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Besteuerung alternativer Kapitalanlageformen

Title: Besteuerung alternativer Kapitalanlageformen

Seminar Paper , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nils Klamar (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Die Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen gehört zu den kompliziertesten Bereichen des deutschen Einkommensteuerrechts. Die Regelungen der §§ 20 und 23 EStG sind in den vergangenen Jahren immer wieder verändert worden. Begründung findet diese Tatsache vor allem in der Kreativität des Kapitalmarktes. Besteuerungslücken, die durch die Systematik des Steuersystems bestehen, wurden durch neue Finanzprodukte genutzt und damit für den Gesetzgeber erkennbar. Folglich kam es zu einem „Hase und Igel“-Spiel mit dem Ergebnis einer Abkehr von der systematischen Besteuerung hin zu fallbezogenen Entscheidungen, was durch die Anzahl der existierenden Gerichtsurteile und BMF-Schreiben in diesem Bereich bestätigt wird. Gegenstand dieser Seminararbeit ist die Darstellung der Besteuerung unterschiedlicher Kapitalanlageformen aus Sicht eines privaten Anlegers. Nach einer Einführung in die grundlegenden Prinzipien der Besteuerung dieser Einkunftsart, werden zunächst klassische Zins- und Dividendeneinkünfte behandelt. Im darauffolgenden Kapitel erfolgt dann ein Vergleich wie eine Beurteilung der Besteuerung. Im letzten Teil wird ein Überblick über die einkommensteuerliche Qualifizierung von Einkünften aus den sogenannten Finanzinnovationen gegeben. Da eine systematische Darstellung hier nicht möglich erscheint, werden lediglich einige Beispiele aufgegriffen und mit der Besteuerung ähnlicher Vermögensanlagen verglichen. Kriterien der Bewertung des jeweiligen steuerlichen Zugriffs sind weiterhin für alle beschriebenen Anlageformen die Einhaltung der zugrundeliegenden Einkommenstheorie, die Einhaltung des Grundsatzes der horizontalen Steuergerechtigkeit nach Artikel 3 des Grundgesetzes sowie am Rande auch die Beurteilung hinsichtlich unterschiedlicher Teilformen der Entscheidungsneutralität. Es wird dabei, dass bereits bei den klassischen Formen der Kapitalanlage diese Kriterien verletzt werden. Im Bereich der Besteuerung von Finanzinnovationen wird deutlich, dass der Gesetzgeber teilweise nicht in der Lage ist, die ökonomische Identität unterschiedliche Finanzanlageformen zu erkennen und folglich gleiche Sachverhalte unterschiedlich besteuert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundsätze der Besteuerung von Kapitalanlagen

3. Die Besteuerung von Gläubigerpapieren

4. Die Besteuerung von Teilhaberpapieren

4.1. Thesaurierung und Gewinnrealisation außerhalb der Jahresfrist nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG

4.2. Thesaurierung und Gewinnrealisation innerhalb der Jahresfrist nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG

4.3. Ausschüttung

5. Vergleich zwischen Zins- und Dividendenbesteuerung

6. Die Besteuerung von Finanzinnovationen

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die einkommensteuerliche Behandlung verschiedener privater Kapitalanlageformen in Deutschland unter Berücksichtigung der aktuellen Systematik, wobei ein besonderer Fokus auf der Analyse von Besteuerungsunterschieden, der Identifikation von Gestaltungsanreizen und der kritischen Würdigung hinsichtlich entscheidungsneutraler Besteuerungsprinzipien liegt.

  • Grundprinzipien der Besteuerung von Kapitaleinkünften
  • Differenzierte Besteuerung von Zins- und Dividendenerträgen
  • Steuerliche Behandlung von Finanzinnovationen
  • Analyse des Halbeinkünfteverfahrens
  • Kritische Beurteilung der Steuergerechtigkeit und Entscheidungsneutralität

Auszug aus dem Buch

3. Die Besteuerung von Gläubigerpapieren

Die Zinserträge, die als Gegenleistung für die Überlassung von Fremdkapital dem Steuerpflichtigen zufließen, unterliegen nach § 20 EStG der Einkommensteuer. In Abs. 1 Nr. 5,6 und 8 werden beispielhaft einige Zinseinkünfte auf die als Kapitalerträge zu erfassen sind. Demnach fallen hierunter Zinsen aus Hypotheken und Grundschulden, Diskontbeträge aus Wechseln und bestimmte Erträge aus Lebensversicherungen. Als Zeitpunkt für die Besteuerung maßgeblich ist dabei das Kalenderjahr des Erlangens der wirtschaftlichen Verfügungsmacht der Einnahme. Dies ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Gutschrift auf seinem Konto. Die Finanzverwaltung stellt hier also dass Zuflußprinzip der im übrigen Ertragsteuerrecht relevanten wirtschaftlichen Betrachtungsweise voran.

Aus Sicht des Schuldners ist mit der Finanzierung durch Fremdkapital vor allem der Vorteil verbunden, dass die laufenden Zinszahlungen die ertragssteuerlichen Bemessungsgrundlagen mindern. Eine volle Abzugsfähigkeit besteht bei der körperschaftssteuerlichen Bemessungsgrundlage, bei der gewerbesteuerlichen im Falle der Langfristfinanzierung eine hälftige.

