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Fotomontage als Instrument politischer Propaganda: Wenn Bilder die Wahrheit verzerren oder Können wir glauben, was wir sehen?

Title: Fotomontage als Instrument politischer Propaganda: Wenn Bilder die Wahrheit verzerren oder Können wir glauben, was wir sehen?

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katharina Krause (Author)

Communications - Media History
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Das Phänomen ist nicht neu: Seitdem es bildliche Darstellungen gibt, gibt es die Manipulation der Bilder, aber auch die Manipulation durch Bilder. Die Historie bietet genügend Beispiele dafür, dass besonders in der Politik oftmals Fotos „bearbeitet“ wurden (und werden), um die öffentliche Meinung zu beeinflussen bzw. das Denken und Handeln der Menschen in eine bestimmte (politische) Richtung zu lenken. Während in diesem Zusammenhang „Bildbearbeitung“ meistens noch positiv verstanden wird, sind Begriffe wie „Manipulation“, „Fotomontage“ und spätestens seit dem Dritten Reich auch „Propaganda“ eher negativ konnotiert. Warum ist das so, zumal die (Foto-) Montage nicht ausschließlich als Synonym für Verfälschung von Bildmaterial stehen darf, sondern auch als Technik künstlerischen Arbeitens verstanden werden muss?
Manipulation ist vom Wortsinn her nichts anderes als eine „kunstgerechte Handhabung“, „geschickt zu Werke gehen“ oder ein „Kunstgriff“; der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „mit der Hand füllen“ (von lat.:manu plere).
Propaganda leitet sich ebenfalls aus dem Lateinischen ab (von lat.:propagare= aus-, verbreiten) und hatte seine Wurzeln in der Kirchengeschichte, als im Hochmittelalter der Ketzerei durch die Weiterverbreitung des Katholizismus begegnet werden sollte. Später stand Propaganda für „Werbung“ oder auch „Bestrebung“ - eigentlich also kein negativer Begriff. Warum also der unangenehme Beigeschmack, mit einer Fotomontage etwas Falsches oder Verfälschtes vorgesetzt zu bekommen? Dieser Frage soll die vorliegende Hausarbeit unter anderem nachgehen. Es wird herauszustellen sein, wie die Fotografie, zeitweilig aber auch die Malerei in der Geschichte für politische Zwecke benutzt wurden. Am Beispiel des stalinistischen Regimes in der UdSSR (1929-1953) sowie der national sozialistischen Diktatur in Deutschland (1933-1945) soll herausgearbeitet werden, wie politische Propaganda betrieben wurde und wie weit sie ging. Methodisch bietet sich hierfür ein Vergleich der Propaganda beider politischen Systeme an, wobei die Ausführungen aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Hausarbeit auf bildliche Darstellungen/Fotografie beschränkt bleiben soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stalin und die schwarzen Löcher

2.1 Personenkult um Stalin und Machterhaltung

2.2. Damnatio memoriae

3. Propaganda im Dritten Reich

3.1. Führermythos

3.2 Propaganda

4. Resümée

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Fotomontagen und Bildbearbeitungen in totalitären Systemen als Instrumente politischer Propaganda eingesetzt wurden, um die öffentliche Wahrnehmung zu steuern und Machtansprüche zu legitimieren.

  • Manipulation durch Bildbearbeitung und Fotomontage
  • Stalinkult und die systematische Auslöschung von Erinnerungen (Damnatio memoriae)
  • Konstruktion des Führermythos im Nationalsozialismus
  • Vergleich der propagandistischen Strategien in der UdSSR und im Dritten Reich

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Das Phänomen ist nicht neu: Seitdem es bildliche Darstellungen gibt, gibt es die Manipulation der Bilder, aber auch die Manipulation durch Bilder. Die Historie bietet genügend Beispiele dafür, dass besonders in der Politik oftmals Fotos „bearbeitet“ wurden (und werden), um die öffentliche Meinung zu beeinflussen bzw. das Denken und Handeln der Menschen in eine bestimmte (politische) Richtung zu lenken. Während in diesem Zusammenhang „Bildbearbeitung“ meistens noch positiv verstanden wird, sind Begriffe wie „Manipulation“, „Fotomontage“ und spätestens seit dem Dritten Reich auch „Propaganda“ eher negativ konnotiert. Warum ist das so, zumal die (Foto-) Montage nicht ausschließlich als Synonym für Verfälschung von Bildmaterial stehen darf, sondern auch als Technik künstlerischen Arbeitens verstanden werden muss?

