[...] Das Streitschlichtungsverfahren („Dispute Settlement Procedure“) der WTO wurde 1995 zusammen mit der Gründung der WTO ins Leben gerufen. Es unterstützt alle 146 Mitglieder mit einer eindeutigen Rechtsgrundlage, wie evtl. auftretende Handelsstreitigkeiten gelöst werden können, die bei der Umsetzung der WTO Vereinbarungen auftreten. Dadurch haben die Mitgliedsländer die Sicherheit, dass ausgehandelte Verträge respektiert und eingehalten werden. Das Streitschlichtungsverfahren verhängt keine neuen Verpflichtungen, allerdings hilft es die bereits ausgehandelten durchzusetzen. Dies ist ein Grund, warum sich das Streitschlichtungsverfahren zunehmender Beliebtheit erfreut. Auch die für ein internationales Verfahren „kurze“ Zeit von einem bis zu 1 ½ Jahren, in denen das Verfahren abgewickelt wird, spricht für das Streitschlichtungsverfahren. (Siehe Abb. 3) So wurden in den ersten acht Jahren des Bestehens der WTO ungefähr 300 Fälle verhandelt, verglichen mit rund 300 Fällen verhandelt durch die General Agreement on Tariffs and Trade (GATT) während ihres Bestehens von 1947 - 94 (47 Jahre). [...]
Inhaltsverzeichnis
- Die Welthandelsorganisation (WTO)
- Die Organisationsstruktur der WTO
- Das Streitschlichtungsverfahren der WTO
- Der Ablauf des Streitschlichtungsverfahrens
- Der Stahlstreit
- Die Krise der US-Stahlindustrie - Auslöser für den Handelsstreit
- Der Verlauf des Handelsstreits
- Fazit
- Haben die US-Schutzzölle ihre Ziele erreicht?
- ,,Gewinner“ und „Verlierer“ der US-Schutzzölle
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert den Stahlstreit zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika im Kontext der Welthandelsorganisation (WTO). Ziel ist es, die Ursachen des Handelsstreits, den Verlauf der Verhandlungen und die Folgen der US-amerikanischen Schutzzölle zu beleuchten.
- Die Rolle der WTO im internationalen Handel
- Die Funktionsweise des Streitschlichtungsverfahrens der WTO
- Die Krise der US-Stahlindustrie als Auslöser des Handelsstreits
- Die Auswirkungen der US-Schutzzölle auf die Stahlindustrie in der EU und den USA
- Die Folgen des Handelsstreits für die internationale Handelspolitik
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Welthandelsorganisation (WTO): Dieses Kapitel stellt die WTO und ihre Organisationsstruktur sowie das Streitschlichtungsverfahren vor. Es werden die grundlegenden Prinzipien des internationalen Handels und die Bedeutung der WTO für die Regulierung von Handelsstreitigkeiten erläutert.
- Der Stahlstreit: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursachen des Stahlstreits zwischen der EU und den USA. Es analysiert die Krise der US-Stahlindustrie, die zu den Schutzzöllen geführt hat, und beschreibt den Verlauf des Handelsstreits.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf folgende Schlüsselwörter: Welthandelsorganisation (WTO), Streitschlichtungsverfahren, Stahlindustrie, Handelsstreit, Schutzzölle, Europäische Union, Vereinigte Staaten von Amerika, internationale Handelspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Auslöser für den Stahlstreit zwischen der EU und den USA?
Der Streit wurde durch die Krise der US-Stahlindustrie und die daraufhin von der US-Regierung verhängten Schutzzölle ausgelöst, die den Import von Stahl aus der EU erschweren sollten.
Wie funktioniert das Streitschlichtungsverfahren der WTO?
Das "Dispute Settlement Procedure" bietet eine Rechtsgrundlage zur Lösung von Handelsstreitigkeiten. Es prüft, ob Mitgliedsländer gegen WTO-Vereinbarungen verstoßen haben, und kann Sanktionen autorisieren.
Wie lange dauert ein Verfahren bei der WTO normalerweise?
Ein internationales Streitschlichtungsverfahren bei der WTO wird in der Regel innerhalb von 1 bis 1,5 Jahren abgewickelt, was für internationale Rechtsverfahren als relativ kurz gilt.
Haben die US-Schutzzölle ihre Ziele erreicht?
Die Arbeit analysiert kritisch, ob die Zölle die US-Stahlindustrie retten konnten oder ob die negativen Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige und die internationalen Beziehungen überwogen.
Warum ist das WTO-Verfahren bei Mitgliedsländern beliebt?
Es bietet Rechtssicherheit, da ausgehandelte Verträge durchgesetzt werden können, ohne dass neue Verpflichtungen entstehen. Seit 1995 wurden bereits hunderte Fälle erfolgreich verhandelt.
Wer gilt als "Verlierer" solcher Handelsstreitigkeiten?
Oft sind es die Konsumenten und weiterverarbeitende Industrien, die unter höheren Preisen leiden, sowie die globale Handelsstabilität, die durch protektionistische Maßnahmen gefährdet wird.
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- Thomas Reicks (Author), 2004, Der Stahlstreit zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63869