Seit 1998 unterliegt der Telekommunikationsmarkt einem stetigen Wandel. Ausgelöst wurde dies durch den Auftrag der Bundesnetzagentur (BnetzA) den ehemals monopolistischen Markt der Deutschen Telekom zu regulieren und zu liberalisieren. Dies ist auch schon in einigen Teilen gelungen, jedoch sind noch einige Schritte notwenig um den Telekommunikationsmarkt weiter zu öffnen und die Diversifizierung der Angebote voranzutreiben. Auf der einen Seite hat die Liberalisierung zu deutlichen Kostensenkungen bei den Telekommunikationsleistungen geführt auf der andern Seite zu einer Fülle von neuen aber auch schwer zu vergleichenden Angeboten. Vor allem die Call-by-Call, Preselection und Mobilfunkanbieter konnten der Deutschen Telekom (DTAG) Marktanteile in spürbaren Größenordnungen abgewinnen. Auch die Wettbewerbsituation bei den Breitband Angeboten ist sehr positiv zu sehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Status Quo des Telekommunikationsmarktes
2.1. 1. Telekommunikationsanbieter
2.1. 2. Netzbetreiber bzw. Festnetzanbieter
2.1. 3. Call-by-Call Anbieter
2.1. 4. Voice-over-IP (VOIP) Anbieter
2.1. 5. Mobilfunknetzbetreiber bzw. Mobilfunkanbieter
2.1. 6. Bundesnetzagentur BnetzA
2.2. Wettbewerb, Marktstrategien- und Entwicklung
2.2.1 Tarifpolitik
2.2.2 Marktsegmentierung, Marktentwicklung und Kundenbindung
2.2.3 Technologischer Wandel
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Dynamik des deutschen Telekommunikationsmarktes seit der Liberalisierung im Jahr 1998, analysiert den Wettbewerbsstatus sowie die Auswirkungen technologischer Innovationen auf die Marktstruktur und das Kundenverhalten.
- Marktstruktur und Akteure im Telekommunikationssektor
- Die Rolle der Bundesnetzagentur bei der Liberalisierung
- Wettbewerbsstrategien: Produktbündelung und Tarifpolitik
- Herausforderungen durch neue Technologien (VOIP, Breitband, UMTS)
- Bedeutung der Teilnehmeranschlussleitung für die Marktentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.1.4. Voice-over-IP (VOIP) Anbieter
Auf dem Telekommunikationsmarkt bieten mittlerweile eine Vielzahl von Anbietern VOIP an. Dabei handelt es sich primär um Internet Service Provider wie T-Online, AOL und regionale Anbieter wie Hansenet und NetCologne, die ihr Internet Zugangsangebot um VOIP erweitert haben.
Die VOIP Anbieter profitieren von dem Vorhandensein und stetigem Ausbau verschiedener Breitbandnetze (DSL, TV-Kabelnetz, Satellit). Dabei wird das Telefonat meist in einzelne digitale Sprachpakete aufgeteilt und über das Breitbandnetz zum Empfänger geleitet. Für die VOIP Technologie reicht es aus, einen einzigen Vermittlungsknoten zu implementieren. Für die VOIP Kunden ist entweder ein VOIP Adapter oder ein VOIP Telefon notwenig. Dieses wird dem Kunden teilweise kostenlos vom Anbieter überlassen. Insgesamt sind die Investitionen für den Anbieter durch das vorhandene Breitbandnetz, im Vergleich zum mobilen-, analogen- und ISDN-Netzwerk, sehr gering.
Ein Problem der VOIP Technologie ist, dass es zu Zeitverzögerungen bei der Datenübertragung kommen kann und das Telefonat verzerrt beim Empfänger ankommt. Dazu kann es auch zu kurzzeitigen Ausfällen des Breitbandanschlusses kommen, was bei wichtigen Telefonaten sehr störend sein kann.
Ein zusätzliches Hemmnis bei der Marktentwicklung von VOIP ist der noch nicht regulierte Telefonanschluss mit Breitbandzugang. Dieser kann noch nicht getrennt vermarktet werden. Der Kunde muss als Voraussetzung für VOIP einen analogen- bzw. ISDN- Anschluss haben und entsprechend die Kosten dafür tragen, obwohl dies für VOIP nicht notwendig wäre.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den liberalisierten Telekommunikationsmarkt und die Rolle der Bundesnetzagentur bei der Marktöffnung.
