In den nächsten Jahren stehen zahlreiche Übertragungen von Unternehmensvermögen an, die durch die Gründergeneration der Nachkriegszeit geschaffen wurden. Dies hat zur Folge, dass sich sowohl die Bedeutung als auch das Aufkommen der vermögensbezogenen Erbschaftsteuer weiter erhöhen wird. Der Anteil der Erbschaftsteuer an den Gesamtsteuereinnahmen betrug im Jahr 2005 zwar nur ca. 1 %, es ist aber ein stetiger Anstieg des Erbschaftsteueraufkommens von 773 Mio. € im Jahr 1985 über 1.814 Mio € im Jahr 1995 auf 4.097 Mio € im Jahr 2005 zu beobachten.
Auch wenn eine Vielzahl von erheblichen Privatvermögen vererbt wird, ist zu beobachten, dass sich in der Mehrzahl der Fälle der gewichtigste Teil der vererbten mittleren und großen Vermögen aus unternehmerischem Vermögen zusammensetzt. Mit der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft gibt es immer mehr Steuerpflichtige, die Auslandsvermögen in Form von Grundbesitz oder Unternehmensvermögen haben. Die Bruttoauslandsaktiva deutscher Unternehmen und Privatpersonen betrug im Juni 2003 ca. 1,6 Billionen €.
Bei einem deutschen Unternehmen mit Vermögen im Ausland besteht bei der Vererbung die Gefahr, dass durch den Übergang des unternehmerischen Vermögens neben der deutschen Erbschaftsteuerpflicht auch eine ausländische Steuerpflicht entsteht. Hieraus kann eine Doppelbesteuerung des Vermögens resultieren, die negative finanzielle und wirtschaftliche Auswirkungen für die Erben und die Fortführung des Unternehmens haben kann.
Im Rahmen der internationalen Erbschaftsteuerplanung ist die Wahl der Rechtsform des Unternehmens ein wichtiges Gestaltungsinstrument, weil die Rechtsformwahl eines deutschen Unternehmens neben der Höhe der inländischen Erbschaftsteuerbelastung auch die Entstehung einer ausländischen Erbschaftsteuerpflicht für das übergehende Unternehmensvermögen beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung und Gang der Untersuchung
- Abgrenzungen
- Internationale Erbschaftsteuerplanung
- Begriffsbestimmung
- Ziele der internationalen Erbschaftsteuerplanung
- Gestaltungsprobleme der internationalen Erbschaftsteuerplanung
- Rechtsformwahl als Gestaltungsinstrument
- Besteuerung der unterschiedlichen Rechtsformen im deutschen Erbschaftsteuergesetz
- Steuerpflichtiger Erwerb
- Bewertung des Vermögens
- Bewertung des Betriebsvermögens von Einzelunternehmen und Personengesellschaften
- Bewertung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
- Vergleich der Bewertungsmethoden
- Bewertungsvergünstigungen
- Freibeträge und Steuertarif
- Internationale Erbschaftsteuergesetze
- Grundlagen des Erbschaftsteuergesetzes des Kanton Zürich in der Schweiz
- Grundlagen des österreichischen Erbschaftsteuergesetzes
- Internationale Doppelbesteuerungsabkommen
- Ursachen der internationalen Doppelbesteuerung
- Unilaterale Maßnahmen zur Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung
- Bilaterale Maßnahmen zur Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung
- Grundlagen des DBA-Erbschaftsteuer Deutschland – Österreich
- Grundlagen des DBA-Erbschaftsteuer Deutschland – Schweiz
- Besonderheiten bei der Übertragung von Anteilen an Personengesellschaften
- Rechtsformwahl als Instrument der Erbschaftsteuerplanung am Beispiel Schweiz
- Einfluss der Rechtsformwahl auf die Zuweisung der Besteuerungsrechte
- Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
- Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Analyse der rechtsformabhängigen Besteuerungsunterschiede
- Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
- Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Gestaltungsempfehlungen für die Rechtsformwahl
- Rechtsformwahl als Instrument der Erbschaftsteuerplanung am Beispiel Österreich
- Einfluss der Rechtsformwahl auf die Zuweisung der Besteuerungsrechte
- Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
- Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Analyse der rechtsformabhängigen Besteuerungsunterschiede
- Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
- Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
- Gestaltungsempfehlungen für die Rechtsformwahl
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Rechtsformwahl als Instrument der internationalen Erbschaftsteuerplanung. Ziel der Arbeit ist es, die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für die Übertragung von Unternehmensvermögen im internationalen Kontext zu analysieren. Dabei werden insbesondere die Auswirkungen der Rechtsformwahl auf die Erbschaftsteuer in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht.