Manipulation ist vom Wortsinn her nichts anderes als eine „kunstgerechte Handhabung“, „geschickt zu Werke gehen“ oder ein „Kunstgriff“; der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „mit der Hand füllen“ (von lat.: manu plere).

Propaganda leitet sich ebenfalls aus dem Lateinischen ab (von lat.: propagare = aus-, verbreiten) und hatte seine Wurzeln in der Kirchengeschichte, als im Hochmittelalter der Ketzerei durch die Weiterverbreitung des Katholizismus begegnet werden sollte. Später stand Propaganda für „Werbung“ oder auch „Bestrebung“ – eigentlich also kein negativer Begriff. Warum also der unangenehme Beigeschmack, mit einer Fotomontage etwas Falsches oder Verfälschtes vorgesetzt zu bekommen?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildmanipulation ein und erläutert die etymologische Herkunft der Begriffe Manipulation und Propaganda.

2. Stalin und die schwarzen Löcher: Das Kapitel analysiert den Personenkult um Stalin sowie die Praxis der Damnatio memoriae, durch die unliebsame Personen aus Bilddokumenten systematisch entfernt wurden.

3. Propaganda im Dritten Reich: Hier wird die Konstruktion des Führermythos sowie die gezielte Beeinflussung der Massen durch das Propagandaministerium im nationalsozialistischen Deutschland untersucht.

4. Resümée: Das Resümee stellt die Propagandamethoden der Sowjetunion und des Dritten Reiches gegenüber und arbeitet die Gemeinsamkeiten in der Fälschung von Historie und Selbstdarstellung heraus.

Schlüsselwörter

Fotomontage, Propaganda, Stalin, Hitler, Bildmanipulation, Damnatio memoriae, Führermythos, Totalitarismus, Bildbearbeitung, Manipulation, Nationalsozialismus, Sowjetunion, Bildmedien, Politische Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Einsatz von Bildmanipulationen und Fotomontagen als machtpolitisches Instrument in totalitären Systemen, beispielhaft dargestellt an der Ära Stalins und dem Dritten Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Themenfeldern gehören der Personenkult um Diktatoren, die systematische Fälschung von Bildmaterial, der Führermythos sowie die Rolle von Massenmedien bei der Verbreitung staatlicher Ideologie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politisch motivierte Bildbearbeitungen genutzt wurden, um die Realität umzudeuten, Gegner auszuschalten und eine eigene Legitimationsgrundlage für die Herrschenden zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse der Propagandasysteme beider Diktaturen, wobei der Fokus auf bildlichen Darstellungen und der Auswertung zeitgenössischer sowie fachwissenschaftlicher Literatur liegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des stalinistischen Systems, insbesondere die Fotoretusche und die Damnatio memoriae, sowie die Analyse des NS-Propagandaapparates inklusive des Aufbaus eines charismatischen Führermythos.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Fotomontage, Propaganda, Damnatio memoriae, totalitäre Herrschaft und Bildmanipulation.

Wie unterscheidet sich die stalinistische Propaganda von der nationalsozialistischen in Bezug auf die Bildmanipulation?

Während Stalin das Bild als wichtigstes Medium für die Auslöschung unliebsamer Personen nutzte, priorisierte die NS-Propaganda die suggestive Kraft des gesprochnen Wortes und inszenierte Bilder eher für die positive Mythisierung Hitlers.

Was bedeutet der Begriff „Damnatio memoriae“ im Kontext der Arbeit?

Der Begriff beschreibt die systematische staatliche Auslöschung von Erinnerungen an Personen, die in Ungnade gefallen sind, indem diese aus sämtlichen Fotos und Dokumenten entfernt wurden, als hätten sie nie existiert.

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Details

Title
Fotomontage als Instrument politischer Propaganda: Wenn Bilder die Wahrheit verzerren oder Können wir glauben, was wir sehen?
College
University of Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften)
Course
Proseminar
Grade
1,7
Author
Katharina Krause (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V63808
ISBN (eBook)
9783638567626
ISBN (Book)
9783656802945
Language
German
Tags
Fotomontage Instrument Propaganda Wenn Bilder Wahrheit Können Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Krause (Author), 2005, Fotomontage als Instrument politischer Propaganda: Wenn Bilder die Wahrheit verzerren oder Können wir glauben, was wir sehen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63808
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