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Vom Anschaffungswertprinzip zum Prinzip der Fair Value-Bewertung - Überlegungen zum Paradigmawechsel in der Bewertungskonzeption von Abschlüssen

Titel: Vom Anschaffungswertprinzip zum Prinzip der Fair Value-Bewertung - Überlegungen zum Paradigmawechsel in der Bewertungskonzeption von Abschlüssen

Diplomarbeit , 2005 , 71 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Diplom-Kaufmann Nicolas Herwig (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

Angesichts der zunehmenden Globalisierung der Güter- und Kapitalmärkte befinden sich die Rechnungslegungsnormen seit einigen Jahren im Umbruch. Die Investoren verlangen als Folge dieser Globalisierung eine international vergleichbare Rechnungslegung, die ihnen als Informationsinstrument für ihre Investitionsentscheidungen zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang wird einer internationalen Rechnungslegung eine zunehmende Bedeutung zuteil.
Die gesetzlichen Rahmenbedingung zur Umstellung auf International Financial Reporting Standards (IFRS) wurden von Parlament und Ministerrat der Europäischen Union (EU) am 19.7.2002 durch die sog. IAS-Verordnung1 geschaffen. Danach werden sämtliche kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtet ihre Konzernabschlüsse ab dem 01.01.2005 bzw. 01.01.2007 nach den geltenden internationalen Rechnungslegungsstandards aufzustellen. In Deutschland sind etwa 1340 Unternehmen2 (ca. 1010 Unternehmen2 davon mit Sitz in Deutschland) betroffen, da ihre Wertpapiere auf einem geregelten Markt zugelassen sind.3 Nach Schätzung der Europäischen Kommission sind seit 2005 europaweit 7000 Unternehmen von dieser Regelung betroffen.4
Den Mitgliedstaaten wurde darüber hinaus ein Wahlrecht eingeräumt, die IFRS sowohl im Einzelabschluss als auch für nicht-kapitalmarktorientierte Gesellschaften anzuwenden. Seit der Verabschiedung des Bilanzrechtsreformgesetzes (BilReG) im Dezember 2004 dürfen Große Kapitalgesellschaften i. S. des § 267 Abs. 3 HGB ihre Einzelabschlüsse gem. § 325 Abs. 2a HGB zu Informationszwecken auch nach IFRS veröffentlichen.5
Neben den Unternehmen, denen die Umstellung auf die IFRS durch den europäischen Gesetzgeber verordnet wurde, gibt es allerdings auch Unternehmen, die aus Eigeninteresse beabsichtigen ihre Rechnungslegung auf die IFRS-Rechnungslegung umzustellen oder diese bereits umgestellt haben. Die Gründe hierfür liegen insbesondere in der Herstellung einer besseren Vergleichbarkeit mit anderen Konzernen und in den gestiegenen Anforderungen internationaler Fremd- und Eigenkapitalgeber. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

1.2 Gang der Untersuchung

2 Konzeptionelle Grundlagen eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses

2.1 Kontinentaleuropäisches Normensystem

2.2 Zwecke und Grundsätze einer Rechnungslegung nach dem HGB

2.2.1 Buchführungs- und Jahresabschlusszwecke des HGB

2.2.2 Rechtsnatur, Entstehung und Ableitung von Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung

2.2.3 Exkurs: True and Fair View i. S. d. § 264 Abs. 2 HGB

2.3 Funktionen des handelsrechtlichen Jahresabschlusses

2.4 Grundlagen der Bewertungskonzeption des HGB

2.4.1 Vorbemerkungen

2.4.2 Das Anschaffungswertprinzip

2.4.3 Die Besonderheiten bei der Ausgestaltung des Bewertungsrechts nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB

2.4.4 Ausgewählte Einzelvorschriften der Bewertung

2.5 Zwischenergebnis

3 Konzeptionelle Grundlagen der IFRS

3.1 Das Anglo-Amerikanische Normensystem

3.2 Institutioneller Rahmen - Ziele, Entwicklung und Bedeutung

3.3 Das Framework

3.3.1 Vorbemerkungen

3.3.2 Zwecke, Ziele und Adressaten von IFRS-Abschlüssen

3.3.3 Grundlegende Anforderungen an die Rechnungslegung

3.3.4 Die Generalnorm der Fair Presentation

3.3.5 Kapitalkonzeptionen

3.4 Das Konzept der Fair Value-Bewertung

3.5 Ausprägungen der Fair Value-Bewertung in ausgewählten Standards

3.6 Das Prinzip der Ertragsrealisation und weitere grundlegende Anforderungen

3.7 Zwischenergebnis

4 Überlegungen zu einem möglichen Paradigmawechsel

4.1 Allgemeine Voraussetzungen für einen Paradigmawechsel

4.2 Auslöser eines Paradigmawechsels

4.2.1 Internationalisierung und Harmonisierung der Rechnungslegung

4.2.2 Internationalisierung der Rechnungslegungsvorschriften des HGB

4.3 Die Bedeutung des Paradigmawechsels für die Rechnungslegung

4.4 Der Wechsel des Rechnungslegungssystems als Erscheinungsform eines Paradigmawechsels

4.4.1 Die IFRS als maßgebendes Rechnungslegungssystems

4.4.2 Die Zweckmäßigkeit einer Fair Value-Bewertung

4.4.3 Die Gewährleistung des Gläubigerschutzes im Rahmen eines Paradigmawechsels

4.4.4 Zwischenergebnis und Ausblick

4.5 Der Wechsel der Bewertungskonzeption als Erscheinungsform eines Paradigmawechsels

4.5.1 Möglichkeiten und Probleme einer Fair Value-Bewertung nach HGB

4.5.2 Lösungsmöglichkeiten für die Zahlungsbemessung im Rahmen eines Paradigmawechsels

4.5.3 Zwischenergebnis und Ausblick

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob der Übergang vom traditionellen Anschaffungswertprinzip zur Fair Value-Bewertung in der Rechnungslegung einen Paradigmawechsel nach der Theorie von Kuhn darstellt. Hierbei wird analysiert, ob die internationale Harmonisierung und die IFRS-Standards tatsächlich ein neues Paradigma etablieren oder ob der Prozess noch in der Entwicklung begriffen ist, insbesondere im Hinblick auf den Gläubigerschutz.

  • Grundlagen der handelsrechtlichen Rechnungslegung nach HGB
  • Konzeptionelle Basis der IFRS und das Framework
  • Analyse der Fair Value-Bewertung und deren Problematik
  • Theoretische Einordnung eines Paradigmawechsels nach Thomas S. Kuhn
  • Auswirkungen der Umstellung auf den Gläubigerschutz

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Internationalisierung und Harmonisierung der Rechnungslegung

Die fortschreitende Globalisierung der Güter- und Kapitalmärkte und die damit einhergehenden grenzüberschreitenden Kapitalmarkttransaktionen bilden den Ausgangspunkt für eine Internationalisierung und Harmonisierung der Rechnungslegung.

Die Nutzung der internationalen Finanz- und Kapitalmärkte umspannt das Interesse ausländischer Investoren an geeigneten inländischen Investitionen ebenso wie das Interesse inländischer Unternehmen zur Finanzierung auf den ausländischen Märkten. Eine Vereinfachung dieses Prozesses würde herbeigeführt werden, wenn seitens des Unternehmens Informationen zur Verfügung gestellt werden, auf Grund derer den Investoren die Möglichkeit gegeben wird, ihre Anlageentscheidungen zu treffen.

Aus dem Blickwinkel der Unternehmung ist für die Zwecke der Kapitalbeschaffung folglich eine Berichterstattung nach international anerkannten Regelungen eine notwendige Voraussetzung, um diesen Informationsanforderungen genügen und sich an ausländischen Kapitalmärkten refinanzieren zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Globalisierung und der damit verbundenen Umstellung von HGB auf IFRS sowie die Einordnung als Paradigmawechsel.

