Die Arbeit behandelt die Konzeptionen der Englische Staatsphilosophie während der Zeit des Englischen Bürgerkrieges. Hauptgegenstand sind die Werke der beiden wohl bedeutendsten Staatstheoretiker ihrer Zeit: Thomas Hobbes (Leviathan) und John Locke (Two Treatise of Government). Ihre Werke werden analysiert, verglichen und schlussendlich in den Gesamtkontext europäischer Ideengeschichte verortet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vita des Thomas Hobbes
3 Vita des John Locke
4 Hobbes „Leviathan“ 1651
4.1 Naturzustand und Pessimismus
4.2 Die Notwendigkeit des Staates
4.3 Form und Charakter des souveränen Staates
5 Lockes „Two Treatise of Government“ 1689
5.1 5.1. Der gemäßigte Naturzustand
5.2 5.2. Vertragstheorie und Staat
5.3 5.3. Ansichten über Staat und Rechte
6 Eine vergleichende Bilanz und Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die englische Staatsphilosophie des 17. Jahrhunderts anhand der Werke von Thomas Hobbes und John Locke vergleichend zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Theorien aufweisen, wie sie durch zeithistorische Ereignisse geprägt wurden und in welchem Zusammenhang sie zur späteren Französischen Aufklärung stehen.
- Biografische Hintergründe von Thomas Hobbes und John Locke
- Die Konzeption des Naturzustands bei Hobbes und Locke
- Vertragstheoretische Begründungen für staatliche Herrschaft
- Struktur und Charakteristika des souveränen versus des konstitutionellen Staates
- Vergleichende Analyse des Menschenbildes und der politischen Implikationen
Auszug aus dem Buch
4.1 Naturzustand und Pessimismus
Der hobbesschen Staatstheorie liegt ein pessimistisches und deterministisches Menschenbild zugrunde. Der Mensch wird von Hobbes als egoistischer Nutzenmaximierer definiert, dessen gesamtes Handeln auf der Verfolgung von Eigeninteressen orientiert ist. Der Mensch sei einer inneren Bewegung unterworfen, die das wichtigste natürliche Gesetz, das der Selbsterhaltung verfolgt. Daraus resultiert, das der Mensch letztendlich nur sich selbst Herr sein kann und sein Leben lang von einem ständigen, inneren Streben nach Machtsteigerung begleitet wird.
Hobbes entwirft anschließend ein theoretisches Konstrukt, auf welches er dieses Menschenbild implementieren konnte. Die Rede ist vom sogenannten „Naturzustand“ des Menschen (Lev. XII – XVI). Dieser Zustand beschreibt ein Szenario, welches im Falle des Wegfalls der ordnenden weltlichen Macht, d.h. des Staates, eintreten würde. Übrig bleibt nur der Mensch in seiner reinsten Form. Das ist der Ausgangspunkt für Hobbes, der nun beginnt, dieses Szenario weiterzuspinnen.
Alle Menschen sind von Grund auf durch eine relative Gleichheit gekennzeichnet Hobbes (Lev. XIII). Zwar sind ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten unterschiedlich ausgebildet, aber seien diese – objektiv betrachtet – unerheblich. Der Schwächste ist nach Hobbes jederzeit in der Lage den Stärksten zu töten (Lev. XIII, S. 112.).
Der relativen Gleichheit der Menschen entspringen nun aber gewisse Hoffnungen, welche alle Menschen im gleichen Maße besitzen. Diese Hoffnungen, so Hobbes, werden durch menschliche Leidenschaften bestimmt, welche wiederum nichts anderes als das psychische Produkt mechanischer Vorgänge sind. Das „zu erstrebende“ und das „fliehende“ bewegt sich dabei immer zwischen den Polen von Lust und Schmerz. Hobbes kommt zu dem Entschluss, dass die Menschen demnach nahezu identische Leidenschaften und Sehnsüchte haben müssen, da wohl kaum der Schmerz in ihrem Interesse liegen kann. An der Spitze aller Hoffnungen steht dabei immer das Verlangen nach Macht. Sie ist in jedweder Hinsicht die stärkste aller menschlichen Leidenschaften.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung des historischen Kontextes des 17. Jahrhunderts und Einführung in die Fragestellung des Vergleichs zwischen Hobbes und Locke.
2 Vita des Thomas Hobbes: Biografie des Philosophen, die seinen Lebensweg und die prägenden Einflüsse seiner Zeit beleuchtet.
3 Vita des John Locke: Biografie Lockes, die seinen politischen Werdegang und die Verbindung zum liberalen Gedankengut darstellt.
4 Hobbes „Leviathan“ 1651: Untersuchung der hobbesschen Staatstheorie, ihres pessimistischen Menschenbildes und der Notwendigkeit des absoluten Souveräns.
5 Lockes „Two Treatise of Government“ 1689: Analyse des gemäßigten Naturzustands, der Vertragstheorie und des Konzepts des liberalen Rechtsstaates bei Locke.
6 Eine vergleichende Bilanz und Schlussbemerkungen: Synthese der Ergebnisse, Gegenüberstellung der Positionen und Einordnung in den historischen Kontext der Aufklärung.
Schlüsselwörter
Staatstheorie, Thomas Hobbes, John Locke, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Leviathan, Menschenbild, Souveränität, Gewaltenteilung, Widerstandsrecht, Liberalismus, England, 17. Jahrhundert, Aufklärung, Eigentumsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die politische Philosophie von Thomas Hobbes und John Locke und vergleicht ihre unterschiedlichen Ansätze zur Begründung staatlicher Herrschaft im 17. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Begriffe Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, das jeweilige Menschenbild der Autoren sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Staatsform.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem absoluten Staat von Hobbes und dem konstitutionellen Modell von Locke herauszuarbeiten und auf ihre zeitgenössischen sowie historischen Auswirkungen zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politischer Schriften, unterstützt durch biographische Einordnung und historische Kontextualisierung der Primärwerke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung von Lebenslauf und Werk der beiden Denker sowie der Analyse ihrer spezifischen Theorien zum Naturzustand und der Vertragstheorie.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlagworte sind Staatsphilosophie, Naturzustand, Leviathan, Souveränität, Freiheit, Eigentum, Gewaltenteilung und Widerstandsrecht.
Wie unterscheidet sich Lockes Naturzustand von dem des Thomas Hobbes?
Während Hobbes den Naturzustand als einen von Furcht geprägten Kriegszustand aller gegen alle beschreibt, betrachtet Locke ihn als einen Zustand relativer Freiheit und Gleichheit, in dem der Mensch bereits natürlichen Gesetzen unterliegt.
Welche Bedeutung hat das „Widerstandsrecht“ im Modell von John Locke?
Bei Locke dient das Widerstandsrecht als wichtige „Kündigungsklausel“ für Bürger gegen eine Regierung, die ihre Aufgaben im Sinne des Gesellschaftsvertrages nicht erfüllt oder Grundrechte wie Freiheit und Eigentum verletzt.
- Quote paper
- Michel Achenbach (Author), 2005, Englische Staatsphilosophie im 17. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54996