Geschichte nimmt im Leben jedes Menschen einen großen Teil ein. Sieht man mal von historischen Ereignissen ab, hat jeder Mensch eine eigene Geschichte und möchte etwas über sie erfahren, wie auch über seine Heimat und zugehörige Traditionen. Geschichte ist faszinierend und doch manchmal schwierig zu verstehen. Speziell Kinder haben oftmals Probleme authentisch-historische Ereignisse von fiktiven „Geschichten“ zu unterscheiden.
Kinder brauchen historisches Wissen, um die Welt, in der sie leben zu verstehen und sich in ihr orientieren zu können. Daher ist es wichtig den Kindern schon in der Grundschule ein fundiertes historisches Wissen zu vermitteln, sie zum historischen Denken anzuleiten und ihr reflektierend historisches Bewusstsein zu entwickeln.
Es werden die Grundlagen von Geschichtsbewusstsein und narrativer Kompetenz in der Grundschule, sowohl aus schulgeschichtlicher, wie auch entwicklungspsychologischer Sicht beleuchtet.
Weiterhin wird der Stellenwert narrativer Kompetenz in der Geschichtsdidaktik am Beispiel des Konzeptes des erzählenden Geschichtsunterrichts betrachtet und auf dieser Basis das Geschichtsbewusstsein als zentrales Thema der Geschichtsvermittlung erörtert.
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Aspekten und Aussagen, wie auch dem aktuellen Stand der empirischen Forschung zu diesem Arbeitsbereich.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundlagen zum Erwerb von Geschichtsbewusstsein und narrativer Kompetenz in der Grundschule
- Schulgeschichtliche Grundlagen
- Entwicklungspsychologische Grundlagen
- Narrative Kompetenz in der Geschichtsdidaktik
- Erzählender Geschichtsunterricht
- Geschichtsbewusstsein als zentrales Thema der Geschichtsvermittlung
- Sinnbildung als Teil des Geschichtsbewusstseins (Jörn Rüsen)
- Förderung des Geschichtsbewusstseins
- Stand der empirischen Forschung zum Geschichtsbewusstsein am Ende der Grundschulzeit
- Entwicklung von Geschichtsbewusstsein und narrativer Kompetenz in der Grundschule
- Bedeutung des erzählenden Geschichtsunterrichts
- Rolle des Geschichtsbewusstseins in der Geschichtsvermittlung
- Empirische Forschung zum Geschichtsbewusstsein in der Grundschule
- Zusammenhang zwischen Zeitbegriff und Geschichtsverständnis
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Geschichtsbewusstsein und narrativer Kompetenz für die Grundschule dar. Es werden die Schwierigkeiten von Kindern beim Verständnis von Geschichte und die Notwendigkeit der Vermittlung von historischem Wissen betont.
- 1. Grundlagen zum Erwerb von Geschichtsbewusstsein und narrativer Kompetenz in der Grundschule: Dieses Kapitel untersucht die schulgeschichtlichen und entwicklungspsychologischen Grundlagen zum Erwerb von Geschichtsbewusstsein und narrativer Kompetenz in der Grundschule. Es wird die Bedeutung des Zeitbegriffs für das Geschichtsverständnis hervorgehoben und die Entwicklung des Zeitbegriffs bei Kindern im Grundschulalter nach Piaget erläutert.
- 2. Narrative Kompetenz in der Geschichtsdidaktik: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Konzept des erzählenden Geschichtsunterrichts und seiner Bedeutung für die Förderung von narrativer Kompetenz. Es werden die Vorteile dieser Methode für das Verständnis und die Vermittlung von Geschichte diskutiert.
- 3. Geschichtsbewusstsein als zentrales Thema der Geschichtsvermittlung: Dieses Kapitel erörtert das Geschichtsbewusstsein als zentrales Thema der Geschichtsvermittlung und betrachtet die Sinnbildung als Teil des Geschichtsbewusstseins nach Jörn Rüsen. Es werden verschiedene Methoden zur Förderung des Geschichtsbewusstseins und der aktuelle Stand der empirischen Forschung zu diesem Thema vorgestellt.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Grundlagen von Geschichtsbewusstsein und narrativer Kompetenz in der Grundschule, betrachtet den Stellenwert narrativer Kompetenz in der Geschichtsdidaktik und erörtert das Geschichtsbewusstsein als zentrales Thema der Geschichtsvermittlung.
Zusammenfassung der Kapitel
Schlüsselwörter
Geschichtsbewusstsein, narrative Kompetenz, Geschichtsdidaktik, Zeitbegriff, Erzählender Geschichtsunterricht, Sinnbildung, empirische Forschung, Grundschule, Entwicklungspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter „narrativer Kompetenz“ im Geschichtsunterricht?
Narrative Kompetenz ist die Fähigkeit, historische Ereignisse in Form von Erzählungen zu strukturieren, zu verstehen und Sinnzusammenhänge zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herzustellen.
Warum fällt es Grundschülern oft schwer, Geschichte zu verstehen?
Kinder haben oft Probleme, zwischen authentisch-historischen Fakten und fiktiven Geschichten zu unterscheiden. Zudem entwickelt sich das Verständnis für abstrakte Zeitbegriffe und historische Chronologie erst im Laufe der Grundschulzeit.
Wie wird das Geschichtsbewusstsein nach Jörn Rüsen definiert?
Nach Rüsen ist Geschichtsbewusstsein ein Prozess der Sinnbildung über die Zeit. Es hilft dem Individuum, sich in der Welt zu orientieren, indem historische Erfahrungen für das gegenwärtige Handeln und die Zukunftsplanung genutzt werden.
Was ist der Vorteil eines „erzählenden Geschichtsunterrichts“?
Erzählungen machen Geschichte für Kinder greifbar und lebendig. Diese Methode knüpft an die Lebenswelt der Schüler an und fördert das historische Denken durch anschauliche Schilderungen statt reiner Faktenvermittlung.
Welche Rolle spielt die Entwicklungspsychologie beim Geschichtslernen?
Die Arbeit stützt sich auf Erkenntnisse (z. B. von Piaget), die zeigen, dass Kinder erst bestimmte kognitive Stufen erreichen müssen, um Zeitabfolgen und Kausalzusammenhänge in der Geschichte vollumfänglich zu begreifen.
- Arbeit zitieren
- Simone Wehmeyer (Autor:in), 2006, Narrative Kompetenz und Geschichtsbewusstsein von Grundschulabgängern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58971