2 Konzeptionelle Grundlagen eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses: Analyse der Zwecke und Grundsätze nach HGB, insbesondere des Gläubigerschutzes und des Anschaffungswertprinzips.

3 Konzeptionelle Grundlagen der IFRS: Erläuterung des anglo-amerikanischen Systems, des Frameworks sowie des Fair Value-Konzepts als zentralem Bestandteil der IFRS.

4 Überlegungen zu einem möglichen Paradigmawechsel: Anwendung der Kuhn'schen Theorie auf die Rechnungslegung und kritische Hinterfragung, ob ein vollständiger Paradigmawechsel bereits erfolgt ist.

5 Schlussbetrachtung: Fazit über den Stand des Paradigmawechsels und die noch ausstehende endgültige Integration der Fair Value-Bewertung in das deutsche System.

Schlüsselwörter

Anschaffungswertprinzip, Fair Value, Paradigmawechsel, Rechnungslegung, HGB, IFRS, Gläubigerschutz, IASB, Bilanzierung, Harmonisierung, Entscheidungsnützlichkeit, Kapitalmarkt, Bewertung, Abschluss, Thomas S. Kuhn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Rechnungslegungsnormen vom traditionellen Anschaffungswertprinzip hin zur Fair Value-Bewertung und bewertet diesen Wandel als Paradigmawechsel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die handelsrechtliche Rechnungslegung nach HGB, die IFRS-Rechnungslegung nach internationalem Standard, das Konzept des Fair Value sowie die Theorie wissenschaftlicher Revolutionen nach Thomas S. Kuhn.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Prozess der Umstellung auf internationale Rechnungslegungsstandards zu untersuchen und kritisch zu hinterfragen, ob dieser als abgeschlossener Paradigmawechsel bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine theoretische Analyse, bei der die aktuelle Entwicklung der Rechnungslegung auf die wissenschaftstheoretische Theorie von Thomas S. Kuhn projiziert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen von HGB und IFRS gegenübergestellt, bevor anschließend die Auslöser, Bedeutungen und Erscheinungsformen des diskutierten Paradigmawechsels analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlüsselwörter sind Paradigmawechsel, Fair Value, Anschaffungswertprinzip, Rechnungslegung, Gläubigerschutz und IFRS.

Warum ist der Gläubigerschutz nach HGB so wichtig für die Argumentation des Autors?

Der Gläubigerschutz ist ein wesentlicher Bestandteil des traditionellen HGB-Paradigmas. Der Autor prüft, ob dieser bei einem Wechsel zum Fair Value-Modell verloren geht oder ob andere Mechanismen ihn ersetzen können.

Welche Rolle spielt die Theorie von Thomas S. Kuhn bei der Bewertung des Wandels?

Die Theorie dient als methodisches Gerüst, um zu bestimmen, ob ein Wandel lediglich eine Anpassung ist oder einen fundamentalen Bruch mit bisherigen Überzeugungen darstellt.

Kann ein Solvenztest den Wegfall des Gläubigerschutzes bei IFRS-Anwendung kompensieren?

Der Autor diskutiert den Solvenztest als mögliches Instrument zur Ergänzung der Informationsfunktion, stellt jedoch fest, dass dies eine komplexe Herausforderung für die Umsetzung und Nachprüfbarkeit darstellt.

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Details

Titel
Vom Anschaffungswertprinzip zum Prinzip der Fair Value-Bewertung - Überlegungen zum Paradigmawechsel in der Bewertungskonzeption von Abschlüssen
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,00
Autor
Diplom-Kaufmann Nicolas Herwig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
71
Katalognummer
V61663
ISBN (eBook)
9783638550741
ISBN (Buch)
9783638848824
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anschaffungswertprinzip Prinzip Fair Value-Bewertung Paradigmawechsel Bewertungskonzeption Abschlüssen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Kaufmann Nicolas Herwig (Autor:in), 2005, Vom Anschaffungswertprinzip zum Prinzip der Fair Value-Bewertung - Überlegungen zum Paradigmawechsel in der Bewertungskonzeption von Abschlüssen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61663
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Leseprobe aus  71  Seiten
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