„Le Tartuffe“ von Jean-Baptiste Molière, eine der sowohl bedeutendsten als auch umstrittensten Komödien der französischen Klassik, ist Thema meiner Hausarbeit.
An einen kurzen Überblick über das Leben und Werk des berühmten Autors schließt sich eine Charakterisierung der wichtigsten Personen der Komödie und eine Inhaltsangabe des Werkes an.
Besondere Beachtung bei der Interpretation wird der 4. Szene des I. Aktes Geschenkt, bevor einige Etappen der „Querelle de Tartuffe“ meine Ausführungen abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jean-Baptiste Molière
3. Personen der Komödie
4. Inhaltsangabe „Le Tartuffe“
5. Akt I, Szene 4
a) Interpretation
b) Die Rolle des Haumädchens
6. Der Streit um Tartuffe
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht Molières Komödie „Le Tartuffe“ im Kontext der französischen Klassik, um die Charakterisierung der Protagonisten, die inhaltliche Struktur sowie die historische Rezeptionsgeschichte des Werkes zu analysieren.
- Biografische Hintergründe zu Jean-Baptiste Molière
- Charakterisierung der Hauptfiguren in „Le Tartuffe“
- Analyse von Akt I, Szene 4 unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Dorine
- Untersuchung der gesellschaftlichen und religiösen Konflikte rund um das Stück
- Interpretation der dramaturgischen Gestaltung und der „Querelle de Tartuffe“
Auszug aus dem Buch
b) Die Rolle des Haumädchens
Wie so oft in Molières Komödien kommt auch in „Le Tartuffe“ ein Hausmädchen vor, das sich durch Mut, Pfiffigkeit und Spontaneität von den anderen Personen absetzt.
Eine Rolle wie Dorine sie als Hausmädchen verkörpert ist für das 17. Jahrhundert in Frankreich gänzlich untypisch. Dazu muss man wissen, dass sich die Autoren beim Verfassen klassischer Werke an gewisse Regeln halten mussten. Neben dem Begriff der „vraisemblance“, der von der aristotelischen Unterscheidung zwischen Wahrheit und Wirklichkeit abstammt, musste sich der Dichter auch an die „bienséance“ halten, was soviel bedeutete, wie die „Schicklichkeit der Gesellschaft“.
Alles, was die Figuren in den klassischen Werken taten, wie sie sprachen und wie sie auftraten, musste dem guten Geschmack und den sittlichen Normen entsprechen.
Hierbei durfte weder auf der Bühne gegessen und getrunken werden, noch Geburt und Tod zur Darstellung kommen. Zudem kam, dass es sich nicht schickte, wenn eine Dienerin ihrem Herren gegenüber ständig Widerworte ausspricht.
Molière hat hier mit der Rolle der Dorine sichtlich gegen diese klassische Regel verstoßen, da Dorine während der gesamten Komödie Orgon immer wieder sowohl ins Wort fällt und ihm auch permanent dagegenredet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Stellenwert von Molières „Le Tartuffe“ in der französischen Klassik und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Jean-Baptiste Molière: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des Autors von seiner Kindheit über sein Studium bis hin zur Gründung des „Illustre Théâtre“ und seiner Arbeit am königlichen Hof nach.
3. Personen der Komödie: Hier werden die zentralen Figuren Tartuffe, Orgon und das Hausmädchen Dorine in ihren psychologischen und sozialen Rollen innerhalb des Stücks beschrieben.
4. Inhaltsangabe „Le Tartuffe“: Die Zusammenfassung schildert das betrügerische Vorgehen Tartuffes, seine Manipulation des Hausherrn Orgon und den Verlauf der Handlung bis zum überraschenden Ende.
5. Akt I, Szene 4: Der Abschnitt bietet eine tiefgehende Interpretation der Schlüsselszene, in der Orgons blinde Fixierung auf Tartuffe auf die Vernunft des Hausmädchens Dorine trifft.
6. Der Streit um Tartuffe: Das letzte Kapitel beleuchtet den historischen Widerstand gegen das Werk durch religiöse Gruppen und die langwierigen Bemühungen Molières, eine genehmigte Fassung zur Aufführung zu bringen.
Schlüsselwörter
Molière, Le Tartuffe, Französische Klassik, Komödie, Scheinheiligkeit, Religion, Orgon, Dorine, Dramaturgie, Querelle de Tartuffe, Theatergeschichte, Literaturanalyse, Vraisemblance, Bienséance, Compagnie du Saint-Sacrement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Komödie „Le Tartuffe“ von Jean-Baptiste Molière unter Berücksichtigung biographischer, literarischer und historischer Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören das Leben Molières, die Charakterisierung der Figuren, die dramaturgische Analyse einer spezifischen Szene sowie der historische Streit um die Aufführungserlaubnis.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist eine fundierte literaturwissenschaftliche Untersuchung des Stücks, insbesondere der Rolle der Figur Dorine sowie der zeitgenössischen Kritik an Molières Werk.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse sowie die Einordnung in den kulturhistorischen Kontext des 17. Jahrhunderts in Frankreich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Personenkonstellationen, eine detaillierte Interpretation von Akt I, Szene 4 sowie der „Streit um Tartuffe“ ausführlich dargelegt.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die zentralen Schlagworte umfassen Heuchelei, religiöse Frömmigkeit, gesellschaftliche Schicklichkeit und die Rolle des Theaters in der Klassik.
Warum spielt die Rolle der Dorine eine besondere Rolle?
Dorine bricht mit zeitgenössischen klassischen Regeln, da sie als Dienerin ihrem Herrn aktiv Widerworte gibt und als mutige, pfiffige Antagonistin zum heuchlerischen Tartuffe agiert.
Was waren die Gründe für den Widerstand gegen das Stück?
Religiöse Gruppen, wie die „Compagnie du Saint-Sacrement“, fühlten sich durch die Darstellung falscher Frömmigkeit im Stück persönlich angegriffen und übten Druck auf König Ludwig XIV. aus, um die Aufführung zu verbieten.
- Citation du texte
- Kathrin Haberkorn (Auteur), 2004, Le Tartuffe von Jean-Baptiste Molière, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62733