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Die Beziehung von Macht und Wissen bei Michel Foucault und deren Bezug auf die aktuelle bildungspolitische Diskussion

Title: Die Beziehung von Macht und Wissen bei Michel Foucault und deren Bezug auf die aktuelle bildungspolitische Diskussion

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Annett Gräfe (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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In der aktuellen bildungspolitischen Diskussion scheint ein Aufgreifen von Foucaults Theorien wieder gebräuchlicher geworden zu sein. Dies ist verständlich, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über die PISA Studie, Qualitätskontrollen und Qualitätssicherung an Schulen der BRD, zum Beispiel durch periodisch durchgeführte Tests in verschiedenen Altersgruppen. Foucaults Machtverständnis, die Beziehung von Macht und Wissen und die darin enthaltenen Kontrollverhältnisse scheinen aktueller denn je und geeignet, um einen Blick hinter die aktuellen Entscheidungen werfen und eventuelle Risiken erkennen zu können. Aber wie genau lässt sich Foucaults Theorie über die Beziehung von Macht und Wissen auf die aktuelle bildungspolitische Diskussion und deren Entscheidungen übertragen? Ist sie für eine Analyse anwendbar?
Hierzu soll zunächst (1) der theoretische Ansatz Foucaults untersucht werden. Die Gedanken Foucaults hierzu sind hauptsächlich aus der Verschriftlichung einer Vorlesung am Collège de France von 1973 mit dem Titel „Die Norm und die Macht“ (Foucault 1976, S. 114-123) sowie aus Foucaults Abhandlung „Überwachen und Strafen – Die Geburt des Gefängnisses“ (Foucault 1975/1991) von 1975 entnommen. Nach der Zusammenfassung der theoretischen Ansätze soll (2) ein Bezug zur aktuellen bildungspolitischen Diskussion und deren Folgen hergestellt werden. Abschließend sollen (3) Vor- und Nachteile an Foucaults Theorie in Bezug auf diese Diskussion dargelegt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Foucaults Theorie

2.1 Foucaults Machtbegriff

2.3 Der Bericht als Form der Beziehung zwischen Macht und Wissen

3. Anwendung der Theorie auf die aktuelle bildungspolitische Situation

3.1 Vorraussetzungen zur Betrachtung der PISA- Studie

3.2 Anwendung von Foucault auf die PISA- Studie

3.3 Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle in Bezug auf Foucaults Theorie

4. Resümee

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die theoretischen Ansätze von Michel Foucault zu den Macht-Wissen-Beziehungen, insbesondere das Konzept des „Berichts“, und wendet diese auf aktuelle bildungspolitische Entwicklungen in Deutschland an. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern Foucaults machttheoretische Konzepte zur Analyse der PISA-Studie und der nachfolgenden Qualitätssicherungsmaßnahmen an Schulen geeignet sind, um Machtstrukturen und Kontrollmechanismen im Bildungssystem offenzulegen.

  • Foucaults Machtbegriff und dessen Funktionsweise in gesellschaftlichen Institutionen
  • Die enge Verknüpfung von Wissen und Macht durch das Instrument des Berichts
  • Analyse der PISA-Studie als macht- und kontrolltheoretisches Instrument
  • Untersuchung der Qualitätssicherung im deutschen Schulwesen als Kontrollsystem
  • Methodische Reflexion über die eigene Eingebundenheit in Machtsysteme bei der Analyse

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Bericht als Form der Beziehung zwischen Macht und Wissen

Der Bericht wird in „Die Macht und die Norm“ von Foucault „als Form der Beziehung zwischen Macht und Wissen“ (Foucault 1976, S. 119) bezeichnet. Dem geht die Annahme voraus, dass „jeder Agent der Macht denen, die ihm Macht übertragen haben, ein bestimmtes und der von ihm ausgeübten Macht entsprechendes Wissen“ (Foucault 1976, S. 119) zurückerstatten muss. Dies soll in Form eines Berichtes passieren. An einem Beispiel erklärt Foucault wie dies zu verstehen ist. So soll einem Befehl ein Bericht über die Ausführung, Bedingung sowie die Konsequenzen des Befehles folgen (Vgl. Foucault 1976, S. 119). Mit dem Bericht wurden auch die „Instrumente der Abstraktion, der Verallgemeinerung, von Schätzung und Statistiken“ (Foucault 1976, S. 119) eingeführt. Es steht nicht mehr das einzelne „Ergebnis“ im Mittelpunkt sondern eine verallgemeinerte Tatsache. So geht der spezifische Fall in einer Masse verloren und das Individuum tritt in den Hintergrund.