2 Status Quo des Telekommunikationsmarktes: Gibt einen Überblick über die verschiedenen Anbietergruppen und die aktuelle Marktsituation.
2.1. 1. Telekommunikationsanbieter: Klassifiziert die Akteure im Telekommunikationsbereich in drei Hauptgruppen.
2.1. 2. Netzbetreiber bzw. Festnetzanbieter: Erläutert die Marktrolle der Deutschen Telekom sowie regionaler Anbieter und die Problematik der Teilnehmeranschlussleitung.
2.1. 3. Call-by-Call Anbieter: Beschreibt die Möglichkeiten und Vorteile dieser Anbieter seit Aufhebung des Fernsprechmonopols.
2.1. 4. Voice-over-IP (VOIP) Anbieter: Analysiert die technologischen Vorteile und aktuellen Markthemmnisse für VOIP-Dienste.
2.1. 5. Mobilfunknetzbetreiber bzw. Mobilfunkanbieter: Untersucht die Entwicklungen auf dem Mobilfunkmarkt in Richtung hoher Bandbreiten und Produktbündelung.
2.1. 6. Bundesnetzagentur BnetzA: Beschreibt die regulatorischen Aufgaben zur Sicherstellung eines chancengleichen Wettbewerbs.
2.2. Wettbewerb, Marktstrategien- und Entwicklung: Analysiert die Dominanz der DTAG und die Marktdynamik.
2.2.1 Tarifpolitik: Untersucht den Einfluss von Interconnection-Gebühren und Pauschaltarifen auf den Preiskampf.
2.2.2 Marktsegmentierung, Marktentwicklung und Kundenbindung: Diskutiert Instrumente wie Produktbündelung zur Bindung von Kunden an Anbieter.
2.2.3 Technologischer Wandel: Beleuchtet die Dynamik neuer Technologien und die Bedeutung der kritischen Masse für den Markterfolg.
3 Fazit: Zusammenfassung der Marktsituation mit Fokus auf die Notwendigkeit der Entkopplung des Breitband-Anschlusses von analogen Leitungen.
Schlüsselwörter
Telekommunikationsmarkt, Bundesnetzagentur, Liberalisierung, Deutsche Telekom, Wettbewerb, Teilnehmeranschlussleitung, VOIP, Mobilfunk, Tarifpolitik, Produktbündelung, Festnetz, Breitbandtechnologie, Interconnection-Entgelte, Kundenbindung, Netzeffekte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit thematisiert die Marktstrukturen und den Preiswettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt seit der Liberalisierung 1998.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen Festnetztelephonie, Mobilfunk und Breitbandtechnologien wie VOIP sowie die regulatorische Rolle der Bundesnetzagentur.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, den Status Quo des Telekommunikationsmarktes darzustellen und zu bewerten, inwieweit die Liberalisierung zu einem echten Wettbewerb geführt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Internetquellenanalyse, da aufgrund der hohen Marktdynamik aktuelle Online-Daten für eine präzise Darstellung unerlässlich sind.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Anbietergruppen, Tarifstrategien, Marktentwicklungen sowie die technologischen Herausforderungen für neue Marktteilnehmer.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Liberalisierung, Wettbewerb, Teilnehmeranschlussleitung, VOIP, Breitband, Marktdynamik und Preiswettbewerb.
Warum ist die Teilnehmeranschlussleitung ein solches Haupthemmnis?
Sie gilt als Flaschenhals, da sie sich größtenteils im Eigentum der Deutschen Telekom befindet und Wettbewerber zu Mietzahlungen zwingt, was den vollständigen Marktzugang erschwert.
Welche Rolle spielt die Produktbündelung für die Unternehmen?
Produktbündelungen dienen dazu, den Gewinn zu steigern, Kosten in Abrechnungssystemen zu senken und Kunden durch langfristige Bindungen stärker an das Unternehmen zu binden.
Wie verändert der technologische Wandel das Nutzerverhalten?
Der technologische Wandel führt zu einem Trend hin zu mobilen Lösungen und Breitbandanwendungen, wodurch klassische Festnetz-Telefonie an Marktanteilen verliert.
- Quote paper
- Carsten Scholz (Author), 2006, Preiswettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59907