst“. Sie war als Gegenstück zur „Grossen Deutschen Kunstausstellung“ gedacht und sollte „Werke des Verfalls“ zeigen. In der Ausstellung wurden über 650 Gemälde, Skulpturen, Graphiken und Bücher gezeigt, welche nur wenige Wochen vorher noch in mehr als 32 deutschen Museen gezeigt wurden und damit als wichtige Kulturgüter galten. Während der vier Monate, in denen die Ausstellung in München gezeigt wurde, zog sie mehr als zwei Millionen Besucher an und damit doppelt so viele wie die „Grossen Deutschen Kunstausstellungen“ in den Jahren von 1937 bis 1942 zusammen. In den folgenden drei Jahren ging die Ausstellung auf „Wanderschaft“ durch eine ganze Reihe von wichtigen großen Städten in Deutschland und Österreich, hier sahen sie nochmals rund eine Million Menschen. An einem durchschnittlichen Tag besuchten rund 20.000 Menschen die Ausstellung, und am 02. August 1937 kamen sogar mehr als 36.000. Der Eintritt war unentgeltlich. Damit war die Ausstellung „Entartete Kunst“ eine der „erfolgreichsten“ Ausstellungen der modernen Kunst. Der Sinn und Zweck der Ausstellung war es natürlich nicht, dem Volk die moderne Kunst nahezubringen, sondern sie zu diffamieren, zu verreißen, sie schlecht zu machen und zu politisieren.

Das Gebäude, in dem die Ausstellung untergebracht war, befand sich auf der anderen Seite des Parks, gegenüber der „Grossen Deutschen Kunstausstellung“. In dem Gebäude wurden nachträglich Trennwände eingebaut, an denen die Kunstwerke in einem heillosen Durcheinander, kreuz und quer aufgehängt wurden. Dabei stellt sich die Frage, ob dieses Durcheinander absichtlich zustande kam, ob das fehlende Kunstverständnis die Ursache war oder ob es der kurzen Zeit von circa 14 Tagen, in denen die Ausstellung auf die Beine gestellt wurde, zu verdanken war. Allein am Gebäude war bereits die Missachtung der Nazis der modernen Kunst gegenüber spürbar, es war relativ klein, dunkel, eng und stickig. Peter Guenther erinnert sich an den Besuch der Ausstellung folgendermaßen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung umreißt die Absicht der Arbeit, die nationalsozialistische Kunstpolitik, den staatlichen Überwachungsanspruch und die gezielte Diskreditierung moderner Kunst zu analysieren.

2. Kulturpolitik im Nationalsozialismus: Hier werden die ideologischen Grundlagen der NS-Kunstpolitik, der Pseudowissenschaftliche Rassenbegriff und die Etablierung staatlicher Kontrollinstitutionen wie der Reichskulturkammer erörtert.

3. Die als „entartet“ diffamierte Kunst: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien der Diffamierung, die Verfolgung moderner Kunstrichtungen sowie die systematische Plünderung und Zerstörung von Beständen deutscher Museen.

4. Zwei Kunstausstellungen in München: Eine vergleichende Betrachtung der "Grossen Deutschen Kunstausstellung" als idealisierte Propagandaschau und der Ausstellung "Entartete Kunst" als diffamierende Gegenveranstaltung.

5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit über die Widersprüchlichkeit der NS-Kunstpolitik und die langfristigen Folgen für die deutsche Kunstgeschichte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Kunstpolitik, Entartete Kunst, Grosse Deutsche Kunstausstellung, Kulturkampf, NS-Rassentheorie, Reichskulturkammer, Propaganda, Moderne Kunst, Gleichschaltung, Museen, Kulturverfall, NS-Staat, Ästhetik, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle der bildenden Kunst im nationalsozialistischen System und analysiert, wie das Regime Kunst instrumentalisiert, um politische Ziele zu erreichen und moderne Ausdrucksformen zu unterdrücken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die staatliche Kulturpolitik, die ideologische Definition von Kunst, die institutionelle Gleichschaltung sowie die Organisation und Wirkung der beiden Münchner Ausstellungen von 1937.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen Methoden die Nationalsozialisten Kunst kontrollierten, warum sie die Moderne verhassten und wie sie Ausstellungen zur politischen Indoktrination nutzten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine zeithistorische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur zu Kunst und Politik im Dritten Reich basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des staatlichen Kunstanspruchs, die Diffamierung moderner Kunst, die Säuberung der Museen sowie den Vergleich zwischen der "Grossen Deutschen Kunstausstellung" und der "Entartete Kunst"-Ausstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Zentrale Begriffe sind Nationalsozialismus, Kunstpolitik, Entartete Kunst, Propaganda, Ideologie, Gleichschaltung und Kulturkampf.

Warum war der "Nordische Mythos" für die NS-Kunstpolitik so bedeutend?

Der "Nordische Mythos" diente als ideologisches Fundament, um künstlerische Werte wie Treue, Gesundheit und Schönheit als nationales Erbe zu definieren und gegen als "fremd" oder "entartet" markierte Kunst abzugrenzen.

Welche Rolle spielte die "Reichskulturkammer"?

Die Reichskulturkammer ermöglichte die totale Kontrolle des künstlerischen Lebens, indem sie die Mitgliedschaft für alle Kulturschaffenden zur Pflicht machte und jede abweichende künstlerische Tätigkeit durch Berufsverbote unterband.

Gab es offizielle Richtlinien zur Definition von "entarteter" Kunst?

Nein, es gab keine präzisen Richtlinien. Die Einstufung erfolgte oft willkürlich durch einzelne Funktionäre, wobei lediglich Werke jüdischer Künstler pauschal als "entartet" galten.

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Details

Title
Entartete Kunst
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Geschichte)
Course
Proseminar zur Zeitgeschichte Seminarthema: 'Kultur und Bildung im Nationalsozialismus'
Grade
2,0
Author
Matthias Kolodziej (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V64128
ISBN (eBook)
9783638570152
ISBN (Book)
9783656814887
Language
German
Tags
Entartete Kunst Proseminar Zeitgeschichte Seminarthema Bildung Nationalsozialismus“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Kolodziej (Author), 2003, Entartete Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64128
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