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Supply Chain Management-Strategien in der europäischen Rüstungsindustrie

Título: Supply Chain Management-Strategien in der europäischen Rüstungsindustrie

Trabajo de Seminario , 2006 , 33 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Christian Hammer (Autor)

Economía de las empresas - Aprovisionamiento, producción, logística
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Die „Rüstung hat sicherzustellen, dass die Streitkräfte mit aufgabengerechter und funktionstüchtiger Ausrüstung zeitgerecht und zu wirtschaftlichen Bedingungen ausgestattet werden.“ Dieser Definition folgend werden im Rahmen der Seminararbeit „alle Güter und Dienstleistungen, die militärischen Zwecken dienen bzw. von militärischen Auftraggebern nachgefragt werden“ unter dem Begriff der Rüstung zusammengefasst. Die Arbeit wird sich jedoch vorwiegend mit Strategien des Supply Chain Managements von Rüstungsunternehmen im Bereich von konventionellen Großwaffensystemen bzw. derer Komponenten auseinandersetzen.
Die eingangs erwähnte Definition zeigt deutlich, dass sich aufgrund einer geänderten sicherheitspolitischen Lage auch die Bedeutung sowie das Volumen der Rüstungsaktivitäten entscheidend verändern müssen. An die Stelle der direkten Gefahr durch einen großen Krieg in Europa sind andere regional unterschiedliche Risiken getreten, die größtenteils ein diversifizierteres Herangehen fordern.
Die Auswirkungen dieser veränderten militärischen Bedrohungslage lassen sich auch an den Verteidigungsbudgets der einzelnen Staaten erkennen. Nach einem deutlichen Rückgang der Militärausgaben nach Ende des Kalten Krieges ist jedoch weltweit betrachtet seit 1998 wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Dieser Trend geht allerdings großteils von den hohen Kosten der US-Streitkräfte, verursacht durch den ‚Waron Terror’sowie durch die Kriege in Afghanistan und dem Irak aus. Betrachtet man die Verteidigungsausgaben der westeuropäischen Staaten lässt sich eine Stagnation auf dem Niveau von 1995 erkennen. Abbildung 1 schlüsselt die Verteidigungsausgaben Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens auf. Während die französischen Verteidigungsausgaben in etwa auf dem Niveau von 1995 stagnieren und die britischen durch die Teilnahme am Irakkrieg deutlich gestiegen sind, ist ein sehr starker Rückgang der Verteidigungsausgaben Deutschlands festzustellen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Branchenumfeld

2.1. Allgemeine Lage

2.2. Beschaffungspolitik der Streitkräfte

2.3. Strategien der Rüstungsfirmen

3. Supply Chain Management in der Rüstungsindustrie

3.1. Entwicklungen im Bereich des Supply Chain Managements

3.1.1. Auswirkungen der Krise der Rüstungsindustrie auf deren Supply Chains

3.1.2. Struktur der Supply Chain

3.1.3. Supply Chain Beziehungen

3.2. Chancen und Risiken für Supply Chains in der Rüstungsindustrie

3.2.1. Outsourcing, Internationalisierung und Offset-Geschäfte

3.2.2. ‚Lean Supply’ Vs. ‚Global Sourcing’

3.3. Strategie aus der Krise – Restrukturierung der Supply Chain

4. Supply Chain Strategien von vier Rüstungsunternehmen

4.1. Militärische Kommunikationssysteme – Celsius Communication Systems und Ericsson Microwave Systems

4.2. Saab/BAe Systems JAS 39 Gripen

4.3. Lockheed Martin (General Dynamics) F-16 Fighting Falcon

4.4. Zusammenfassung

5. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen und sinkender Verteidigungsbudgets auf die Strategien der europäischen Rüstungsindustrie, mit einem besonderen Fokus auf das Supply Chain Management. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, wie sich Rüstungsunternehmen anpassen und welche Supply-Chain-Strategien unter erhöhtem Kostendruck und veränderten Kundenanforderungen erfolgsversprechend sind.

  • Analyse des Wandels der Verteidigungsmärkte und der Beschaffungspolitik
  • Untersuchung von Outsourcing-Trends und Internationalisierung
  • Evaluierung von Lean-Supply-Ansätzen in der Rüstungsbranche
  • Strategische Positionierung von Systemintegratoren und Zulieferern
  • Fallstudien zu komplexen Waffensystemen (u.a. JAS 39 Gripen, F-16)

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Struktur der Supply Chain

Vereinfacht kann die Supply Chain in vier ‚tiers’ unterteilt werden. Modullieferanten und Lieferanten ganzer Baugruppen, also die Zulieferer im eigentlichen Sinn, sind im ersten und zweiten ‚tier’, in der Hierarchie direkt unterhalb des fokalen Unternehmens (des OEM) angesiedelt. Im dritten ‚tier’ findet man vor allem Teillieferanten für bestimmte Baugruppen und im vierten ‚tier’ spricht man von den Vorlieferanten, die die übergeordneten Lieferanten mit bestimmten Grundstoffen versorgen.

