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Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in NRW

Title: Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in NRW

Diploma Thesis , 2005 , 154 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH) Agnes Dewitz (Author)

Business economics - Law
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Im Rahmen meiner Diplomarbeit war es mir sehr wichtig, ein Thema zu bearbeiten, das aktuell und herausfordernd ist. Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in NRW hat in meinen Augen diese Voraussetzungen erfüllt. Mit dem ERA wurde die längst überholte Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten aufgegeben. Die daraus resultierende ganzheitliche Reform auf tarifvertraglicher Ebene und die entsprechende betriebliche Umsetzung weckten mein Interesse. Die betriebliche Einführungsphase des ERA hat am 01. März 2005 begonnen und endet am 28. Februar 2009. Die Aktualität ist demnach gegeben. Die Herausforderung lag für mich darin, eine sehr komplexe Thematik eigenständig zu bearbeiten und vor allem auch verständlich für die Leser dieser Diplomarbeit darzustellen.

Eine ausführliche Darstellung aller Regelungen des ERA und der damit verbundenen Tarifverträge ist in Anbetracht des Umfangs im Rahmen einer Diplomarbeit nicht möglich. Das Ziel dieser Diplomarbeit besteht darin, das komplexe und umfassende Thema „ERA“ auf die wesentlichen Inhalte zu reduzieren, um einen nachvollziehbaren und verständlichen Überblick geben zu können. Demzufolge habe ich die Schwerpunkte auf die historische Entwicklung der Entgeltrahmentarifverträge, die wesentlichen Regelungen des ERA in NRW, dessen Einführung und Finanzierung gesetzt. Einfach ausgedrückt: der Leser soll am Ende wissen, „was das ERA ist, wie es eingeführt und finanziert wird“.

Der erste Teil der Diplomarbeit thematisiert die historische Entwicklung der Unterscheidung in Arbeiter und Angestellte. Hierbei gehe ich insbesondere auf die Entwicklung im Arbeits- und Sozialrecht und im Tarifsystem ein. Darauf aufbauend folgt im zweiten Teil eine Kurzdarstellung der Entgeltrahmenpolitik der IG Metall, um den Prozess bis zum eigentlichen Abschluss des ERA veranschaulichen zu können. Im dritten Teil der Diplomarbeit behandele ich die zwölf Paragraphen des ERA. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass hierbei lediglich ein Überblick über die Paragraphen gegeben wird. Außerdem werden die betriebliche ERA-Einführung und der ERA-Anpassungsfonds in diesem Teil thematisiert. Mir war wichtig, dass nicht nur das ERA „selbst“, sondern ebenfalls die Einführung auf betrieblicher Ebene und die Finanzierung des ERA dargestellt werden. Aus diesem Grund habe ich im vierten Teil eine Kostenprognose für einen fiktiven Modellbetrieb angestellt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten

1 Historische Entwicklung der Statusdifferenzierung im Arbeits- und Sozialrecht

1.1 Allgemeines Deutsches Handelsgesetzbuch (ADHGB) und Gewerbeordnung

1.2 Bismarcksche Sozialversicherungsgesetze

1.3 Reichsversicherungsordnung (RVO)

1.4 Angestelltenversicherungsgesetz (AVG)

1.5 „Fünf-Stufen-Lehre“

1.6 Sozialrechtliche Reformbedürftigkeit

1.7 Arbeitsrechtliche Angleichungsschritte

2 Historische Entwicklung der Statusdifferenzierung im Tarifsystem

2.1 Historie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG)

2.2 Lohn- und Gehaltstarifverträge

2.3 Gemeinsame Entgelttarifverträge

II. Die Entgeltrahmenpolitik der IG Metall

1 Vorgeschichte

2 Differenzen zwischen den Tarifparteien

3 Tarifkompromiss

4 Die wesentlichen Neuregelungen in den Entgeltrahmentarifverträgen

III. Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) in NRW

1 Kurzdarstellung der Tarifverträge

2 Die ERA-Paragraphen im Überblick

2.1 § 1 ERA – Geltungsbereich

2.2 § 2 ERA – Allgemeine Bestimmungen zur Eingruppierung

2.3 § 3 ERA – Punktbewertungsverfahren

2.4 § 4 ERA – Reklamation der Eingruppierung

2.5 § 5 ERA – Entgeltgrundsätze und Entgeltmethoden

2.6 § 6 ERA – Allgemeine Bestimmungen zum Leistungsentgelt

2.7 § 7 ERA – Akkord

2.8 § 8 ERA – Prämie

2.9 § 9 ERA – Zielvereinbarung

2.10 § 10 ERA – Zeitentgelt und Leistungszulage

2.11 § 11 ERA – Erschwernisse

2.12 § 12 ERA – In-Kraft-Treten und Kündigung

3 Die ERA-Einführung

3.1 Voraussetzungen

3.2 „Unterschreiter“ und „Überschreiter“

3.3 Kostenneutralität

3.4 Besonderes Eingruppierungs- und Reklamationsverfahren

4 ERA-Anpassungsfonds

4.1 Aufbau des ERA-Anpassungsfonds

4.2 Rückstellung in der Handels- und Steuerbilanz

4.3 Auszahlung der ERA-Strukturkomponenten ab März 2006

4.4 Auflösung des ERA-Anpassungsfonds

IV. Kostenprognose für einen Modellbetrieb

1 Eingruppierung und individuelle Entgeltentwicklung

2 Betriebliche Kosten

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit hat das Ziel, das komplexe Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in NRW verständlich aufzuarbeiten, um einen Überblick über dessen Inhalte, Einführung und Finanzierung zu geben. Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der tariflichen Statusdifferenzierung, die spezifischen Regelungen des ERA sowie die betrieblichen Auswirkungen auf Basis einer Kostenprognose.

  • Historische Entwicklung der Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten
  • Die Entgeltrahmenpolitik der IG Metall und der Weg zum ERA
  • Detaillierte Analyse der ERA-Paragraphen und Entgeltmethoden
  • Prozess der betrieblichen ERA-Einführung und Handhabung von Unterschreitern/Überschreitern
  • Finanzierung des ERA über den ERA-Anpassungsfonds
  • Kostenprognose für einen fiktiven Modellbetrieb

Auszug aus dem Buch

DAS ANFORDERUNGSMERKMAL „KÖNNEN“

„Mit dem Anforderungsmerkmal „Können“ wird die Gesamtheit der erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten beschrieben, über die ein Beschäftigter verfügen muss, um die übertragene Arbeitsaufgabe ausführen zu können.“38 Die Bewertung des Könnens erfolgt nach den Submerkmalen erforderliche „Arbeitskenntnisse“, erforderliche „Fachkenntnisse“ sowie erforderliche „Berufserfahrungen“.

Die für die Ausführung der übertragenen Arbeitsaufgabe erforderlichen Arbeitskenntnisse werden grundsätzlich durch Anlernen erworben. Hierzu gehören das Einarbeiten und Einüben. Neben dem unmittelbaren Erwerb von Arbeitskenntnissen ist unter Anlernen ebenfalls die Aneignung arbeitsplatzbezogener Fertigkeiten und Arbeitserfahrungen gemeint. Unter Einarbeiten ist das Vertrautmachen mit der Arbeitsaufgabe und den Arbeitsbedingungen bis zum Erreichen der tariflichen Bezugsleistung zu verstehen.39 „Die tarifliche Bezugsleistung ist die Leistung, die von einem für die auszuführende Arbeit genügend geeigneten, eingearbeiteten und eingeübten Beschäftigten ohne gesteigerte Anstrengung bei menschengerechter Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsablauf und Arbeitsumgebung auf Dauer erreicht und erwartet werden kann.“40 Die erforderlichen Fachkenntnisse werden in der Regel durch Ausbildung erworben. Darunter ist entweder eine Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder ein (Fach-)Hochschulstudium zu verstehen. Aufgabenspezifische Fort- und Weiterbildungen fallen ebenfalls unter diesen Begriff.

