Bisher standen Erfolge in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb im Vordergrund. Der Einkauf und somit das Beschaffungsmanagement wurden weitgehend vernachlässigt und als notwendiges Übel betrachtet.
Jedoch wurde festgestellt, dass mit einem fundierten Beschaffungsmanagement die Möglichkeit besteht 10 % oder mehr der Einkaufskosten einzusparen. Dies kann dann zu Ertragssteigerungen in Milliardenhöhe führen.
Laut einer Studie sind die Probleme des Beschaffungsmanagements zu 60% interner Natur und „nur“ zu 40% externen Faktoren zuzuordnen. Die interne Organisation konnte sich bisher noch nicht auf die zunehmende Globalisierung der Märkte ausrichten.
Häufig besteht ein internes Problem in der unzureichenden globalen Qualifikation der Beschaffungsmanager. Ein weiteres wichtiges Problem sind die Kosten. Auf Grund der heutigen Situation gibt es häufig den Drang zur Kostenreduzierung oftmals trotz bereits erfolgter Reorganisation mit dem Fokus auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Als einer der bekanntesten Probleme gilt die Organisation bzw. die Integration des Beschaffungsmanagements in den gesamten Wertschöpfungsprozess. Der Einkauf gilt zwar als gleichberechtigte Organisation gegenüber Vertrieb, Marketing usw. wird aber dennoch häufig belächelt. Daraus können Kommunikationsprobleme resultieren, die es gilt zu überwinden.
Wie zu Beginn erwähnt sind 40% der Probleme externer Natur. Meist begründen sich diese Probleme aus dem Kontakt zum Lieferanten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführende Betrachtung
1.1. Problemstellung
1.2. Trends
2. Die Bedeutung der strategischen Beschaffung
3. Das strategische Beschaffungsmanagement
4. Aufgaben des strategischen Beschaffungsmanagements
5. Bedeutung von Zielen innerhalb der strategischen Beschaffung
5.1. Mögliche Zielarten innerhalb der Beschaffung
5.1.1. Strukturziele
5.1.2. Qualitätsziele
5.1.3. Versorgungsziele
5.1.4. Kostenziele
5.2. Strategien und Instrumente der strategischen Beschaffung
5.2.1. wesentliche Strategien der Beschaffung
5.2.2. Die Instrumente des Lieferantenmanagements
5.2.3. 3 Beispiele für Versorgungsstrategien
5.2.4. 3 Beispiele für Beschaffungsstrategien
6. Single & Multiple Sourcing
6.1. Vorteile des Single Sourcing
6.2. Vorteile des Multiple Sourcing
6.3. Definition und Gründe für den Einsatz von Local Sourcig
6.4. Definition und Gründe für den Einsatz von Global Sourcing
7. Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategischen Grundlagen des Beschaffungsmanagements und dessen wachsende Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in einem globalisierten Marktumfeld. Ziel ist es, die Transformation des Einkaufs von einer rein operativen Tätigkeit zu einer strategisch gesteuerten Funktion zu beleuchten und aufzuzeigen, wie durch gezielte Strategien und Instrumente signifikante Kosten- und Erfolgspotenziale erschlossen werden können.
- Strategische Bedeutung des Beschaffungsmanagements für die Unternehmensprofitabilität
- Methoden zur Zielformulierung und Zielerreichung in der Beschaffung
- Analyse moderner Beschaffungsstrategien (z.B. Systembeschaffung, Single & Multiple Sourcing)
- Einsatz von Lieferantenmanagement als Hebel für Wettbewerbsvorteile
- Gegenüberstellung und Nutzenanalyse von Local und Global Sourcing
Auszug aus dem Buch
1.2 Trends
Ein Trend liegt darin die Anzahl der Lieferanten zu reduzieren. Dies soll zum einen weiter Kosten reduzieren zum anderen wird die Vertrauensbasis zwischen Hersteller und Zulieferer immer wichtiger. Denn das Lean Management fordert eine Verringerung der Fertigungstiefe was wiederum dazu führt, dass das Outsourcing verschiedener Aktivitäten unumgänglich wird.
Dies trägt dazu bei, dass die Wertschöpfung von Zulieferern am Gesamtprodukt zunimmt, worauf sich die zunehmende Wichtigkeit einer vertrauensvollen Hersteller-Zuliefererbeziehung begründet. Ein weiterer Trend auf den schon zu Beginn schon eingegangen wurde, spiegelt sich in der Globalisierung der Märkte wieder. Deshalb führen viele Unternehmen das Global Sourcing ein. Global Sourcing bedeutet, dass eine weltweite Ausschreibung eines Auftrages erfolgt. Jedoch gibt es im Zusammenhang mit Global Sourcing einige Risiken und Probleme.