- Internationale Erbschaftsteuerplanung
- Besteuerung von Unternehmensvermögen im Erbfall
- Rechtsformwahl als Gestaltungsinstrument
- Doppelbesteuerungsabkommen
- Vergleichende Analyse der Erbschaftsteuergesetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Problemstellung der internationalen Erbschaftsteuerplanung und beleuchtet die steigende Bedeutung dieses Themas im Kontext der Nachfolgeplanung von Unternehmen. Kapitel 2 beschäftigt sich mit der Begriffsbestimmung der internationalen Erbschaftsteuerplanung sowie mit den Zielen und Gestaltungsproblemen dieser Planung.
Kapitel 3 analysiert die Besteuerung der unterschiedlichen Rechtsformen im deutschen Erbschaftsteuergesetz. Dabei werden die Themen Steuerpflicht, Bewertung des Vermögens und Bewertungsvergünstigungen behandelt. Kapitel 4 stellt die Grundlagen des Erbschaftsteuergesetzes des Kantons Zürich in der Schweiz sowie des österreichischen Erbschaftsteuergesetzes dar.
Kapitel 5 befasst sich mit den internationalen Doppelbesteuerungsabkommen und den verschiedenen Maßnahmen zur Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung. In den Kapiteln 6 und 7 wird der Einfluss der Rechtsformwahl auf die Erbschaftsteuerplanung anhand von Beispielen aus der Schweiz und Österreich analysiert.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit sind: Internationale Erbschaftsteuerplanung, Rechtsformwahl, Unternehmensvermögen, Erbschaftsteuer, Doppelbesteuerung, Deutschland, Österreich, Schweiz, Einzelunternehmen, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Bewertungsmethoden, Gestaltungsempfehlungen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Rechtsformwahl für die Erbschaftsteuerplanung wichtig?
Die Rechtsform (z.B. Einzelunternehmen, GmbH) beeinflusst maßgeblich die Bewertung des Vermögens und entscheidet darüber, ob und in welcher Höhe im Ausland zusätzliche Erbschaftsteuern anfallen.
Was ist das Ziel der internationalen Erbschaftsteuerplanung?
Das Hauptziel ist die Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung und die Minimierung der steuerlichen Gesamtbelastung bei der Übertragung von Auslandsvermögen.
Wie unterscheiden sich Deutschland, Österreich und die Schweiz im Erbrecht?
Die Arbeit vergleicht die Bewertungsmethoden und Steuersätze. Während in Deutschland hohe Freibeträge für Betriebsvermögen existieren, hat Österreich die Erbschaftsteuer weitgehend abgeschafft und in der Schweiz variiert sie je nach Kanton (z.B. Zürich).
Was regeln Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) bei Erbschaften?
DBAs weisen das Besteuerungsrecht für bestimmte Vermögenswerte (z.B. Immobilien oder Anteile) einem der beteiligten Staaten zu, um zu verhindern, dass dasselbe Erbe zweimal voll besteuert wird.
Gibt es Besonderheiten bei Personengesellschaften?
Ja, Anteile an Personengesellschaften werden oft anders bewertet und steuerlich zugewiesen als Anteile an Kapitalgesellschaften, was bei grenzüberschreitenden Sachverhalten zu komplexen Planungsproblemen führt.
- Quote paper
- Thorsten Krumme (Author), 2006, Rechtsformwahl als Instrument der internationalen Erbschaftsteuerplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63517