Die Besteuerung von Zinserträgen sowie die Effekte der Verschiebung von selbigen in den Bereich der steuerfreien Kursgewinne soll nachstehend anhand eines festverzinslichen Wertpapiers mit achtjähriger Laufzeit gezeigt werden. Die Anleihe wird im Zeitpunkt t = 0 zu pari emittiert und in t = 8 zu pari zurückgezahlt. Der Nominalzins (i ) sei 5% p.a. was im Emissionszeitpunkt exakt der Marktrendite bei dieser Laufzeit und Schuldnerbonität entspricht. Die Anleihe hat entsprechend im Zeitpunkt t = 0 einen Kapitalwert von null. Für einen zeichnenden Anleger mit einem Grenzsteuersatz ( sESt ) von 30% ergibt sich bei Berücksichtigung des Solidaritätszuschlages ( sSZ ) eine Verzinsung nach Steuern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Komplexität der Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen, motiviert durch die Kreativität des Kapitalmarktes, und skizziert den Aufbau der Seminararbeit hinsichtlich der Analyse verschiedener Anlageformen.

2. Grundsätze der Besteuerung von Kapitalanlagen: Dieses Kapitel legt die rechtlichen Grundlagen der Kapitaleinkünftebesteuerung im deutschen Einkommensteuerrecht dar und erörtert das zugrunde liegende Quellentheorie-Konzept sowie dessen Durchbrechungen durch bestimmte Ausnahmetatbestände.

3. Die Besteuerung von Gläubigerpapieren: Es wird die Besteuerung von Zinserträgen analysiert, wobei anhand eines Berechnungsbeispiels die Steuereffekte bei der Verschiebung von Zinsen in steuerfreie Kursgewinne bei festverzinslichen Wertpapieren und Zero-Bonds verdeutlicht werden.

4. Die Besteuerung von Teilhaberpapieren: Das Kapitel befasst sich mit der Besteuerung von Aktienerträgen, beleuchtet das Trennungsprinzip und analysiert die steuerlichen Konsequenzen von Thesaurierung sowie Ausschüttung im Rahmen des Halbeinkünfteverfahrens.

5. Vergleich zwischen Zins- und Dividendenbesteuerung: Hier erfolgt eine vergleichende Analyse der Steuerbelastung von Zins- und Dividendeneinkünften, die Schwächen des aktuellen Steuersystems hinsichtlich der horizontalen Steuergerechtigkeit aufzeigt.

6. Die Besteuerung von Finanzinnovationen: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Besteuerung moderner Finanzprodukte wie Stripped Bonds, Floater, Aktienanleihen und Zertifikate und diskutiert die Probleme bei deren steuerlicher Einordnung.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont das Fehlen einer systematischen Ordnung sowie die mangelnde Entscheidungsneutralität des Steuersystems und deutet auf die Problematik steuerlich motivierter Ausweichhandlungen hin.

Schlüsselwörter

Einkommensteuergesetz, Kapitalanlagen, Zinserträge, Dividenden, Finanzinnovationen, Quellentheorie, Halbeinkünfteverfahren, Kursgewinne, Aktienanleihen, Steuergerechtigkeit, Entscheidungsneutralität, Zero-Bonds, Kapitalgesellschaft, Einkunftsarten, Steuervermeidung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Besteuerung verschiedener Formen privater Kapitalanlagen im Rahmen des deutschen Einkommensteuerrechts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Prinzipien der Kapitaleinkünftebesteuerung, der Vergleich zwischen Zins- und Dividendenbesteuerung sowie die steuerliche Einordnung von Finanzinnovationen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist die Darstellung der aktuellen Besteuerungssituation aus Sicht eines privaten Anlegers und die kritische Analyse, ob diese Besteuerung den Anforderungen an horizontale Steuergerechtigkeit und Entscheidungsneutralität genügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf der Auswertung von Gesetzen, Verwaltungsanweisungen, Literatur sowie mathematisch-ökonomischen Berechnungsbeispielen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Besteuerung von Gläubigerpapieren, Teilhaberpapieren, einen direkten Vergleich von Zins- und Dividendenbesteuerung sowie eine Betrachtung komplexer Finanzinnovationen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Quellentheorie, Halbeinkünfteverfahren, Entscheidungsneutralität und Finanzinnovationen charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit das Halbeinkünfteverfahren?

Der Autor hinterfragt die Verfassungsmäßigkeit des Halbeinkünfteverfahrens und bezeichnet es als systemwidrig, da es das Prinzip der Einmalbesteuerung nicht konsistent erreicht und zu Verzerrungen führt.

Welche Probleme ergeben sich bei Finanzinnovationen?

Ein Hauptproblem ist die systematische Einordnung solcher Instrumente, da ihre ökonomische Identität oft nicht eindeutig ist und der Gesetzgeber dazu neigt, bei verschiedenen Anlageformen trotz ökonomischer Gleichwertigkeit unterschiedliche Steuerregeln anzuwenden.

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Details

Title
Besteuerung alternativer Kapitalanlageformen
College
University of Osnabrück
Course
Seminar zur Einkommensteuer
Grade
1,3
Author
Nils Klamar (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V57758
ISBN (eBook)
9783638521055
Language
German
Tags
Besteuerung Kapitalanlageformen Seminar Einkommensteuer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Klamar (Author), 2005, Besteuerung alternativer Kapitalanlageformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57758
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