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Warum ist die Arbeitslosigkeit in Europa so unterschiedlich?

Title: Warum ist die Arbeitslosigkeit in Europa so unterschiedlich?

Seminar Paper , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Matuschke (Author)

Economics - Job market economics
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Europa ist ein Kontinent, der historisch gewachsen ein hohes Maß an sprachlicher und kultureller Vielfalt hervorgebracht hat. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht sind Unterschiede eher die Regel als Ausnahme.


Das Anliegen der vorliegenden Arbeit ist es, die oft als „europäisches Unterbeschäftigungsproblem“ bezeichnete Situation differenziert zu analysieren. Neben einer Beschreibung der unterschiedlichen Verteilung der Arbeitslosigkeit über die einzelnen Staaten des Kontinents, steht vor allem die Suche nach Erklärungsgründen für die verschiedenen Arbeitsmarktsituationen im Vordergrund der Darstellung. Bereits im ersten Teil des Beitrags wird sich zeigen, dass die Arbeitslosigkeit in Europa keineswegs Tradition, sondern erst während der letzten 30 Jahre entstanden ist.


Der allgemeine Anstieg und die zunehmend auseinander laufenden Arbeitslosenzahlen werden auf zweierlei Weise untersucht. Zum einen werden die klassischen makroökonomischen Variablen auf ihre Erklärungskraft überprüft, wobei eine Differenzierung nach Schock- und institutionellen Größen vorgenommen wird. Es wird sich jedoch zeigen, dass bei isolierter Betrachtung keine der potenziellen
Ursachen in der Lage ist, die beobachtete Streuung zu erklären. Vielmehr treten unterschiedliche Interdependenzen zwischen den einzelnen Faktoren auf, die einer ausführlichen Beschreibung bedürfen.


Als zweite Argumentationsgrundlage wird die Neue Ökonomische Geographie herangezogen, welche die Entstehung von Ballungsräumen theoretisch darstellt. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein noch junges Forschungsgebiet handelt, steht eine ausführliche Modellbeschreibung im Vordergrund. Auf dessen Grundlage werden verschiedene Verursachungsgrößen für die Arbeitslosigkeit hergeleitet. Natürlich wird auch diese Theorie einer empirischen Überprüfung unterworfen. Anschließend werden die gewonnenen Resultate zu den vorher gesammelten Erkenntnissen in Bezug gesetzt und hieraus einige wirtschaftspolitische Implikationen abgeleitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen der Arbeitsmarktpolitik

2.1. Ausgangslage

2.2. PS-WS – Modell und NAIRU

3. Diskussion ausgewählter Variablen zur Erklärung von Arbeitslosigkeit

3.1. Makroökonomische Schocks

3.2. Institutionelle Variablen

3.3. Zwischenergebnis

4. Neue Ökonomische Geographie

4.1. Allgemeine Theorie- und Modellbeschreibung

4.2. Erläuterung ausgewählter Modelle der NÖG

4.3. Modellerweiterung durch Arbeitslosigkeit

4.4. Empirische Relevanz und Schlussfolgerungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert differenziert das europäische Unterbeschäftigungsproblem, um die Ursachen für die stark variierenden Arbeitsmarktsituationen in den verschiedenen europäischen Staaten zu identifizieren und wirtschaftspolitische Erklärungsansätze abzuleiten.

  • Analyse klassischer makroökonomischer Schockvariablen und institutioneller Einflussfaktoren.
  • Untersuchung der Rolle der Neuen Ökonomischen Geographie zur Erklärung regionaler Konzentration.
  • Vergleich der Arbeitsmarktentwicklungen in verschiedenen europäischen Ländern.
  • Bewertung von Zusammenhängen zwischen Bildungsniveau, Qualifikationsstrukturen und Arbeitslosigkeit.
  • Diskussion wirtschaftspolitischer Implikationen für die regionale Arbeitsmarktpolitik.

Auszug aus dem Buch

3.2. Institutionelle Variablen

Lohnnebenkosten verringern den Bruttolohn um die entsprechenden Abgabensätze für Steuern und Sozialbeiträge, was die Arbeitskosten erhöht und auf diese Art zu einer Verringerung des Arbeitsangebots vor allem bei Geringverdienern führt. Dieser Effekt wird in vielen Ländern durch die Anwendung von Steuerprogressionen zu Gunsten der genannten Gruppe abgemildert. Allerdings führt dies, besonders wenn die staatlichen Transferleistungen hoch sind, zu einer Verringerung der Anreize zur höheren Qualifizierung. BLANCHARD führt als Gegenargument auf, dass Steuern auch von Arbeitslosen zu entrichten seien und dieser gegenläufige Effekt die steuerliche Benachteiligung der Arbeitnehmer neutralisiert. Die empirischen Ergebnisse zeigen jedoch sowohl bei BLANCHARD, als auch anderen Autoren einen positiven Einfluss der Lohnsteuer auf die Arbeitslosigkeit.