Zum Beispiel:
Einhaltung von Terminen
Währungsschwankungen
Unsicherheiten in Bezug auf Qualität
Koordination der weltweiten Beschaffung
Entfernung der Lieferanten
Unterschiedliche Rechtssysteme
Des Weiteren stellen sich einige Unternehmen auf Systembeschaffung um. In diesem Zusammenhang wird sich wohl ein neues Beschaffungsgefüge entwickeln, in dem die Zulieferer an Systemlieferanten liefern und diese dann an die Unternehmen. Dies führt wie schon beschrieben zu einer Reduktion der Lieferanten seitens der Unternehmen. Hierbei können Probleme auf Grund der Abhängigkeit von wenigen Lieferanten entstehen. Diese können Preis-, Technologie-, Mengen- und Lieferrisiken sein. Außerdem wenden sich einige Unternehmen der Single – Source - Strategie zu in der sie sich auf einen Hauptlieferanten konzentrieren. Dies birgt dieselben Gefahren, die bereits in Bezug auf Systembeschaffung erwähnt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführende Betrachtung: Einführung in die historische Vernachlässigung des Einkaufs und Darlegung der aktuellen Problematik, die vorwiegend internen Ursachen und Kommunikationsdefiziten geschuldet ist.
2. Die Bedeutung der strategischen Beschaffung: Erläuterung der Potenziale zur Kostenoptimierung durch eine strategische Neuausrichtung des Beschaffungssektors und Einbindung des Einkaufs in strategische Unternehmensentscheidungen.
3. Das strategische Beschaffungsmanagement: Definition der strategischen Beschaffung als Schnittmenge zwischen Beschaffungsaktivitäten und allgemeinem strategischem Management unter Berücksichtigung verschiedener Beschaffungsobjekte.
4. Aufgaben des strategischen Beschaffungsmanagements: Analyse der Hauptaufgaben, die primär in der Erschließung von Kosten-, Erlös-, internen und externen Erfolgspotenzialen bestehen.
5. Bedeutung von Zielen innerhalb der strategischen Beschaffung: Darstellung der Wichtigkeit verbindlicher Zielformulierungen sowie deren Gliederung in Struktur-, Qualitäts-, Versorgungs- und Kostenziele.
6. Single & Multiple Sourcing: Vergleich der Vor- und Nachteile sowie Definition der Beweggründe für spezifische Sourcing-Strategien wie Local und Global Sourcing.
7. Fazit & Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Transformation des Einkaufs zum strategischen Kernthema und Prognose zukünftiger Entwicklungen im Hinblick auf globale Vernetzung.
Schlüsselwörter
Beschaffungsmanagement, Strategische Beschaffung, Einkauf, Lieferantenmanagement, Global Sourcing, Local Sourcing, Kostensenkung, Erfolgspotenziale, Wertschöpfungskette, Lean Management, Systembeschaffung, Zielvereinbarung, Lieferantenreduktion, Wettbewerbsvorteile.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung behandelt die Notwendigkeit und Umsetzung eines strategischen Ansatzes im Beschaffungsmanagement, um den Einkauf vom "notwendigen Übel" zum strategischen Wertschöpfungstreiber zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kerngebieten zählen die strategische Zieldefinition, die Optimierung von Lieferantenstrukturen, die Abwägung zwischen verschiedenen Sourcing-Strategien sowie die Hebelung von Kostensenkungspotenzialen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Hauptziel ist die Aufzeichnung der strategischen Grundlagen, durch die Unternehmen nachhaltige Einsparungen von 10-15 % oder mehr erzielen und ihre Marktposition stärken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und die Auswertung betriebswirtschaftlicher Konzepte und Studien zum industriellen Beschaffungsmanagement.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedeutung strategischer Ziele, die Klassifizierung von Erfolgspotenzialen (Kosten, Erlöse, interne/externe Faktoren) sowie die detaillierte Darstellung von Instrumenten und Sourcing-Methoden.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch die Begriffe Beschaffungsmanagement, Global Sourcing, Lieferantenmanagement, Erfolgspotenziale und Kosteneffizienz prägnant beschreiben.
Welche Rolle spielt die "Single-Source-Strategie" im Kontext der Risiken?
Die Autorin hebt hervor, dass die Konzentration auf einen Hauptlieferanten zwar Effizienzvorteile bietet, jedoch erhebliche Preis-, Mengen- und Technologierisiken durch eine einseitige Abhängigkeit birgt.
Warum wird die globale Beschaffung trotz Risiken zunehmend relevant?
Global Sourcing ermöglicht die Nutzung weltweiter Beschaffungspotenziale und Kostenvorteile durch niedrigere Löhne, zwingt aber gleichzeitig regionale Lieferanten zu einer höheren Leistungsbereitschaft durch internationalen Wettbewerbsdruck.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Betriebswirtin (FH) Claudia Körber (Autor:in), 2005, Strategische Grundlagen des Beschaffungsmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60348