Lange halten sich die USA aus dem ersten Weltkrieg heraus, bis 1917 mit Woodrow Wilson und der Devise „Make the world safe for democracy“ die Isolation durchbrochen wird. Doch mit einer Öffentlichkeit, welche internationale Verstrickungen ablehnt, verfallen die USA nach dem Krieg schnell wieder in ihre Isolation. So scheitert auch 1920 der von Wilson angestrebte Beitritt der USA zum Völkerbund.
Zwei Drittel der U.S.-amerikanischen Bevölkerung betrachtet den Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg als einen Fehler. Der „never again“ Kurs gipfelt schließlich in den Neutrality Acts von August 1935 bis May 1937. Diese verbieten es rüstungswichtige Güter an Krieg führende Nationen zu liefern. Für alle übrigen Güter gilt die „cash-and-carry“-Klausel. So müssen diese Güter erst bezahlt und dann selbständig abgeholt werden. U.S.-amerikanischen Schiffen ist es untersagt in Kriegszonen vorzudringen.
In dieser Situation entwickelt sich, parallel zu den Konflikten in Europa, zunehmend der pazifische Raum zum Krisenherd, in welchem U.S.-amerikanische Interessen indirekt, aber auch direkt betroffen sind. Wie aber wurde der Isolationismus der amerikanischen Aussenpolitik ueberwunden? Auf welche weise traten die USA in den zweiten Weltkrieg ein und welche Rolle spielte hierbei der japanische Angriff auf Pearl Harbor?
Inhaltsverzeichnis
1. Die außenpolitische Grundlage für Roosevelt
2. Die Bedrohung im Pazifik und Roosevelts Weg in den Krieg
3. Roosevelts Krieg?
4. Das Resultat
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die außenpolitische Entwicklung der Vereinigten Staaten unter Franklin D. Roosevelt im Zeitraum zwischen 1937 und dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941, um die Frage zu klären, inwieweit der Kriegseintritt der USA gezielt herbeigeführt wurde.
- Historische Entwicklung der US-Außenpolitik und des Isolationismus
- Eskalation des Konflikts mit Japan durch Wirtschaftssanktionen
- Analyse von Roosevelts Strategie zur Überwindung isolationistischer Tendenzen
- Diskussion der Verschwörungstheorien zum Überfall auf Pearl Harbor
- Bewertung der Rolle des "4-P-Modells" in der US-Außenpolitik
Auszug aus dem Buch
3. Roosevelts Krieg?
Bis heute sind die Stimmen nicht verstummt, welche Roosevelt zum Vorwurf machen, er habe die USA gezielt in den zweiten Weltkrieg geführt. Es halten sich sogar Verschwörungstheorien, nach welchen er bewusst den Überfall auf Pearl Harbor ermöglichte, um in den Krieg eintreten zu können.
Um nun die Japan-Politik Roosevelts vom Angriff Japans gegen China 1937 bis zur Kriegserklärung an Japan im Dezember 1941 nachzuvollziehen, stellen sich drei zentrale Fragen:
Welches Interesse könnte Roosevelt an einem Krieg der USA gegen Japan gehabt haben? Warum hielt er die USA dennoch bis Pearl Harbor aus offiziellen Kriegshandlungen heraus und welches Ziel verfolgte er mit den Wirtschaftssanktionen gegen das Kaiserreich?
Ausgehend davon, dass Roosevelt im allgemeinen Interesse der USA handelte, bietet es sich an, auf das 4-P-Modell zurückzugreifen, nach welchem Bruce W. Jentleson die Ziele U.S.-amerikanischer Außenpolitik ordnet. Das 4-P-Modell markiert Peace (Frieden), Principles (Prinzipien), Power (Macht) und Prosperity (Wohlstand) als Eckpunkte der Außenpolitik. Nun scheint der offensichtliche Konfrontationskurs mit Japan auf den ersten Blick wenig friedenssichernd oder behält Sir Karl Popper Recht mit den Worten: „Wir müssen für den Frieden Kriege führen.“? Langfristig galt es Stabilität zu wahren und Aggressionen einzudämmen, welche die Interessen der USA gefährdeten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die außenpolitische Grundlage für Roosevelt: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext der US-Außenpolitik zwischen Isolationismus und Internationalismus von der Gründungszeit bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs.
2. Die Bedrohung im Pazifik und Roosevelts Weg in den Krieg: Hier wird der eskalierende wirtschaftliche und diplomatische Konflikt mit Japan nach dem Ausbruch des China-Krieges 1937 detailliert nachgezeichnet.
3. Roosevelts Krieg?: Dieser Abschnitt kritisch untersucht die Kontroverse um Roosevelts Absichten, die USA in den Krieg zu führen, und analysiert seine Strategie mithilfe des 4-P-Modells.
4. Das Resultat: Das letzte Kapitel zieht eine Bilanz der globalen machtpolitischen Auswirkungen des Krieges und bewertet Roosevelts historische Rolle bei der Beendigung der amerikanischen Isolation.
Schlüsselwörter
Franklin D. Roosevelt, Pearl Harbor, Außenpolitik, USA, Japan, Isolationismus, Zweiter Weltkrieg, Pazifik, Wirtschaftssanktionen, Lend-Lease-Act, Internationale Beziehungen, Kriegsführung, Expansionismus, Neutrality Acts
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den außenpolitischen Kurs von US-Präsident Franklin D. Roosevelt gegenüber Japan im Zeitraum von 1937 bis 1941.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Spannung zwischen isolationistischer Tradition und internationaler Verantwortung, die Eskalation im pazifischen Raum sowie die Rolle der USA im Zweiten Weltkrieg.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, ob Roosevelt den Kriegseintritt der USA bewusst provozierte oder ob das Handeln eine notwendige Reaktion zur Sicherung nationaler Interessen war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse und nutzt politikwissenschaftliche Theorie-Modelle, wie das 4-P-Modell von Bruce W. Jentleson, zur Einordnung der Ziele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem japanisch-chinesischen Konflikt, der wirtschaftlichen Embargopolitik der USA und den diplomatischen Verhandlungen, die schließlich im Überfall auf Pearl Harbor mündeten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Isolationismus, Pazifik, Wirtschaftssanktionen, Roosevelts Kriegspolitik und die geopolitische Lage vor 1941.
Welche Rolle spielten die "Neutrality Acts" für Roosevelt?
Die Neutrality Acts schränkten den Handlungsspielraum des Präsidenten ein, da sie den Export von Rüstungsgütern verboten und die USA politisch auf einen isolationistischen Kurs festlegten.
Gab es Belege für eine Verschwörung bei Pearl Harbor?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die These einer direkten Verschwörung, bei der Roosevelt den Angriff absichtlich plante, nicht belegt werden kann und als Theorie einzustufen ist.
Wie wurde das japanische Handelsbedürfnis eingeschränkt?
Durch schrittweise Wirtschaftssanktionen, wie das Stoppen von Erdöl- und Stahllieferungen, wurde die wirtschaftliche Basis Japans massiv unter Druck gesetzt, um eine Änderung der japanischen Expansionspolitik zu erzwingen.
- Quote paper
- Steve Nowak (Author), 2006, Franklin Delano Roosevelts Weg nach Pearl Harbor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54589