Arbeitslosenunterstützung im beschriebenen PS-WS-Modell gibt es einen klaren negativen Zusammenhang zwischen der Höhe der staatlichen Arbeitslosenunterstützungen und der natürlichen Arbeitslosigkeit (un). Bei sinkenden Wohlfahrtsleistungen wird der Schrecken der Arbeitslosigkeit größer und Arbeitslose sind gezwungen für niedrigere Löhne zu arbeiten wodurch wiederum un sinkt. Das Arbeitslosengeld soll es den Arbeitssuchenden gleichzeitig ermöglichen, eine zu ihrem Humankapital passende Arbeit zu finden, um Fehlallokationen auf dem Arbeitsmarkt möglichst zu vermeiden. Diese treten auf, sobald der Staat ein höheres Arbeitslosengeld zahlt, als der Betreffende tatsächlich erwirtschaften könnte und somit kein Anreiz zur weiteren Arbeitssuche besteht. Dadurch können Stellen mit einer Entlohnung unter oder nahe der Arbeitslosenhilfe nicht mehr besetzt werden, was langfristig die Konsequenz nach sich zieht, dass diese in Zukunft durch Maschinen ersetzt werden oder ins Ausland verlagert werden müssen. Empirisch weisen unterschiedliche Studien einen positiven Zusammenhang zwischen Arbeitslosenunterstützung und Arbeitslosigkeit nach, wenngleich die Stärke des gemessenen Einflusses sehr unterschiedlich beurteilt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das europäische Unterbeschäftigungsproblem ein und skizziert die methodische Vorgehensweise durch makroökonomische Analyse und die Anwendung der Neuen Ökonomischen Geographie.

2. Theoretische Grundlagen der Arbeitsmarktpolitik: Das Kapitel erläutert das neokeynesianische PS-WS-Modell, um die theoretischen Wirkungskräfte und die Entstehung der NAIRU als natürliche Arbeitslosenquote zu begründen.

3. Diskussion ausgewählter Variablen zur Erklärung von Arbeitslosigkeit: Es werden sowohl makroökonomische Schocks als auch institutionelle Faktoren wie Lohnnebenkosten und Arbeitslosenunterstützung auf ihre empirische Erklärungskraft für die Arbeitslosigkeit hin untersucht.

4. Neue Ökonomische Geographie: Dieses Kapitel dehnt die Perspektive auf die Regionalebene aus und nutzt Modelle der NÖG, um Agglomerationsprozesse und deren Auswirkungen auf regionale Disparitäten und Arbeitslosigkeit zu erklären.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die europäische Arbeitslosigkeit sowohl durch strukturelle Rigiditäten als auch durch geografische Konzentrationseffekte geprägt ist, wobei die Lohnflexibilisierung als zentrales politisches Instrument hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Arbeitslosigkeit, Europa, Arbeitsmarktpolitik, PS-WS-Modell, NAIRU, makroökonomische Schocks, institutionelle Variablen, Neue Ökonomische Geographie, Agglomeration, Humankapital, Lohnflexibilisierung, Qualifikationsstruktur, Strukturfonds, Arbeitsmarktrigiditäten, Hysteresis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Ausprägungen der Arbeitslosigkeit in verschiedenen europäischen Staaten und sucht nach ökonomischen Erklärungen für diese Disparitäten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die neokeynesianische Arbeitsmarkttheorie (PS-WS-Modell) sowie die Neue Ökonomische Geographie, um sowohl makroökonomische als auch regionalwirtschaftliche Einflüsse auf den Arbeitsmarkt zu verstehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das sogenannte europäische Unterbeschäftigungsproblem differenziert zu analysieren und herauszufinden, warum bestimmte Reformansätze und Arbeitsmarktbedingungen in verschiedenen Ländern zu unterschiedlich erfolgreichen Ergebnissen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine theoretische Herleitung unter Einbeziehung ökonomischer Modelle (PS-WS, NÖG-Modelle wie DSM, MMZ, CM) kombiniert mit einer Auswertung vorhandener empirischer Studien und statistischer Daten vorgenommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung makroökonomischer und institutioneller Variablen (Kapitel 3) und eine Erweiterung der Betrachtung auf die Neue Ökonomische Geographie, um regionale Ballungseffekte und deren Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit zu beleuchten (Kapitel 4).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik, NAIRU, Institutionen, Neue Ökonomische Geographie, Agglomeration und Humankapital.

Warum spielt das Bildungsniveau laut dieser Arbeit eine so große Rolle?

Die Arbeit zeigt, dass eine steigende Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften besteht und ein leistungsfähiges Bildungssystem entscheidend dazu beitragen kann, Arbeitslosigkeit, insbesondere für Geringqualifizierte, zu reduzieren.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Kündigungsschutzbestimmungen?

Die Arbeit stellt fest, dass theoretische Vorhersagen uneindeutig sind und auch empirische Studien keinen klaren, einheitlichen Zusammenhang zwischen strengerem Kündigungsschutz und der Höhe der Arbeitslosigkeit nachweisen können.

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Details

Title
Warum ist die Arbeitslosigkeit in Europa so unterschiedlich?
College
Technical University of Berlin  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Wirtschafts- und Sozialpolitik)
Course
Volkswirtschaftliches Seminar
Grade
1,0
Author
Markus Matuschke (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V60957
ISBN (eBook)
9783638545167
ISBN (Book)
9783638666657
Language
German
Tags
Warum Arbeitslosigkeit Europa Volkswirtschaftliches Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Matuschke (Author), 2006, Warum ist die Arbeitslosigkeit in Europa so unterschiedlich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60957
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