Durch ständig neue Managementkonzepte wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten sowohl Aufbau als auch Ablauf der Unternehmen immer wieder nachhaltigen Veränderungen unterzogen. Just-in-Time, Lean Production, Kaizen, Business Process Reengineering oder Total Quality Management sind nur einige der Konzepte, welche in den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft zu großen Veränderungen führten. Personalabbau und Umstrukturierungen standen und stehen dabei oft an oberster Stelle der Maßnahmen, um solche Konzepte einzuführen. In der Zwischenzeit hat sich jedoch ein neuer, zunehmend wichtigerer Aspekt als Wettbewerbsfaktor herausgebildet: das Schaffen, Verteilen und Bereitstellen von Wissen in Organisationen. Dabei ist Wissen nicht einfach eine weitere Ressource der Organisationen, sondern hat sich durch die Wandlung von der Industrie- zur Informations- bzw. Wissensgesellschaft zu einem der wichtigsten Produktionsfaktoren entwickelt. Die traditionellen Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital verlieren zunehmend an Bedeutung, zugunsten des Faktors Wissen. Damit verbunden ist einerseits eine Veränderung der bekannten Berufsbilder; fanden Mitte des 20. Jahrhunderts noch ca. 40 % der Wertschöpfung in der industriellen Produktion statt, so liegt dieser Anteil heute bei nur noch 20 %. Zunehmend gewinnen Dienstleistungen an Bedeutung und befassen sich die Tätigkeiten im weitesten Sinne mit Informationen. Andererseits müssen auch die Managementpraktiken auf die veränderten Bedingungen reagieren und die Informationstechnik die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.1.1 Zunehmende Bedeutung von Wissen und Wissensmanagement
1.1.2 Management und Wissensmanagement an Universitäten
1.1.3 Prozess- und Wissensmanagement an einem Institut der TU Berlin
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Grundlagen und Begriffe
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Information und Wissen
2.1.2 Wissensmanagement
2.1.3 Prozessorientierung
2.2 Verschiedene Ansätze des Wissensmanagements
2.2.1 Wissensmanagement und Prozessorientierung
2.2.2 Wissensmanagement und Intellektuelles Kapital
2.2.3 Wissensmanagement und Informationstechnik
2.3 Nutzen des Wissensmanagements
2.4 Technologien und Werkzeuge des Wissensmanagements
2.4.1 Business Intelligence
2.4.2 Data Warehouse
2.4.3 Data Mining
2.4.4 Content Management
2.4.5 Dokumentenmanagement
2.4.6 Workflow Management
2.4.7 E-Learning
2.4.8 Web-Portale
3. Problemanalyse
3.1 Situationsanalyse
3.1.1 Anforderungen an Universitäten
3.1.2 Charakteristika einer Universität
3.1.3 Wissensmanagement an Universitäten
3.1.4 Fallstudie Projektgruppe Praktische Mathematik
3.2 Anforderungen an die Arbeit und ihre Umsetzung
4. Entwicklung eines prozessorientierten Wissensmanagementsystems
4.1 Organisation
4.1.1 Organisationsstruktur
4.1.2 Organisationskultur
4.1.3 Strategische Ausrichtung
4.1.4 Führung
4.2 Prozesse
4.2.1 Strategische Planung
4.2.2 Wissensplanung
4.2.3 Wissensentwicklung
4.2.4 Wissenstransfer
4.2.5 Wissensnutzung
4.2.6 Bewertung und Überprüfung
4.3 Personen
4.3.1 Qualifizierung
4.3.2 Motivation
4.3.3 Beteiligung und Bemächtigung
4.4 Technologie
4.4.1 Konzept für den Aufbau eines Wissensportals
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein allgemeines Modell für die Gestaltung eines prozessorientierten Wissensmanagementsystems an Universitätsinstituten zu entwickeln. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie durch die systematisierte Verknüpfung von Prozessmanagement und Wissensmanagement der Umgang mit Wissen in Forschung und Lehre effizienter und effektiver gestaltet werden kann.
