Das Verständnis, wie Unternehmen auf verschiedene Art und Weisen Wertschöpfung betreiben, ist für das strategische Management von fundamentaler Wichtigkeit. Nur so können komparative Konkurrenzvorteile erkannt, geschaffen, und gehalten werden.
Um die Vielfalt möglicher Konstellationen von Wertschöpfungsaktivitäten zu erklären und zu gestalten, bedient man sich so genannter Wertschöpfungskonfigurationen, die verschiedene Muster von Geschäftsmodellen kennzeichnen. Sie werden gleichermaßen zur Analyse und Darstellung der Wertschöpfung der betroffenen Unternehmen herangezogen und kategorisieren die Vielzahl von Wertschöpfungsaktivitäten in drei generische Grundtypen: Die Wertkette, den Wertshop und das Wertnetzwerk.
Hierbei bietet die von Porter entwickelte Wertkette, welche den unternehmerischen Transformationsprozess betont, die Basis für die Analyse von firmenspezifischen Strukturen. Da deren Anwendung jedoch speziell im Dienstleistungsbereich auf Probleme stößt, haben Stabell und Fjeldstad diese um zwei weitere Wertschöpfungskonfigurationen, den Wertshop und das Wertnetzwerk, erweitert. Diese heben die Problemlösungs- bzw. die Intermediationsfunktion hervor. Demnach ist die Wertkettenanalyse im Rahmen der Untersuchung der Wettbewerbsposition einer Unternehmung nicht mehr ausreichend. Vielmehr muss zur Identifikation von Verbesserungspotentialen von einer Analyse der Wertschöpfungskonfigurationen gesprochen werden.
Hierbei wird der Wertschöpfungsprozess entschlüsselt und seine jeweiligen Aktivitäten beschrieben. Die Kombination und Koordination der einzelnen Aktivitäten ist aufgrund der Kosten- und Erlöswirkungen für die höhere Wertigkeit des Endproduktes verantwortlich.
Die Analyse von Wertschöpfungskonfigurationen dient nicht der Modellierung von Produktionsflüssen oder Geschäftsprozessen, sondern vielmehr der Identifikation von Notwendigkeiten bzw. Möglichkeiten zu strategischen Verbesserungen. Die strategische Positionierung beruht auf komparativen Konkurrenzvorteilen, die sich aus einer Kostenführerschaft oder der Differenzierung des Leistungsangebots gegenüber der Konkurrenz ergeben.6
Ziel dieses Beitrags ist es, einige in der Praxis durchgeführte Fallstudien zur Analyse von Wertschöpfungskonfigurationen herauszuarbeiten und deren Tauglichkeit zur Übertragung auf einen allgemeinen Ansatz zu überprüfen. Hierzu wurden Beispiele aus verschiedenen Volkswirtschaften und Branchen herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Wertschöpfungskonfigurationen
- Wertkette
- Wertshop
- Wertnetzwerk
- Praxisbeispiele zur Analyse von Wertschöpfungskonfigurationen
- Wertschöpfungsanalyse eines Krankenhauses
- Wertschöpfungsanalyse einer Hotelkette
- Wertschöpfungsanalyse eines Nachfragers von Lern- und Weiterbildungsprogrammen
- Wertschöpfungsanalyse eines Getränkeverpackungsherstellers
- Wertschöpfungsanalyse eines Industriecontainerherstellers
- Untersuchung der Wertschöpfungskonfiguration von Sportdienstleistungsbetrieben
- Analyse von Wertschöpfungskonfigurationen im Internet
- Wertschöpfungsanalyse und Logistikoptimierung von Containern der CANADA POST
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Beitrag zielt darauf ab, verschiedene Fallstudien zur Analyse von Wertschöpfungskonfigurationen in der Praxis zu untersuchen und deren Übertragbarkeit auf einen allgemeinen Ansatz zu überprüfen. Dazu werden Beispiele aus verschiedenen Branchen und Volkswirtschaften herangezogen.
- Analyse von Wertschöpfungskonfigurationen in verschiedenen Branchen und Volkswirtschaften
- Überprüfung der Übertragbarkeit der Fallstudien auf einen allgemeinen Ansatz
- Untersuchung der drei zentralen Wertschöpfungskonfigurationen: Wertkette, Wertshop und Wertnetzwerk
- Identifizierung von Möglichkeiten zur Verbesserung der Wertschöpfung
- Stellungnahme zur Relevanz der Wertschöpfungsanalyse für die strategische Positionierung von Unternehmen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einführung: Die Bedeutung des Verständnisses von Wertschöpfung für das strategische Management wird betont. Die verschiedenen Konstellationen von Wertschöpfungsaktivitäten werden mit Hilfe von Wertschöpfungskonfigurationen, wie der Wertkette, dem Wertshop und dem Wertnetzwerk, erläutert.
- Wertschöpfungskonfigurationen: Die drei zentralen Wertschöpfungskonfigurationen werden vorgestellt und ihre spezifischen Eigenschaften erläutert, wobei der Fokus auf den Unterschieden in den primären Aktivitäten liegt.
- Wertkette: Die Wertkette wird als Wertschöpfungsmodell beschrieben, bei dem die Transformation von Produktionsfaktoren in Güter und Dienstleistungen für die Wertschöpfung verantwortlich ist. Die primären und unterstützenden Aktivitäten werden klassifiziert und deren Relevanz im Wertschöpfungsprozess erläutert.
Schlüsselwörter
Wertschöpfung, Wertschöpfungskonfigurationen, Wertkette, Wertshop, Wertnetzwerk, strategisches Management, komparative Konkurrenzvorteile, Fallstudien, Praxisbeispiele, Wertschöpfungsanalyse, Dienstleistungen, Transformationsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Wertschöpfungskonfigurationen?
Wertschöpfungskonfigurationen sind Modelle, die verschiedene Muster von Geschäftsmodellen kennzeichnen. Sie dienen dazu, die Vielfalt der Wertschöpfungsaktivitäten in Unternehmen zu analysieren, darzustellen und strategisch zu gestalten.
Welche drei generischen Grundtypen der Wertschöpfung werden unterschieden?
Es werden drei Grundtypen unterschieden: die Wertkette (nach Porter), der Wertshop und das Wertnetzwerk (erweitert durch Stabell und Fjeldstad).
Warum reicht die klassische Wertkettenanalyse nach Porter oft nicht aus?
Porters Wertkette betont den industriellen Transformationsprozess. Da dieser Ansatz speziell im Dienstleistungsbereich an Grenzen stößt, sind Modelle wie der Wertshop (Problemlösung) und das Wertnetzwerk (Intermediation) notwendig.
Welches Ziel verfolgt die Analyse von Wertschöpfungskonfigurationen?
Das Ziel ist die Identifikation von strategischen Verbesserungspotentialen, um komparative Konkurrenzvorteile wie Kostenführerschaft oder Differenzierung zu schaffen und zu sichern.
Welche Praxisbeispiele werden in dem Dokument untersucht?
Untersucht werden unter anderem Fallstudien aus Krankenhäusern, Hotelketten, der Verpackungsindustrie, Sportdienstleistungsbetrieben und Logistikprozessen wie bei der Canada Post.
Dient die Analyse der Modellierung von Produktionsflüssen?
Nein, sie dient primär der strategischen Verbesserung und der Analyse von Kosten- und Erlöswirkungen einzelner Aktivitäten, nicht der reinen Prozessmodellierung.
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- Tim Fudickar (Author), 2005, Praxisfälle von Wertschöpfungsanalysen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57086