Der Bericht hat also eine Kontrollfunktion über den Agenten. Führt man den Gedanken dieser Idee im Hinblick auf die darin enthaltenen Beziehungen fort, so stellt man fest, dass in dieser Kontrollform eine Art Kreislauf enthalten ist. Es wird Macht an ein Individuum, eine Institution oder an einen Apparat übertragen, der somit zum einem Agenten wird. Dieser Agent übt Macht aus und liefert einen Berichte über die Qualität bzw. Quantität dieser Machtausübung an den Machtübergeber. Dieser wiederum bestätigt, schränkt ein oder versagt auf Grund des Berichtes eine erneute Machtübertragung, womit der Kreislauf geschlossen wäre. Der Bericht führt somit also eine Kontrollfunktion des Machtübergebers aus, da er mit dem Bericht Wissen über den Gebrauch der übertragenen Macht erhält und somit auf die Situation reagieren kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das wiederauflebende Interesse an Foucaults Theorien im Kontext der aktuellen bildungspolitischen Debatten um PISA und Qualitätskontrollen.

2. Foucaults Theorie: Dieses Kapitel erläutert Foucaults machttheoretische Grundlagen, insbesondere sein Verständnis von Macht als netzartiges Bausteinsystem und das Konzept des Berichts als Instrument zur Machtausübung.

3. Anwendung der Theorie auf die aktuelle bildungspolitische Situation: Hier wird der theoretische Rahmen auf die PISA-Studie und die deutschen Qualitätssicherungsmaßnahmen übertragen, um die Kontrollmechanismen innerhalb des Bildungssystems zu analysieren.

4. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass Foucaults Ansätze nützliche Werkzeuge bieten, um Macht- und Kontrollverhältnisse in der Bildung kritisch zu hinterfragen und deren Gefahren zu erkennen.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Machtbegriff, Wissen, Bericht, Bildungspolitik, PISA-Studie, Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung, Kontrolle, Überwachung, Kontrollmechanismen, Bildungssystem, Machtstrukturen, Erziehungswissenschaft, Macht-Wissen-Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Konzepte von Michel Foucault über die wechselseitige Beziehung von Macht und Wissen und wendet diese auf aktuelle bildungspolitische Prozesse in Deutschland an.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Foucaults Machtverständnis, das Instrument des Berichts als Mittel der Machtausübung, die PISA-Studie als standardisiertes Kontrollinstrument sowie die Einführung von Qualitätssicherung an deutschen Schulen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Foucaults machttheoretische Überlegungen genutzt werden können, um die Mechanismen und Risiken aktueller bildungspolitischer Entscheidungen und Kontrollsysteme transparent zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und Literaturarbeit, indem sie Foucaults primäre Schriften (insbesondere „Die Macht und die Norm“ sowie „Überwachen und Strafen“) mit zeitgenössischen bildungswissenschaftlichen Texten zur Reformdebatte verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Explikation von Foucaults Macht- und Berichtskonzept sowie deren anschließende praktische Anwendung auf die PISA-Studie und die nationalen Qualitätstests.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Macht-Wissen-Beziehung, Kontrollinstrumente, Bericht, PISA-Studie, Bildungssteuerung und Transparenz.

Warum spielt der Begriff des „Berichts“ eine so wichtige Rolle in der Analyse?

Der Bericht fungiert laut Foucault als Form der Rückmeldung, die Machtstrukturen legitimiert, indem sie Wissen über das Handeln der untergeordneten Instanzen liefert und so den Machtübertragenden eine fortlaufende Kontrolle ermöglicht.

Welche spezifische Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich PISA?

Die Autorin folgert, dass PISA als Berichtsform den Staat unter Handlungsdruck setzt, da Ergebnisse im internationalen Vergleich als Maßstab für Konkurrenzfähigkeit dienen, was wiederum zu weitreichenden politischen Eingriffen in das Bildungssystem führt.

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Details

Title
Die Beziehung von Macht und Wissen bei Michel Foucault und deren Bezug auf die aktuelle bildungspolitische Diskussion
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Pädagogik - Kritik - Erziehungswissenschaft
Grade
1.0
Author
Annett Gräfe (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V61461
ISBN (eBook)
9783638549165
ISBN (Book)
9783638766678
Language
German
Tags
Beziehung Macht Wissen Michel Foucault Bezug Diskussion Pädagogik Kritik Erziehungswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annett Gräfe (Author), 2006, Die Beziehung von Macht und Wissen bei Michel Foucault und deren Bezug auf die aktuelle bildungspolitische Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61461
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