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Kaliningrad - Betrachtungen zur Zukunft der russischen Exklave

Titel: Kaliningrad - Betrachtungen zur Zukunft der russischen Exklave

Hausarbeit , 2006 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dipl.-Betriebswirt Volker Kleensang (Autor:in)

Politik - Region: Russland
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung

Das Gebiet des Baltikums ist für viele Europäer eine Region, die ihnen bis heute überwiegend unerschlossen geblieben ist. Bis zu Beginn der 1990er Jahre von der Sowjetunion annektiert, begannen nun die mit der Perestroika wieder aufkommenden Unabhängigkeitsbestrebungen dieser Länder neu zu entfachen. Wie in fast keinem anderen Gebiet sind die Abspaltungen dieser Länder von der UdSSR beinahe unblutig verlaufen. Heute sind Estland, Lettland und Litauen Mitglieder der Europäischen Union. Nur über einen Landstrich gab es niemals Unklarheiten bezüglich dessen Zugehörigkeit: Das Kaliningrader Gebiet (russ.: Kaliningradskaja Oblast). Ein Terrain dessen Erwähnung in vielen, schon lange Jahre schlagenden, Herzen ein Gefühl von Wehmut aufkommen lässt, ist das ehemals ostpreußische und somit zum ehemaligen Deutschen Reich gehörige Gebiet um Königsberg, das seit 1946 Kaliningrad heißt.

Nach schweren Zerstörungen durch englische Bombenangriffe, bei denen das Königsberger Schloss und mit ihm das sagenumwobene Bernsteinzimmer zerstört wurden, und der nachfolgenden durch die später aus dem Osten vorrückenden Roten Armee, entschied sich der Königsberger Stadtkommandant General Otto Lasch zur Kapitulation. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet in die Sowjetunion eingegliedert. Im Anschluss musste die lange Zeit prosperierende Handelsmetropole, die Kornkammer des Deutschen Reiches, von allen Deutschen und deutschstämmigen Bewohnern verlassen werden.

Die langen Jahre als Militärgarnison und die Zeit der sowjetischen Führung, stellten im Kaliningrader Gebiet keine stabile Grundlage für eine selbstständige wirtschaftliche Entwicklung im neuen Russland dar. Denn im eigentlichen Sinne war nur ein strategischer Zweck vorgesehen. Erst nach der Unabhängigkeit der, vormals sowjetischen, Nachbarstaaten wurde die Bedeutung für Russland, mit Kaliningrad einen Zugang zur Ostsee zu haben, erneut forciert. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geografische Lage

3. Einblick in die Geschichte

4. Bevölkerung

4.1 Kaliningrad Oblast

4.2 Kaliningrad Stadt

4.3 Bevölkerungsschichten

5. Strategische Bedeutung

6. Wirtschaftliche Betrachtungen

6.1 Ressourcen

6.2 Industriezweige

6.3 Außenhandel

6.4 Die Sonderwirtschaftszone „Jantar“

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven der russischen Exklave Kaliningrad im Kontext ihrer geografischen Isolation und der zunehmenden Integration des Ostseeraums. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die politische Abhängigkeit von Moskau sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf die Entwicklung der Region auswirken.

  • Geografische und historische Grundlagen des Gebiets
  • Demografische Zusammensetzung und soziale Lage der Bevölkerung
  • Militärische und strategische Bedeutung für die Russische Föderation
  • Analyse der wirtschaftlichen Potenziale, Ressourcen und Industriezweige
  • Bewertung der Sonderwirtschaftszone „Jantar“ als Investitionsinstrument

Auszug aus dem Buch

6. Wirtschaftliche Betrachtungen

„Das Gebiet Kaliningrad ist nicht reich an Bodenschätzen. (…) es handelt sich vor allem um Baumaterialien (Sand, Kies), Bernstein, Torf, Braunkohle, Salz sowie Erdöl.“7

