Für zahlreiche Küstenregionen Deutschlands ist der Tourismus ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft. In besonderen Gebieten wie z.B. auf den Inseln Rügen und Sylt stellt er sogar die einzige verlässliche Einnahmequelle dar und stellt die meisten Arbeitsplätze der Region. Wie stellt sich die Situation dar, wenn in den Bereichen außerhalb der 12 Seemeilen-Zone, der Ausschließlichen Wirtschaftszone, Windparks errichtet werden, wie dies in der Offshorestrategie der Bundesregierung vorgesehen ist? Die zentrale Frage für Bürger und Unternehmer ist: Gibt es bei Errichtung von Windparks eine Korrelation zwischen der Anzahl der aufgestellten Windenergieanlagen und dem Tourismus? Lassen sich Touristen von den Windparks abschrecken und verlegen sie ihren Urlaub an andere Urlaubsorte? Die vorliegende Hausarbeit untersucht diese Fragestellung anhand verschiedener Studien, Umfragen und Untersuchungen.
Am Beispiel des Offshore-Windparks Butendiek, welcher rund 40 km westlich von Sylt in der Nordsee errichtet werden soll, wird der Überlegung nachgegangen, wie Offshore-Windpark als touristische Sehenswürdigkeiten vermarktet werden können. Fachleute unterscheiden zwischen On- und Offshore-Windparks, wobei Onshore-Windparks an Land und Offshore-Windparks auf See lokalisiert sind. Da die Potentiale (u.a. verfügbare Standorte) bei Onshore-Windparks weitgehend ausgeschöpft sind, bezieht sich das Beispiel auf einen Offshore-Windpark, weil hier zukünftig die größten Entwicklungen erwartet werden können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Überblick über aktuelle Studien und Untersuchungen
- Allgemeine Einstellung der Bevölkerung zum Thema Windenergie
- Auswirkungen auf den Tourismus am Beispiel von drei Küstenbundesländer
- Mecklenburg Vorpommern
- Schleswig-Holstein
- Niedersachsen
- Veränderte Rahmenbedingungen
- Auswertung der Studien
- Mögliche Störungen für die Bevölkerung durch Offshore-WEA
- Urlauber im Bereich der Küsten- und Inselbereiche
- Sportbootfahrer und Segler
- Nachfrage und Information durch die Bevölkerung
- Schwerpunkt Ostsee
- Der Informationsbedarf der Bürger – eine Chance
- Mögliche Arten der Informationsvermittlung
- Beispiel: Offshore-Windpark Butendiek
- Planung
- Der Offshore-WP Butendiek
- Die Insel Sylt
- Das Projekt
- Der Hafen Lists als Ausgangsort
- Die Fahrten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die potenziellen Auswirkungen von Offshore-Windparks auf den Tourismus in Deutschland. Dabei wird besonders auf die Frage eingegangen, ob die Errichtung von Windparks zu einem Rückgang der Touristen in Küstenregionen führt. Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller Studien, Umfragen und Untersuchungen sowie einem konkreten Beispiel für einen Offshore-Windpark – dem Bürgerwindpark Butendiek.
- Akzeptanz von Windenergieanlagen in der Bevölkerung
- Potenzielle Konflikte zwischen Windenergie und Tourismus
- Informationsbedarf und -vermittlung zum Thema Offshore-Windparks
- Touristische Nutzung von Offshore-Windparks
- Das Beispiel des Offshore-Windparks Butendiek
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problematik der möglichen Konflikte zwischen Windenergie und Tourismus in Küstenregionen dar und skizziert den Forschungsfokus der Arbeit. Der zweite Teil befasst sich mit einem Überblick über aktuelle Studien und Untersuchungen zu den Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Tourismus. Der dritte Teil analysiert die allgemeine Einstellung der Bevölkerung in Deutschland zum Thema Windenergie anhand relevanter Umfragen und Studien.
Im vierten Teil werden die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Tourismus in drei Küstenbundesländern – Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen – betrachtet. Die Ergebnisse der Studien werden anhand von Übernachtungszahlen und Gästeankünften analysiert. Der fünfte Abschnitt thematisiert die veränderten Rahmenbedingungen für den Tourismus durch die zunehmende Nutzung von Offshore-Windparks.
Der sechste Teil beschäftigt sich mit der Auswertung der Studien und Untersuchungen zu möglichen Störungen durch Offshore-Windparks, dem Informationsbedarf der Bevölkerung und möglichen Arten der Informationsvermittlung. Der siebte Teil widmet sich dem Beispiel des Offshore-Windparks Butendiek und beleuchtet die Planung, den Standort, das Projekt sowie die touristischen Möglichkeiten.
Schlüsselwörter
Windenergieanlagen, Offshore-Windparks, Tourismus, Küstenregionen, Akzeptanz, Konflikte, Studien, Umfragen, Informationsbedarf, Informationsvermittlung, Bürgerbeteiligung, Beispiel Butendiek, Potenziale.
Häufig gestellte Fragen
Beeinflussen Windenergieanlagen den Tourismus negativ?
Studien untersuchen, ob Windparks Urlauber abschrecken. Bisherige Analysen in Küstenregionen zeigen jedoch oft eine hohe Akzeptanz und teilweise sogar Potenziale für neue touristische Angebote.
Was sind Offshore-Windparks?
Offshore-Windparks sind Windenergieanlagen, die auf See (meist außerhalb der 12-Seemeilen-Zone) errichtet werden, um die dort herrschenden starken und konstanten Winde zu nutzen.
Wie kann ein Windpark als Sehenswürdigkeit genutzt werden?
Am Beispiel des Projekts Butendiek wird gezeigt, dass Windparks durch Informationsfahrten, Besucherzentren und spezielle Bildungsangebote als touristische Attraktion vermarktet werden können.
Welche Rolle spielt die Bürgerbeteiligung bei Windkraftprojekten?
Bürgerbeteiligung und umfassende Information sind entscheidend für die lokale Akzeptanz, um Vorurteile abzubauen und die Bevölkerung in den Planungsprozess einzubinden.
Gibt es regionale Unterschiede in der Akzeptanz von Windparks?
Die Arbeit analysiert Studien aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, um regionale Unterschiede in der Einstellung von Touristen und Anwohnern zu verdeutlichen.
- Quote paper
- M.A. Geograph Felix Weickmann (Author), 2005, Windenergieanlagen und Tourismus. Konfliktfeld oder Potential?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61475