Das Submerkmal „Berufserfahrung“ steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den durch Ausbildung erworbenen Fachkenntnissen. Die erforderliche praktische Tätigkeit ist zusätzliche Voraussetzung für die Ausführung der übertragenen Arbeitsaufgabe. Der Umfang der Berufserfahrungen wird durch die Erfahrungszeit, die normalerweise benötigt wird, um die Arbeitsaufgabe ausführen zu können, bestimmt. In der folgenden Abbildung sind die Bewertungsstufen für das Anforderungsmerkmal „Können“ mit den jeweiligen Submerkmalen dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten: Erläutert die historische Entstehung der Statusdifferenzierung im Arbeits- und Sozialrecht sowie im Tarifsystem, die durch das ERA beendet werden soll.

II. Die Entgeltrahmenpolitik der IG Metall: Beschreibt den tarifpolitischen Weg zum ERA, die Differenzen zwischen den Parteien und den ausgehandelten Tarifkompromiss.

III. Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) in NRW: Analysiert die zwölf Paragraphen des ERA sowie die betrieblichen Einführungsbestimmungen und den Aufbau des ERA-Anpassungsfonds.

IV. Kostenprognose für einen Modellbetrieb: Veranschaulicht anhand eines fiktiven Betriebes die praktische Anwendung der ERA-Regelungen, insbesondere der Eingruppierung und Kostenberechnung.

V. Fazit: Bietet eine kritische Würdigung des ERA, insbesondere hinsichtlich der Mitbestimmungsrechte und der finanziellen Auswirkungen auf die Arbeitnehmer.

Schlüsselwörter

ERA, Entgeltrahmenabkommen, Metall- und Elektroindustrie, NRW, IG Metall, Tarifvertrag, Arbeitsbewertung, Punktbewertungsverfahren, Eingruppierung, Kostenneutralität, ERA-Anpassungsfonds, Leistungszulage, Akkord, Prämienentgelt, Zielvereinbarung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen, das eine einheitliche tarifliche Entgeltstruktur für Arbeiter und Angestellte schafft.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themen umfassen die historische Entwicklung des einheitlichen Arbeitnehmerstatus, die Konzeption des Punktbewertungsverfahrens zur Eingruppierung, die verschiedenen Entgeltmethoden sowie die Finanzierungsmechanismen durch den ERA-Anpassungsfonds.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das komplexe Thema ERA auf seine wesentlichen Bestandteile zu reduzieren und dem Leser einen nachvollziehbaren Überblick über die Reform auf tariflicher und betrieblicher Ebene zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Tarifverträge sowie eine beispielhafte Kostenprognose für einen Modellbetrieb, um die Anwendung der Bestimmungen in der Praxis zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Vorstellung der IG Metall-Entgeltrahmenpolitik, eine detaillierte Übersicht der zwölf ERA-Paragraphen, die betriebliche Einführung und eine konkrete Kostenberechnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind ERA, Eingruppierung, Kostenneutralität, Punktbewertungsverfahren, ERA-Anpassungsfonds und Leistungsentgelt.

Wie werden Unterschreiter und Überschreiter innerhalb des ERA gehandhabt?

Unterschreiter werden stufenweise an das neue ERA-Entgelt herangeführt, während für Überschreiter eine Besitzstandswahrung in Form von Ausgleichsbeträgen oder Zulagen vereinbart wurde.

Welche Bedeutung hat der ERA-Anpassungsfonds für die Unternehmen?

Der Fonds dient der Sicherstellung der betrieblichen Kostenneutralität, indem er Mittel aus nicht tabellenwirksamen Tariferhöhungen sammelt, um etwaige Mehrkosten bei der Einführung des ERA zu kompensieren.

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Details

Title
Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in NRW
College
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Grade
1,7
Author
Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH) Agnes Dewitz (Author)
Publication Year
2005
Pages
154
Catalog Number
V59496
ISBN (eBook)
9783638534154
ISBN (Book)
9783656450979
Language
German
Tags
Entgeltrahmenabkommen Metall- Elektroindustrie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH) Agnes Dewitz (Author), 2005, Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in NRW, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59496
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