Diese vereinfachte Einteilung der Lieferantenbeziehungen erscheint für die Untersuchung von Supply Chains oftmals sehr hilfreich. Die Dynamik des Lieferantennetzwerkes darf aber von diesem vereinfachten Schema nicht überdeckt werden. Unterhalb des ersten ‚tiers’ kann von einer regelrechten Matrix der gemeinsamen Wechselbeziehungen ausgegangen werden. Viele Lieferanten sind Teil mehrerer Supply Chains und sind in diesen oftmals auch in unterschiedlichen ‚tiers’ angesiedelt. Ein Lieferant kann beispielsweise ‚first tier’ Lieferant in der einen Supply Chain und ‚third tier’ Lieferant in einer anderen sein. Ebenfalls ist es möglich in einer einzelnen Supply Chain als Modullieferant aufzutreten und gleichzeitig einen ‚third tier’ Lieferanten der selben Supply Chain mit bestimmten Grundstoffen zu versorgen und dadurch ebenfalls die Rolle eines ‚fourth tier’ Lieferanten einzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sicherheitspolitische Lage nach dem Kalten Krieg und definiert das Ziel, Strategien des Supply Chain Managements für konventionelle Großwaffensysteme zu analysieren.

2. Branchenumfeld: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel der Rüstungsindustrie durch gekürzte Budgets, den Fokus auf Effizienz sowie die neue Rolle der Beschaffungspolitik der Streitkräfte.

3. Supply Chain Management in der Rüstungsindustrie: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Supply Chain Managements und Lean-Konzepte in den Kontext der Rüstungsbranche gesetzt und die Struktur der Lieferantennetzwerke erläutert.

4. Supply Chain Strategien von vier Rüstungsunternehmen: Anhand praktischer Fallbeispiele (Kommunikationssysteme und Kampfflugzeuge) werden die operativen Strategien zur Restrukturierung und Effizienzsteigerung bei spezifischen Rüstungsprojekten aufgezeigt.

5. Conclusio: Das Fazit fasst den Paradigmenwechsel in der Branche hin zu Outsourcing und partnerschaftlicher Zusammenarbeit zusammen und betont das Potenzial der Spezialisierung.

Schlüsselwörter

Rüstungsindustrie, Supply Chain Management, Outsourcing, Lean Supply, Systemintegration, Verteidigungshaushalt, Rüstungsgüter, Kosteneffizienz, Zulieferer, Beschaffungspolitik, Internationalisierung, Global Sourcing, Großwaffensysteme, Verteidigungslogistik, Wettbewerbsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strategischen Anpassungen der europäischen Rüstungsindustrie an ein verändertes sicherheitspolitisches Umfeld und sinkende Budgets, insbesondere unter dem Aspekt des Supply Chain Managements.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Outsourcings, den Einsatz von Lean-Management-Methoden, die Bedeutung strategischer Lieferantenbeziehungen sowie die Herausforderungen bei der Produktion hochkomplexer Waffensysteme.

Was ist die primäre Zielsetzung der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Veränderungen in den Lieferketten der Rüstungsindustrie aufzuzeigen und zu ermitteln, welche Supply-Chain-Strategien angesichts des Drucks zu Kosteneffizienz und Leistungsfähigkeit am erfolgsversprechendsten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Untersuchung der Branchenstrukturen sowie einer Fallstudienanalyse von vier Rüstungsunternehmen bzw. spezifischen Projekten aus der Luftfahrt- und Kommunikationsindustrie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse der Branchenentwicklungen, der Risiken und Chancen von Global Sourcing sowie in detaillierte Fallstudien zu Projekten wie TARAS, JAS 39 Gripen und F-16 Fighting Falcon.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Lean Supply, Systemintegration, Kernkompetenz, Verteidigungslogistik und Kostentransparenz.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem Heimatmarkt und dem Exportmarkt bei der JAS 39 Gripen eine Rolle?

Die Struktur der Lieferkette unterscheidet sich je nach Marktzugang: Im Heimatmarkt agieren Industriekonsortien als direkte Partner der staatlichen Beschaffungsbehörde, während beim Export die Rolle als klassischer Original Equipment Manufacturer (OEM) stärker in den Vordergrund tritt.

Welche Bedeutung haben Offset-Geschäfte für die Lieferkette?

Offset-Geschäfte beeinflussen die internationale Rüstungsbeschaffung massiv, da sie oft Gegengeschäftsverpflichtungen beinhalten, die Lieferanten zur lokalen Wertschöpfung zwingen und somit die bestehenden Supply-Chain-Strukturen verändern.

Final del extracto de 33 páginas  - subir

Detalles

Título
Supply Chain Management-Strategien in der europäischen Rüstungsindustrie
Universidad
Vienna University of Economics and Business  (Institut für Transportwirtschaft und Logistik)
Curso
Verteidigungslogistik - Outsourcing, Privatisierung und Logistik in der Verteidigungswirtschaft
Calificación
1,0
Autor
Christian Hammer (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
33
No. de catálogo
V61815
ISBN (Ebook)
9783638551830
Idioma
Alemán
Etiqueta
Supply Chain Management-Strategien Rüstungsindustrie Verteidigungslogistik Outsourcing Privatisierung Logistik Verteidigungswirtschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Hammer (Autor), 2006, Supply Chain Management-Strategien in der europäischen Rüstungsindustrie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61815
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