Nach dem Waffenstillstandsersuchen der Deutschen vom 05.10.1918 kam es vom 08.-11.11.1918 zu Waffenstillstandsverhandlungen, welche am 11.11.1918 zum Waffenstillstand auf der Basis der 14 Punkte des amerikanischen Präsidenten Wilson abgeschlossen wurden. Der Waffenstillstand enthielt im einzelnen folgende Forderungen: Räumung der besetzten Westgebiete und des linken Rheinufers, Aufhebung der Friedensschlüsse von Brest-Litowsk (mit dem revolutionären Russland) und Bukarest (mit Rumänien), Aufbauleistung in den besetzten Gebieten und Auslieferung des schweren Kriegsmaterials und der U-Boote. Es war das ausdrückliche Kriegsziel Großbritanniens, Deutschland auf den Status einer zweitrangigen Seemacht herabzusetzen und damit die eigene maritime Vormachtstellung abzusichern. Dieses Kriegsziel wurde von den Briten sowohl bei den Waffenstillstandsverhandlungen als auch bei den späteren Friedensgesprächen konsequent verfolgt: Großbritannien gelang es dabei, die Auslieferung sämtlicher fahrbereiter U-Boote durchzusetzen. Die weiteren von britischer Seite vorgetragenen Ziele für den Friedensvertrag sahen wie folgt aus: [...]
Inhaltsverzeichnis
- Der Versailler Vertrag
- Die Probleme des Friedensschließens
- Die wichtigsten Klauseln des Friedensvertrages
- Konzeptionelle Vorstellungen der Reichsmarine
- Die Denkschrift Kahlerts
- Die Neuorganisation der Marine
- Personelle Strukturprobleme
- Die Denkschrift Michaelis'
- Abschließende Thesen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieses Schriftliche Referat befasst sich mit der konzeptionellen Entwicklung der Reichsmarine nach dem Versailler Vertrag. Es analysiert die Herausforderungen, die sich durch die Bestimmungen des Vertrages für die deutsche Marine ergaben, und beleuchtet die verschiedenen Denkschriften und Pläne, die zur Neuorganisation der Reichsmarine erarbeitet wurden.
- Die Auswirkungen des Versailler Vertrages auf die deutsche Marine
- Die konzeptionellen Vorstellungen der Reichsmarine zur Neuorganisation
- Die Personelle Struktur der Reichsmarine
- Die Denkschriften Kahlerts und Michaelis' als Beispiele für die strategischen Überlegungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Der Versailler Vertrag: Dieses Kapitel analysiert die Herausforderungen des Friedensschließens nach dem Ersten Weltkrieg und stellt die wichtigsten Klauseln des Versailler Vertrages, insbesondere die Bestimmungen zur Abrüstung der deutschen Marine, dar.
- Kapitel 2: Konzeptionelle Vorstellungen der Reichsmarine: Das Kapitel beleuchtet die Denkschriften Kahlerts und Michaelis', die die konzeptionellen Vorstellungen der Reichsmarine zur Neuorganisation und zur Bewältigung der durch den Versailler Vertrag auferlegten Beschränkungen beleuchten.
Schlüsselwörter
Versailler Vertrag, Reichsmarine, Neuorganisation, Denkschriften, Abrüstung, Kahlerts, Michaelis', Personelle Strukturprobleme, strategische Überlegungen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Auswirkungen hatte der Versailler Vertrag auf die deutsche Marine?
Der Vertrag legte massive Rüstungsbeschränkungen fest, forderte die Auslieferung von Kriegsmaterial und U-Booten und zielte darauf ab, Deutschland als Seemacht dauerhaft zu schwächen.
Was war das Hauptziel Großbritanniens bei den Verhandlungen?
Großbritannien wollte Deutschland auf den Status einer zweitrangigen Seemacht herabsetzen, um die eigene maritime Vormachtstellung global abzusichern.
Was beinhaltete die Denkschrift von Kahlert?
Die Denkschrift befasste sich mit konzeptionellen Vorstellungen zur Neuorganisation der Marine unter den erschwerten Bedingungen des Friedensvertrages.
Welche personellen Probleme gab es in der Reichsmarine?
Die Reichsmarine litt unter erheblichen personellen Strukturproblemen, die durch die drastische Verkleinerung der Flotte und die politisch instabile Lage nach dem Krieg verschärft wurden.
Wie reagierte die Marineführung auf die Abrüstungsforderungen?
Es wurden verschiedene Denkschriften (z.B. von Michaelis) erarbeitet, um trotz der Beschränkungen strategische Konzepte für eine künftige deutsche Seemacht zu entwickeln.
Was passierte mit den deutschen U-Booten nach dem Ersten Weltkrieg?
Großbritannien setzte die vollständige Auslieferung sämtlicher fahrbereiter U-Boote durch, um die deutsche U-Boot-Waffe komplett zu neutralisieren.
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- Thorsten Lemmer (Author), 2002, Der Versailler Vertrag und konzeptionelle Vorstellungen der Reichsmarine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6378