Der Mensch soll in der Lage sein über sich hinaus zu streben, um sich in seiner ganzen Wesenseigentümlichkeit darstellen zu können – mit diesen Worten kann man das Ziel Wilhelm von Humboldts beschreiben eine dem Menschen gerecht werdende Bildung zu gestalten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Bildungsvorstellungen Humboldts und der Reform der Universität zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es dabei nicht die Gesamttätigkeit Humboldts und die spätere Umsetzung seiner Bildungsvorstellungen vollständig wiederzugeben. Vielmehr soll die Bildungsphilosophie Wilhelm von Humboldts in deskriptiver Weise dargestellt werden, um somit einen Einblick in die Wesenszüge der Humboldtschen Denkart zu gewinnen. Hierbei wird wie folgt vorgegangen: Zunächst wird der historische Kontext erläutert, aus dem heraus die hier behandelte Bildungstheorie entwickelt wurde. Die gesellschaftlichen Umbrüche der damaligen Zeit sind dabei ausschlaggebend. Es folgt eine Darstellung der Humboldtschen Denkweise, unter Zuhilfenahme der Begriffe „Mensch“, „Bildung“ und „Welt“, in die sich diese Denkweise einordnen lässt. Im Weiteren wird die Humboldtsche Konzeption von Wissenschaft und Universität verdeutlicht. Hier zeigt sich der Versuch Humboldts, den philosophischen Erkenntnissen in Bezug auf Bildung eine konkretere Form zu verleihen und sie praktisch umsetzbar zu machen. Um das Verständnis des Humboldtschen Wirkens diesbezüglich abzurunden, folgt eine kurze Ausführung über die Ernennung Humboldts zum preußischen Direktor für Cultus und öffentlichen Unterricht und die Gründung der Universität Berlin. Das abschließende Fazit der Arbeit bietet Raum, die Humboldtschen Bildungsvorstellungen in Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um Bildung, zu interpretieren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historische Rahmenbedingungen der Humboldtschen Bildungsreformen
- Das Humboldtsche Bildungsideal und die Reform der Universität
- Darstellung der Denkweise Wilhelm von Humboldts
- Wissenschaft und Universität bei Humboldt
- Wilhelm von Humboldt als Preußischer Direktor für Cultus und öffentlichen Unterricht
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert das Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt und seine Auswirkungen auf die Reform der Universität zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Fokus liegt auf der Beschreibung der Humboldtschen Denkweise, ihrer praktischen Umsetzung und den historischen Rahmenbedingungen, die zu diesen Reformen führten.
- Das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts
- Die Reform der Universität im frühen 19. Jahrhundert
- Die Bedeutung der Wissenschaft für die Humboldtsche Bildungsphilosophie
- Die Rolle des Staates in der Förderung von Bildung
- Der Einfluss des Neuhumanismus auf die Bildungsreformen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung stellt das Ziel der Arbeit dar, das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts im Kontext der Universitätsreform des frühen 19. Jahrhunderts zu untersuchen. Sie skizziert den methodischen Ansatz und die Hauptthemen der Arbeit.
- Historische Rahmenbedingungen der Humboldtschen Bildungsreformen: Dieses Kapitel erläutert den geschichtlichen Kontext der Humboldtschen Reformen. Es beleuchtet die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Preußen, die zum Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer Reform des Bildungssystems führten. Die Diskussion um die Rolle der Universitäten und der Aufstieg des Neuhumanismus werden in diesem Kontext behandelt.
- Das Humboldtsche Bildungsideal und die Reform der Universität: Dieses Kapitel geht detailliert auf die Denkweise Wilhelm von Humboldts ein. Es untersucht seine Philosophie der Bildung, die den Mensch als Mittelpunkt sieht, der durch Bildung seine volle Wesensfähigkeit entfalten kann. Es werden die Konzepte von Wissenschaft und Universität aus Humboldtscher Sicht erläutert und seine Rolle als preußischer Direktor für Cultus und öffentlichen Unterricht beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Begriffen wie Bildungsideal, Universität, Wissenschaft, Neuhumanismus, Wilhelm von Humboldt, Reform, Preußen und gesellschaftliche Veränderungen. Die Arbeit beleuchtet die historischen Rahmenbedingungen und die philosophischen Grundlagen der Humboldtschen Bildungsreformen.
Häufig gestellte Fragen zu Wilhelm von Humboldt
Was war das zentrale Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt?
Humboldt strebte eine Bildung an, die es dem Menschen ermöglicht, seine individuelle Wesenseigentümlichkeit voll zu entfalten und über sich hinauszuwachsen.
Welche Rolle spielte Humboldt bei der Universitätsreform?
Als preußischer Direktor für Cultus und öffentlichen Unterricht trieb er die Gründung der Universität Berlin voran und etablierte das Prinzip der Einheit von Forschung und Lehre.
Was bedeutet der Begriff Neuhumanismus in diesem Kontext?
Der Neuhumanismus war die geistige Strömung, die Humboldts Reformen prägte und die klassische Bildung sowie die freie Entfaltung des Individuums in den Mittelpunkt stellte.
Welche historische Situation führte zu den Reformen?
Die gesellschaftlichen Umbrüche in Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts machten eine grundlegende Reform des Bildungssystems und der Rolle des Staates notwendig.
Wie sah Humboldt das Verhältnis von Wissenschaft und Bildung?
Wissenschaft war für Humboldt kein reiner Zweck an sich, sondern das Mittel, durch das der Einzelne Bildung erlangt und seine Persönlichkeit formt.
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- Fabian Wiencke (Author), 2005, Das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts und die Reform der Universität zum Anfang des 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56462