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Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen

Title: Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen

Examination Thesis , 2005 , 98 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Franziska Schmähl (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Das Wichtigste und zugleich Schwierigste was Eltern bzw. Erziehende ihren heranwachsenden Kindern mitgeben möchten, ist dass sie wissen, wer und was sie sind. Dass sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind, dass sie ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten realistisch einschätzen können und dass sie auch aus einem Vergleich mit anderen Kindern stolz herausgehen können, weil sie Akzeptanz und das Gefühl etwas wert zu sein, auch ohne besondere Leistungen in den „abrechenbaren“ Bereichen erfahren. Aus welchem Grund es so wichtig ist, über ein stabiles und positiv ausgeprägtes Selbstbild zu verfügen, wird in dieser Arbeit erläutert. Es wird aufgezeigt, dass sich das Selbstkonzept eines Menschen nicht nur auf seine Selbst- und Fremdwahrnehmung auswirkt, sondern auch auf seine Handlungen und Verhaltensweisen und auf die Erwartungen, die er an sich selbst hat. Wenn nun das Selbstkonzept eines Menschen Einfluss auf sein Verhalten hat, stellt sich die Frage, wie sehen demnach die Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen aus? Eine kleine Befragung von vier Kindern bzw. Jugendlichen mit Verhaltensstörungen soll darüber Aufschluss geben, ebenso über die Vermutung, kann von abweichendem Verhalten auch auf eine gestörte Sicht auf sich selbst geschlossen werden. Ob das bestehende Selbstkonzept ursächlich für die Ausprägung von Verhaltensstörungen verantwortlich gemacht werden kann oder die Gründe für das abweichende Verhalten an anderer Stelle liegen, und erst die Reaktionen der Umwelt eine ungünstige Wirkung auf das aktuelle Selbstbild haben, soll ebenso untersucht werden, wie die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen. Denn die abschließende Frage lautet: müsste ein Kind zuerst seine Verhaltensweisen modifizieren, um längerfristige Veränderungen im sozialen und emotionalen Verhaltensbereich zu erreichen oder sein zugrunde liegendes Selbstkonzept?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN

2.1. Verhaltensstörungen

2.1.1. Eine Begriffsklärung – Verhaltensstörungen

2.1.2. Erklärungsansätze für die Entwicklung von Verhaltensstörungen

2.2. Das Selbstkonzept

2.2.1. Der Begriff des Selbstkonzeptes

2.2.2. Die Entstehung von Selbstkonzepten bei Kindern und Jugendlichen

2.2.3. Bedingungsfaktoren für die Ausprägung des Selbstkonzeptes

2.3. Auswirkungen des Selbstkonzeptes auf das Verhalten eines Menschen

2.4. Der Zusammenhang zwischen dem Selbstkonzept eines Kindes bzw. Jugendlichen und der Entwicklung von Verhaltensstörungen

3. PRAKTISCHER TEIL

3.1. Fragestellung: Wie gestalten sich die Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen?

3.2. Untersuchungsvorgehen

3.2.1. Das Verfahren

3.2.2. Voraussetzungen für dieses Interview

3.2.3. Rahmenbedingungen

3.3. Kurzbeschreibung der Schüler für das Interview

3.4. Besonderheiten bei der Durchführung

3.5. Darstellung der Ergebnisse

3.5.1. Interview mit Marco

3.5.2. Interview mit Samuel

3.5.3. Interview mit Paul

3.5.4. Interview mit Erik

3.6. Qualitative Inhaltsanalyse

3.6.1. Leitfadenaspekte

3.6.2. Weitere Aspekte

4. INTERPRETATION DER ERGEBNISSE UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER THEORETISCHEN GRUNDLAGEN

5. KONSEQUENZEN, EMPFEHLUNGEN, VERÄNDERUNGSVORSCHLÄGE

5.1. Modifikation subjektiver Theorien

5.3. Training von Verfahren zur Selbsteinschätzung

5.2. Bewusstmachung persönlicher Ressourcen

6. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen dem individuellen Selbstkonzept und der Entwicklung von Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Ausgestaltung der Selbstkonzepte dieser Zielgruppe und der Frage, inwiefern ein gestörtes Selbstbild ursächlich für abweichendes Verhalten ist oder durch soziale Stigmatisierungsprozesse innerhalb von Erziehungshilfesystemen verstärkt wird.

  • Grundlagen und Definitionen von Verhaltensstörungen
  • Struktur und Entwicklung des Selbstkonzeptes
  • Einflussfaktoren und Auswirkungen des Selbstbildes auf das Sozialverhalten
  • Qualitative Analyse von Interviews mit verhaltensauffälligen Schülern
  • Interventionsansätze zur Modifikation subjektiver Theorien und zur Stärkung persönlicher Ressourcen

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Eine Begriffsklärung – Verhaltensstörungen