Im Kaliningrader Gebiet befinden sich die weltweit größten Bernsteinvorkommen (ca. 300 Tsd. to). Bernstein wird zu Schmuck verarbeitet, findet aber auch in der chemischen Industrie Verwendung zur Herstellung von Isolatoren und Lacken sowie als Bernsteinsäure in der pharmazeutischen Industrie. Die Verarbeitung des für Schmuck gebräuchlichen Bernsteins findet in der staatlichen Bernsteinfabrik „Jantary“ statt. Aufgrund mangelnder Investoren fehlt es hier an moderner Ausrüstung und Finanzmitteln für Gold und Silber zur Schmuckverarbeitung. Aus Gründen der ebenfalls ausbleibenden Lohnzahlungen wird ein Großteil dieses Bernsteins aus dem Betrieb gestohlen und nach Polen und Litauen geschmuggelt.8 Jährlich werden auf Kaliningrader Gebiet etwa 600 – 650 Tsd. to. Erdöl gefördert9, die geschätzten Vorräte belaufen sich landseitig auf 30 bis 40 Mio. to., zusätzlich existieren Off-Shore Anlagen in der Ostsee. Das geförderte Rohöl wird vom Lukoil-Terminal (in Svetlui) in Waggons und Schiffe verladen und zur Weiterverarbeitung zu Raffinerien in Litauen, Russland und Weißrussland verbracht. Die umfangreichen Vorräte an Süß- und Mineralwasser (Kaliningradskaja) werden abgefüllt und überwiegend zu Heilzwecken in den Kurorten verwendet. Die Torfvorräte betragen etwa 3 Mio. to. Es gibt Torffabriken, die den Torf zu Torfstreu (Viehzucht) und Torfdünger verarbeiten. Vereinzelt wird Torf auch als Brennstoff oder als Heilschlamm in den Kurzentren verwendet. Die Braunkohlevorräte (ca. 1,5 Mrd. to.) sind aufgrund ihrer eingeschränkten Qualität und Quantität lediglich als Rohstoff für die chemische Industrie geeignet. Die Vorkommen an Baustoffen von Lehm, Sand und Kies (ca. 3 Mio. m³) werden auf Kaliningrader Gebiet verbraucht oder exportiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Gebiets vom ehemaligen Ostpreußen zur russischen Exklave und skizziert die daraus resultierenden vielfältigen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.

2. Geografische Lage: Dieses Kapitel beschreibt die geografische Einbettung Kaliningrads zwischen Litauen, Polen und der Ostsee sowie dessen völkerrechtlichen Status innerhalb der Russischen Föderation.

3. Einblick in die Geschichte: Der Abschnitt rekapituliert die Gründung Königsbergs durch den Deutschen Orden sowie die geschichtlichen Zäsuren nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

4. Bevölkerung: Hier wird die demografische Situation analysiert, wobei insbesondere die sozioökonomischen Unterschiede zwischen der Oblast und der Stadt Kaliningrad sowie die verschiedenen sozialen Schichten beleuchtet werden.

5. Strategische Bedeutung: Dieses Kapitel widmet sich der traditionellen Rolle Kaliningrads als bedeutender Militärstandort und der historischen Entwicklung der Baltischen Flotte.

6. Wirtschaftliche Betrachtungen: Die Analyse konzentriert sich auf die natürlichen Ressourcen, die Industriezweige sowie den Außenhandel und die Funktionsweise der Sonderwirtschaftszone „Jantar“.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ambivalenz zwischen der geografischen Lage und der politischen Abhängigkeit von Moskau zusammen und wirft einen Blick auf die zukünftigen Entwicklungsperspektiven.

Schlüsselwörter

Kaliningrad, Exklave, Russische Föderation, Bernstein, Wirtschaft, Sonderwirtschaftszone, Jantar, Baltische Flotte, Geopolitik, Infrastruktur, Ostseeraum, Sozialstruktur, Transformationsprozess, Außenhandel, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Situation der russischen Exklave Kaliningrad, beleuchtet deren historische Genese und untersucht die aktuellen Herausforderungen in Bezug auf Geografie, Wirtschaft und Politik.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die demografische Entwicklung, die strategische militärische Bedeutung, die wirtschaftliche Nutzung von Ressourcen und die Effektivität der Sonderwirtschaftszone „Jantar“.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit der Region im Spannungsfeld zwischen ihrer Zugehörigkeit zur Russischen Föderation und der geografischen Einbettung in die Europäische Union zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung des Themas, die auf Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und offiziellen Statistiken basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der geografischen Lage, der Geschichte, der demografischen Schichtung, der militärischen Rolle sowie einer ökonomischen Analyse der Rohstoffvorkommen und Handelsbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wesentliche Begriffe sind Exklave, Transformation, Sonderwirtschaftszone, Geopolitik, Baltische Flotte und die wirtschaftliche Abhängigkeit von Moskau.

Welche Rolle spielt die Sonderwirtschaftszone „Jantar“ für die Region?

Die Zone wurde als Instrument geschaffen, um durch Steuervorteile und Investitionsanreize das Wirtschaftswachstum zu fördern, konnte jedoch aufgrund von bürokratischen Hürden und Korruption bisher nur eingeschränkt positive Effekte erzielen.

Welche Einschätzung gibt der Autor zur Zukunft der Region?

Der Autor konstatiert eine „Übergangsphase“ und betont, dass trotz der Euphorie über westeuropäische Einflüsse die Abhängigkeit von der Moskauer Zentralregierung das entscheidende Zukunftskriterium bleibt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kaliningrad - Betrachtungen zur Zukunft der russischen Exklave
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Integration im Ostseeraum
Note
1,7
Autor
Dipl.-Betriebswirt Volker Kleensang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V54472
ISBN (eBook)
9783638496704
ISBN (Buch)
9783638938440
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kaliningrad Betrachtungen Zukunft Exklave
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.-Betriebswirt Volker Kleensang (Autor:in), 2006, Kaliningrad - Betrachtungen zur Zukunft der russischen Exklave, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54472
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Leseprobe aus  14  Seiten
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