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Wettbewerbspolitik und Regulierung

Title: Wettbewerbspolitik und Regulierung

Seminar Paper , 2002 , 28 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Jörg Staller (Author)

Economy - Theory of Competition, Competition Policy
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In der Wettbewerbstheorie und -politik wird der Wettbewerb als ein systembegründendes Prinzip der Marktwirtschaft gesehen. Die Literatur setzt oft sogar Marktwirtschaft mit Wettbewerbswirtschaft gleich, was im weiteren Sinn aussagt, dass Wettbewerb in allen (volkswirtschaftlichen) Bereichen einer Marktwirtschaft auftreten sollte. Ein Grundkonsens über die eigentliche Bedeutung und Funktion des Wettbewerbs lässt sich aus den gesellschaftlichen Grundrechten der Freiheit, des Wohlstands und der Verteilungsgerechtigkeit ableiten. Nur eine wettbewerbliche Organisation der Märkte sichert deren Teilnehmern hinreichend große Handlungsspielräume und Wahlmöglichkeiten (Freiheitsfunktion), verhindert das Entstehen / Bestehen von nicht leistungsgerechten Einkommen (Verteilungsfunktion) und zwingt die Marktteilnehmer zur Anpassung an Datenänderungen, zur Verbesserung des Faktoreinsatzes und zur Realisierung von Fortschritt (Anpassungs-, Allokations- und Fortschrittsfunktion).

Der Wettbewerb weist jedoch eine Tendenz zur Selbstauflösung auf, da die Marktteilnehmer in der Regel versuchen, die Freiheitsspielräume anderer unangemessen einzuschränken, sich Verteilungsvorteile auf Kosten anderer zu verschaffen oder sich dem Anpassungs- und Fortschrittsdruck zu entziehen. Er muss daher durch wettbewerbs-politische Maßnahmen und regulierende Strategien des Staates geschützt und gefördert werden, was in diesem Zusammenhang auch den wichtigsten Aufgabenbereich der Wettbewerbspolitik darstellt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Problemstellung

1.2. Aufbau und Überblick

2. GRUNDLAGEN DER WETTBEWERBSPOLITIK

2.1. Einordnung, Zielsetzung und Funktionen

2.2. Leitbilder der Wettbewerbspolitik

2.3. Wettbewerbsbeschränkendes Marktverhalten

2.3.1. Kartelle und abgestimmte Verhaltensweisen

2.3.2. Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung

2.3.3. Konzentration und Fusionen

2.4. Die Gestaltung der Wettbewerbspolitik

3. WETTBEWERBSPOLITISCHE MASSNAHMEN UND STAATLICHE REGULIERUNG

3.1. Verbot von kollusivem Marktverhalten

3.2. Missbrauchsaufsicht marktbeherrschender Unternehmen

3.3. Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen

3.4. Bereiche staatlicher Regulierung

3.4.1. Wettbewerbliche Ausnahmebereiche

3.4.2. Natürliche Monopole und Marktversagen

4. SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Instrumente der Wettbewerbspolitik in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe zur Sicherung eines funktionsfähigen Wettbewerbs zu erläutern und aufzuzeigen, wie wettbewerbsschädigendes Verhalten durch den Staat reguliert wird.

  • Theoretische Leitbilder und Zielsetzungen der Wettbewerbspolitik
  • Formen wettbewerbsbeschränkenden Marktverhaltens (Kartelle, Marktmachtmissbrauch)
  • Staatliche Maßnahmen und gesetzliche Grundlagen (insb. GWB)
  • Regulierung von Monopolen und Sektoren mit natürlichem Marktversagen

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Kartelle und abgestimmte Verhaltensweisen

Unter diesen Tatbestand fallen alle Wettbewerbsbeschränkungen durch kollektives Marktverhalten, Kooperationen (aufgrund von Vertrag oder Beschluss) oder Kollusion (das heißt aufeinander abgestimmtes Verhalten von rechtlich selbständig bleibenden Unternehmen der gleichen Wirtschaftsstufe); also bewusste ex-ante Verhaltenskontrolle auf horizontaler Ebene. Selbiges hat durch Festlegung und Einsatz von Aktionsparametern Einfluss auf das Wirtschaftsverhalten von Unternehmen. Die Kollusion ist abgrenzbar von einem nicht koordinierten, unbewussten Parallelverhalten aufgrund ähnlicher Marktbedingungen, was wettbewerbspolitisch irrelevant wäre.17