Neben dem in der Literatur am häufigsten verwendeten Begriff Verhaltensstörungen, existieren eine Vielzahl anderer Termini, die ebenso gebräuchlich sind bzw. waren, denn der Begriff unterliegt, ebenso wie andere soziale Phänomene, historisch-kulturellen Veränderungen (vgl. Vernooij 2000, 33). Ältere Begriffe wie psychopathisch, dissoziales Verhalten, gemeinschaftsschädigend, verhaltensbehindert und schwererziehbar sind im Laufe der Zeit durch neuere ersetzt worden wie zum Beispiel Verhaltensschwierigkeit, erziehungsschwierig, Devianz, abweichendes Verhalten, emotional gestört oder verhaltensauffällig (vgl. Bach 1993, 9 und Hillenbrand 1999, 26). Der ausschließlich für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende angewandte Begriff Verhaltensstörung, taucht erstmals 1950 als Fachterminus bei einem großen Kongress für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Paris auf und ist seitdem dominierend (vgl. Hillenbrand 1999, 29). Das Gemeinsame all dieser bislang gebräuchlichen Begriffe und ihrer Definitionen ist eine Abweichung von den so genannten normalen Verhaltensweisen (vgl. Mutzeck 2000, 18) und die Einigkeit in der Forderung, die Termini nicht als Wertung einer Person und seiner Persönlichkeit zu verstehen, sondern lediglich als eine zusammenfassende Kennzeichnung dieser von der Norm abweichenden Verhaltensweisen (vgl. Hillenbrand 1999, 27). Ein Mensch soll nicht als „verhaltensgestört“ benannt werden, sondern als ein Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender mit Verhaltensstörungen (vgl. Hillenbrand 1999, 27). Vernooij greift in einer sehr einfachen Definition von Verhaltenstörung die Normabweichung auf:

„Unter Verhaltensstörung wird ein Verhalten verstanden, welches von den formellen Normen einer Gesellschaft und/oder den informellen Normen innerhalb einer Gruppe nicht nur einmalig und in schwerwiegendem Ausmaß abweicht.“ (Vernooij 2000, 33)

Neben der Abweichung von der Norm spielt das Ausmaß und die Zeitebene eine Rolle in dieser Definition. In der Klärung des Begriffes von Myschker findet man diese Aspekte wieder, er hat sie jedoch noch um einige Punkte ergänzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der zentralen Problematik und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses des Selbstkonzepts auf Verhaltensstörungen.

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Umfassende Begriffsbestimmung von Verhaltensstörungen sowie theoretische Einordnung der Entwicklung und Stabilität des Selbstkonzepts im Kindes- und Jugendalter.

3. PRAKTISCHER TEIL: Durchführung und Auswertung qualitativer Interviews mit vier Schülern einer Schule für Erziehungshilfe zur explorativen Untersuchung ihrer individuellen Selbstsicht.

4. INTERPRETATION DER ERGEBNISSE UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER THEORETISCHEN GRUNDLAGEN: Zusammenführung der theoretischen Annahmen mit den gewonnenen Interviewdaten und Reflexion über die Stigmatisierungsprozesse.

5. KONSEQUENZEN, EMPFEHLUNGEN, VERÄNDERUNGSVORSCHLÄGE: Ableitung pädagogischer Interventionsmöglichkeiten, insbesondere zur Stärkung der Selbsteinschätzung und Bewusstmachung eigener Ressourcen.

6. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Kernergebnisse und Schlussfolgerungen zur Bedeutung einer positiven Identitätsfindung bei Schülern mit Verhaltensstörungen.

Schlüsselwörter

Selbstkonzept, Verhaltensstörungen, Erziehungshilfe, Qualitative Inhaltsanalyse, Stigmatisierung, Subjektive Theorien, Selbstbild, Handlungsmodell, Erziehungsstil, Resilienz, Identitätsentwicklung, Sozialverhalten, Selbstwirksamkeit, Kindesentwicklung, Pädagogische Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Selbstkonzept von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen und den wechselseitigen Zusammenhang zwischen dieser inneren Sichtweise und ihrem tatsächlichen Sozialverhalten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen zu Verhaltensstörungen und Selbstkonzepten, die methodische Durchführung qualitativer Interviews mit betroffenen Schülern sowie die daraus abgeleiteten pädagogischen Empfehlungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Forschungsfrage lautet, wie sich die Selbstkonzepte von Kindern mit Verhaltensstörungen gestalten und ob das bestehende Selbstbild als ursächlich für das abweichende Verhalten angesehen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign mit strukturierten Interviews, deren Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und systematisch gebündelt werden.

Was steht im Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriearbeit sowie den praktischen Teil, in dem die Lebensrealität und Selbstwahrnehmung von vier Schülern durch Interviews exploriert und interpretiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschungsarbeit?

Wichtige Fachbegriffe sind Selbstkonzept, Verhaltensstörung, Stigmatisierung, Kausalattribution, Identitätsentwicklung und die Theorie subjektiver Theorien.

Welche Rolle spielen die "internen" Faktoren laut der Untersuchung bei Verhaltensstörungen?

Die Untersuchung zeigt, dass die befragten Jungen dazu neigen, Misserfolge "internal" zu attribuieren, was das Risiko für eine sich selbst erfüllende Prophezeiung erhöht, wenn sie sich als unfähig oder wertlos empfinden.

Warum ist das Ergebnis der Befragung trotz kleiner Stichprobe relevant?

Obwohl die kleine Gruppe der vier Jungen keine repräsentative Allgemeingültigkeit beanspruchen kann, verdeutlicht sie die Tendenz, dass Schüler in Erziehungshilfesystemen oft ein schwieriges Selbstbild haben und Unterstützung beim Erkennen eigener Ressourcen benötigen.

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Details

Title
Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen
College
University of Leipzig  (Institut für Förderpädagogik)
Grade
1,5
Author
Franziska Schmähl (Author)
Publication Year
2005
Pages
98
Catalog Number
V59395
ISBN (eBook)
9783638533515
ISBN (Book)
9783656784111
Language
German
Tags
Selbstkonzepte Kindern Jugendlichen Verhaltensstörungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Schmähl (Author), 2005, Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59395
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