In der Arbeit wird ein Interviewleitfaden zur Ermittlung der Kundenbindung von Abonnement-Zeitschriften konzipiert.
Des Weiteren werden die Anwendungsbereiche der qualitativen und quantitativen Inhaltsanalyse miteinander verglichen.
In der qualitativen Forschung werden verbale Daten auf zwei Arten gewonnen: durch Erzählung oder mittels Leitfadeninterview. Wird bei der Fragestellung der Schwerpunkt auf den Verlauf des einzelnen Falls und den Kontext von Erfahrungen gelegt, wird meistens das Erzählverfahren ausgewählt. Sind allerdings konkrete Aussagen über einen Gegenstand Ziel der Datenerhebung, wird das Leitfadeninterview genutzt.
Die Lesergruppe zu definieren ist in Bezug auf die Kundenbindung bei Zeitungen nicht einfach. Denn ein Abonnent ist nicht gleich auch der Leser der Zeitung. Nur im Falle eines Einpersonenhaushalts kann davon ausgegangen werden, dass der Käufer der Zeitung identisch mit dem Leser der Zeitung ist. Bei einem Mehrpersonenhaushalt, zum Beispiel einer Familie, wird in der Regel nur eine Ausgabe bestellt, obwohl mehrere Familienmitglieder die Zeitung lesen.
Inhaltsverzeichnis
1. C1: Konzeption des qualitativen Interviewleitfaden zur Ermittlung der Kundenbindung bei Abonnementzeitungen
1.1. Operationalisierung und Konzeption der Fragengestaltung
1.2. Darstellung der Leser- bzw. Rezipientengruppen
1.3. Beschreibung der qualitativen Stichprobe
1.4. Durchführung der Interviews
2. C2 – Qualitative Fallauswahl
2.1. Definition der qualitativen Fallauswahl und die Verfahren
2.2. Unterschiede zu repräsentativen Stichprobeverfahren
3. C3 – Qualitative Inhaltsanalyse
3.1. Unterschied zwischen quantitativer und qualitativer Inhaltsanalyse und typische Anwendungsfelder
3.2. Grundbegriffe qualitative Inhaltsanalyse
3.3. Ablauf einer qualitativen Inhaltsanalyse
3.4. Notwendigkeit einer qualitativen Inhaltsanalyse mit zwei Praxisbeispielen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der methodischen Konzeption einer qualitativen Untersuchung zur Kundenbindung bei Abonnementzeitungen, wobei der Schwerpunkt auf der Erstellung eines Interviewleitfadens und der theoretischen Einbettung qualitativer Forschungsmethoden liegt. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie qualitative Fallauswahl und Inhaltsanalyse eingesetzt werden können, um komplexe Kundenbindungsfaktoren in einem sich wandelnden Medienmarkt empirisch zu erfassen.
- Konzeption und Operationalisierung von Leitfadeninterviews
- Methodologische Grundlagen der qualitativen Fallauswahl (theoretisches Sampling)
- Abgrenzung und Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse
- Analyse von Kundenbindungsfaktoren im Kontext von Printabonnements
- Praxisnahe Anwendung qualitativer Forschungsinstrumente
Auszug aus dem Buch
1.1. Operationalisierung und Konzeption der Fragengestaltung
In der qualitativen Forschung werden verbale Daten auf zwei Arten gewonnen: durch Erzählung oder mittels Leitfadeninterview. Wird bei der Fragestellung der Schwerpunkt auf den Verlauf des einzelnen Falls und den Kontext von Erfahrungen gelegt, wird meistens das Erzählverfahren ausgewählt. Sind allerdings konkrete Aussagen über einen Gegenstand Ziel der Datenerhebung, wird das Leitfadeninterview genutzt.