- Methodische Gestaltung von prozessorientiertem Wissensmanagement
- Integration von Organisation, Prozessen, Personen und Technologie
- Fallstudienbasierte Analyse am Beispiel der Projektgruppe Praktische Mathematik
- Technologische Unterstützung durch web-basierte Wissensportale
- Strategische Planung und Qualitätssicherung in universitären Wissensprozessen
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Zunehmende Bedeutung von Wissen und Wissensmanagement
Durch ständig neue Managementkonzepte wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten sowohl Aufbau als auch Ablauf der Unternehmen immer wieder nachhaltigen Veränderungen unterzogen. Just-in-Time, Lean Production, Kaizen, Business Process Reengineering oder Total Quality Management sind nur einige der Konzepte, welche in den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft zu großen Veränderungen führten. Personalabbau und Umstrukturierungen standen und stehen dabei oft an oberster Stelle der Maßnahmen, um solche Konzepte einzuführen. In der Zwischenzeit hat sich jedoch ein neuer, zunehmend wichtigerer Aspekt als Wettbewerbsfaktor herausgebildet: das Schaffen, Verteilen und Bereitstellen von Wissen in Organisationen.
Dabei ist Wissen nicht einfach eine weitere Ressource der Organisationen, sondern hat sich durch die Wandlung von der Industrie- zur Informations- bzw. Wissensgesellschaft zu einem der wichtigsten Produktionsfaktoren entwickelt. Die traditionellen Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital verlieren zunehmend an Bedeutung, zugunsten des Faktors Wissen.
Damit verbunden ist einerseits eine Veränderung der bekannten Berufsbilder; fanden Mitte des 20. Jahrhunderts noch ca. 40 % der Wertschöpfung in der industriellen Produktion statt, so liegt dieser Anteil heute bei nur noch 20 %. Zunehmend gewinnen Dienstleistungen an Bedeutung und befassen sich die Tätigkeiten im weitesten Sinne mit Informationen. Andererseits müssen auch die Managementpraktiken auf die veränderten Bedingungen reagieren und die Informationstechnik die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Relevanz von Wissen als strategischer Faktor ein und definiert die Zielsetzung, ein prozessorientiertes Wissensmanagementsystem für Universitätsinstitute zu entwerfen.
2. Grundlagen und Begriffe: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe wie Wissen, Information und Wissensmanagement und stellt verschiedene theoretische Modelle und informationstechnische Instrumente vor.
3. Problemanalyse: Hier wird die aktuelle Situation an Universitäten untersucht, spezifische Herausforderungen aufgezeigt und durch eine Fallstudie der Projektgruppe Praktische Mathematik veranschaulicht.
4. Entwicklung eines prozessorientierten Wissensmanagementsystems: Das Kernkapitel entwickelt ein integriertes Modell, das die Dimensionen Organisation, Prozesse, Personen und Technologie für Wissensmanagement an Universitäten operationalisiert.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert Aspekte einer möglichen praktischen Implementierung des Modells.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Prozessmanagement, Universitätsinstitut, Prozessorientierung, Wissensprozesse, Wissensportal, Wissensspirale, Wissensmodell, Hochschulmanagement, Informationstechnik, Dokumentenmanagement, Wissensmarkt, Organisationskultur, Wissenstransfer, Qualifizierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit befasst sich mit der Entwicklung eines prozessorientierten Wissensmanagementsystems, das speziell auf die Bedürfnisse eines Universitätsinstituts zugeschnitten ist.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Bereiche Organisation, Prozesse, Personal und Technologie als Erfolgsdimensionen für ein modernes Wissensmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines allgemeinen Modells, das Universitätsinstituten hilft, den Umgang mit Wissen systematisch zu planen, zu entwickeln, zu verteilen und zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine Fallstudie der "Projektgruppe Praktische Mathematik" zur praktischen Veranschaulichung und Anwendungsentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Problemanalyse der universitären Situation und die detaillierte Ausarbeitung eines prozessorientierten Wissensmanagementsystems mit entsprechenden Modellen und technischen Konzepten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den prägenden Begriffen gehören Wissensmanagement, Prozessmanagement, Universitätsinstitut, Wissensprozesse und Wissensportal.
Was unterscheidet das hier vorgeschlagene Modell von anderen Ansätzen?
Das Modell integriert konsequent prozessorientierte Methoden des Wissensmanagements in die spezifische Struktur eines Universitätsinstituts, anstatt nur rein technologische Lösungen anzubieten.
Wie spielt die Informationstechnik in diesem Konzept eine Rolle?
Die Informationstechnik dient nicht als alleiniger Treiber, sondern als notwendige Infrastruktur und "Befähiger", um die menschlichen Prozesse der Wissensteilung und -nutzung effizient zu unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Ing. Benjamin Ditzel (Autor:in), 2005, Entwicklung eines prozessorientierten Wissensmanagementsystems für ein Universitätsinstitut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59608