Kartellvereinbarungen verfolgen einen gemeinsamen Zweck, welcher in der Beschränkung der Wettbewerbsfreiheit liegt. Dabei muss eine Beeinflussung der Marktverhältnisse erkennbar sein. Als Kartellvereinbarungen gelten Verträge oder Beschlüsse, durch die rechtlich selbständig bleibende Unternehmen einer Wirtschaftsstufe ihr Marktverhalten auf demselben relevanten Markt koordinieren, mit dem Ziel den Wettbewerb untereinander auszuschalten beziehungsweise einzuschränken. Zusätzlich existieren sogenannte „Gentleman's-Agreements“ (Frühstückskartelle), in denen keine rechtlichen, sondern gesellschaftliche, moralische oder sonstige Bindungen bestehen.18 Es stellt sich nun die Frage, welche ökonomischen Bedingungen die Bildung von Kartellen begünstigen:

• Geringe Zahl von Anbietern auf dem relevanten Markt;

• Hohe Markteintrittsschranken struktureller und strategischer Art;

• Homogenität der Produkte (Beispiel: Grundstoffindustrie, typisierbare Produkte);

• Hohe Angebotselastizität zur Vermeidung von Preiskämpfen;

• Ähnliche Kostenverläufe der Produzenten (begünstigen Preiskartelle).19

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Bedeutung des Wettbewerbs als systembegründendes Prinzip der Marktwirtschaft ein und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.

2. GRUNDLAGEN DER WETTBEWERBSPOLITIK: Hier werden die Ziele, theoretischen Leitbilder und die verschiedenen Formen wettbewerbsbeschränkenden Verhaltens, wie Kartelle und Marktmacht, erörtert.

3. WETTBEWERBSPOLITISCHE MASSNAHMEN UND STAATLICHE REGULIERUNG: Dieses Kapitel erläutert die konkrete Anwendung des deutschen Kartellrechts, einschließlich der Missbrauchsaufsicht und Fusionskontrolle.

4. SCHLUSSBEMERKUNG: Abschließend wird resümiert, dass die Wettbewerbspolitik zwar essenziell ist, staatliche Regulierungen jedoch sorgfältig abgewogen werden müssen, um den Markt nicht unnötig zu behindern.

Schlüsselwörter

Wettbewerbspolitik, Marktwirtschaft, GWB, Kartelle, Marktmacht, Fusionskontrolle, Wettbewerbsbeschränkung, natürliches Monopol, Marktversagen, Wettbewerbsfreiheit, Regulierung, Industriepolitik, Ordnungspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Wettbewerb in der Marktwirtschaft und der Notwendigkeit des Staates, diesen durch ordnungspolitische Maßnahmen vor Wettbewerbsbeschränkungen zu schützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des Wettbewerbs, Strategien von Unternehmen zur Wettbewerbsbeschränkung sowie die staatlichen Kontrollinstrumente.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die wettbewerbspolitischen Ziele und Instrumente in Deutschland vor dem Hintergrund ökonomischer Theorien zu analysieren und deren Effektivität zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die ökonomische Konzepte wie das Leitbild des funktionsfähigen Wettbewerbs und das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wettbewerbspolitik und eine praktische Darstellung der Maßnahmen gegen Kartelle, Marktmachtmissbrauch und Unternehmenskonzentrationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wettbewerbspolitik, GWB, Kartellverbot, Fusionskontrolle, Marktstruktur, natürliche Monopole und Ordnungsökonomik.

Was ist der Unterschied zwischen Behinderungsmissbrauch und Ausbeutungsmissbrauch?

Beim Behinderungsmissbrauch wird der Wettbewerb durch das Verdrängen von Konkurrenten behindert, während es beim Ausbeutungsmissbrauch primär um die Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung zur Durchsetzung überhöhter Preise oder ungünstiger Bedingungen geht.

Warum sind natürliche Monopole ein spezielles Thema der Regulierung?

Weil in diesen Sektoren aufgrund struktureller Besonderheiten (z.B. hohe Infrastrukturkosten) ein funktionsfähiger Wettbewerb nicht oder nur ineffizient möglich ist, was staatliche Eingriffe zur Preiskontrolle erforderlich macht.

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Details

Title
Wettbewerbspolitik und Regulierung
College
Erfurt University of Applied Sciences  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaft)
Course
Seminar
Grade
1,4
Author
Jörg Staller (Author)
Publication Year
2002
Pages
28
Catalog Number
V5630
ISBN (eBook)
9783638134460
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Staller (Author), 2002, Wettbewerbspolitik und Regulierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5630
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