Der Autor verfolgt mit der vorliegenden Arbeit das Ziel, in Ansätzen zu rekonstruieren zu versuchen, worin das versöhnende Moment der Ästhetik Adornos besteht.
Da sich die "Ästhetische Theorie" nicht so einfach rezipieren lässt, werden notwendigerweise selektiv, einige Positionen Adornos zum modernen Kunstwerk und seinem Theorieverständnis von Ästhetik aufgezeigt. Das betrifft in der vorliegenden Arbeit den Doppelcharakter sowie Rätselcharakter und objektiven Wahrheitsgehalt des Kunstwerks als auch eine kurze Abhandlung zum Naturschönen und zur ästhetischen Erfahrung. Anschließend widmet der Autor sich dem Verhältnis von Mimesis und Rationalität bzw. Konstruktion, um damit das versöhnende Moment Adornoscher Ästhetik sowie seine Vorstellung von Ästhetik "nach Auschwitz" in Ansätzen nachzuvollziehen und somit so verständlich wie möglich zu machen. Abschließend werden die Erkenntnisse in einem Fazit grob resümiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Ästhetik bei Adorno: Voraussetzungen
- 2.1 Doppelcharakter des Kunstwerks: autonom und »fait social«
- 2.2 Zur Ästhetischen Theorie: Objektiver Wahrheitsgehalt und Rätselcharakter des Kunstwerks, das Naturschöne, Ästhetische Erfahrung
- 3. Mimesis und Ratio
- 3.1 Mimesis und Konstruktion
- 3.2 »Negative« Versöhnung
- 4. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der »negativen« Ästhetik bei Theodor W. Adorno und untersucht, inwiefern Kunst trotz ihrer Einbindung in die kapitalistische Verwertung und die historischen Traumata des 20. Jahrhunderts noch einen versöhnenden Gehalt beanspruchen kann. Adorno betrachtet Kunst im Kontext der »Kulturindustrie« und des Holocaust, wodurch sie in eine Aporie gerät. Die Arbeit analysiert Adornos Konzept des »doppelten Charakters« des Kunstwerks, das sowohl autonom als auch »fait social« ist, sowie seinen Ansatz der »negativen Versöhnung«.
- Der Doppelcharakter des Kunstwerks: Autonomie und gesellschaftliche Einbindung
- Die »negative« Versöhnung als ästhetisches Prinzip
- Das Verhältnis von Mimesis und Rationalität in der Kunst
- Die Rolle der »Kulturindustrie« und des Holocaust in Adornos Ästhetik
- Die Frage nach der Möglichkeit gelungener, moderner Kunst
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Kunst im Kontext der »Kulturindustrie« und des Holocaust ein. Sie stellt Adornos These vor, dass Kunst in eine Aporie geraten ist, da sie sich nicht mehr affirmativ auf Kultur beziehen kann, ohne den Leidensdruck des Holocaust zu verharmlosen.
Kapitel 2: Ästhetik bei Adorno: Voraussetzungen: Dieses Kapitel befasst sich mit den Voraussetzungen für Adornos Ästhetik. Es untersucht den Doppelcharakter des Kunstwerks als autonom und »fait social« und analysiert Adornos Theorie des objektiven Wahrheitsgehalts und des Rätselcharakters von Kunst sowie seine Ansichten zum Naturschönen und zur ästhetischen Erfahrung.
Kapitel 3: Mimesis und Ratio: Das Kapitel analysiert das Verhältnis von Mimesis und Rationalität in der Kunst. Es untersucht, wie die Konstruktion von Kunstwerken mit der realen Welt in Beziehung steht und wie Adornos Vorstellung von »negativer Versöhnung« sich in diesem Kontext manifestiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Schlüsselbegriffe »negative Ästhetik«, »Kulturindustrie«, »Holocaust«, »Aporie«, »versöhnendes Moment«, »Doppelcharakter«, »fait social«, »Mimesis«, »Rationalität«, »Konstruktion«, »negative Versöhnung«. Die zentralen Themen sind die Kritik an der »Kulturindustrie«, die Einbindung von Kunst in gesellschaftliche Strukturen und die Möglichkeit, in der Kunst trotz der Geschichte des Leids eine versöhnliche Kraft zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der „Doppelcharakter“ des Kunstwerks bei Adorno?
Adorno postuliert, dass Kunstwerke gleichzeitig autonom (frei von Zweckbestimmung) und ein „fait social“ (ein gesellschaftliches Faktum) sind, das die sozialen Bedingungen seiner Entstehung widerspiegelt.
Warum spricht Adorno von einer „Aporie“ der Kunst nach Auschwitz?
Nach dem Holocaust gerät Kunst in einen unlösbaren Widerspruch: Sie kann sich nicht mehr rein affirmativ auf Kultur beziehen, ohne das Leid zu verharmlosen, muss aber dennoch existieren, um dem Grauen Ausdruck zu verleihen.
Was versteht man unter „negativer Versöhnung“?
Negative Versöhnung beschreibt den Zustand, in dem Kunst die bestehenden gesellschaftlichen Brüche und das Leid nicht harmonisiert, sondern gerade durch deren Darstellung einen Moment der Wahrheit und möglichen Versöhnung aufzeigt.
Welche Rolle spielt die Mimesis in Adornos Ästhetik?
Mimesis ist das anschmiegende Verhalten der Kunst an das Objekt. Im Spannungsfeld zur Rationalität (Konstruktion) ermöglicht sie es dem Kunstwerk, über die bloße Logik der Verwertung hinauszuweisen.
Was ist der „Rätselcharakter“ von Kunstwerken?
Kunstwerke sind für Adorno rätselhaft, weil sie etwas sagen, das sich dem begrifflichen Denken entzieht. Sie besitzen einen Wahrheitsgehalt, der erst durch Interpretation erschlossen werden muss.
Wie kritisiert Adorno die „Kulturindustrie“?
Adorno kritisiert, dass die Kulturindustrie Kunst in eine bloße Ware verwandelt, die der Standardisierung und der kapitalistischen Verwertung dient, wodurch ihr autonomer und kritischer Gehalt verloren geht.
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- Dustin Ortlepp (Author), 2019, Theodor Adornos "Ästhetische Theorie". "Negative" Ästhetik zwischen Aporie und Versöhnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584707