Ein Leitfadeninterview ist ein Leitfaden mit offen formulierten Fragen für den Interviewer. Aufgrund des konsequenten Einsatzes des Leitfadens, wird die Vergleichbarkeit der Daten erhöht und die Daten durch die Fragen eine Struktur. Der Leitfaden ist somit Orientierung für den Interviewer und stellt zugleich sicher, dass keine wesentlichen Aspekte vergessen gehen. Das Interview muss allerdings nicht strikt nach dem Leitfaden durchgeführt werden. Die Reihenfolge der Fragen muss nicht vollständig eingehalten werden. Der Interviewer kann selbst entscheiden, ob und wann er detailliert Rückfragen stellt, ausholende Ausführungen des Befragten unterstützt bzw. ob und wann er Ausschweifungen des Befragten zum Leitfaden zurückkehrt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. C1: Konzeption des qualitativen Interviewleitfaden zur Ermittlung der Kundenbindung bei Abonnementzeitungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Leitfadenkonstruktion und definiert die Zielgruppe der Rezipienten im Kontext des sich wandelnden Lesermarktes. Zudem wird eine konkrete Operationalisierung der Kundenbindungsdimensionen in Interviewfragen vorgenommen.
2. C2 – Qualitative Fallauswahl: Hier werden die theoretischen Ansätze der qualitativen Stichprobenbildung, insbesondere das theoretische Sampling, erläutert und den repräsentativen statistischen Verfahren gegenübergestellt. Es wird verdeutlicht, dass die Relevanz der Fälle für die inhaltliche Repräsentation entscheidend ist.
3. C3 – Qualitative Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel liefert einen umfassenden Überblick über die qualitative Inhaltsanalyse, ihre Grundbegriffe, den methodischen Ablauf und die Abgrenzung zur quantitativen Analyse. Abschließend werden Anwendungsfelder und Praxisbeispiele, wie die Prozessanalyse, diskutiert.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Interviewleitfaden, Kundenbindung, Abonnementzeitungen, theoretisches Sampling, qualitative Inhaltsanalyse, Fallauswahl, Mediennutzung, Sozialforschung, Operationalisierung, Datenerhebung, Kodierleitfaden, interpretative Forschung, Rezipientengruppen, Sharing Economy.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Methodik der qualitativen Sozialforschung, angewandt auf die Fragestellung der Kundenbindung im Zeitungsmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Leitfadenkonstruktion, die qualitative Fallauswahl (Stichprobenbildung) und die qualitative Inhaltsanalyse als Methode zur Datenauswertung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Interviewleitfadens, um die Faktoren der Kundenbindung bei Tageszeitungsabonnenten qualitativ zu erfassen und zu untersuchen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden qualitative Methoden wie das Leitfadeninterview, die theoretische Fallauswahl sowie die qualitative Inhaltsanalyse zur systematischen Textauswertung herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Konzeption der Befragung, die Begründung der Stichprobenauswahl und die theoretische Herleitung sowie den Ablauf der qualitativen Inhaltsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie qualitative Inhaltsanalyse, Kundenbindung, Interviewleitfaden und theoretisches Sampling geprägt.
Warum ist die Definition der Lesergruppe für die Kundenbindung so komplex?
Die Komplexität ergibt sich daraus, dass der Abonnent (Käufer) nicht immer identisch mit dem tatsächlichen Leser der Zeitung ist, insbesondere in Mehrpersonenhaushalten.
Welche Rolle spielt die "Sharing Economy" für die Untersuchung?
Der Trend zu geteilten Abonnements, vergleichbar mit Streaming-Diensten, macht es notwendig, die Rezipientengruppe über den einzelnen Käufer hinaus zu erweitern.
Warum wird ein Pretest beim Interviewleitfaden durchgeführt?
Ein Pretest dient dazu, problematische oder unverständliche Fragen zu identifizieren, den Zeitaufwand zu prüfen und die Qualität der späteren Hauptforschungsphase zu erhöhen.
Was ist das "theoretische Sampling"?
Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem die Auswahl der Fälle schrittweise während des Forschungsprozesses auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse erweitert wird.
- Arbeit zitieren
- Riccarda Jung (Autor:in), 2019, Qualitative Inhaltsanalyse und Interviewleitfaden als Grundlagen qualitativer Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541148