Ziel dieser Arbeit ist die Überprüfung der Forschungsfrage, ob Stellenanzeigen direkte oder indirekte Diskriminierungen enthalten und anhand welcher Merkmale man diese erkennen kann. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei darauf gerichtet, wodurch es zustande kommt, dass sich manche Menschen durch Stellenanzeigen diskriminiert fühlen und inwiefern die Sprachgestaltung Einfluss darauf hat. Der Fokus wird auf die Geschlechtergerechtigkeit gelegt. Auf dieser Grundlage werden Handlungsempfehlungen gegeben, um Stellenanzeigen in Zukunft diskriminierungsfrei zu gestalten.
Zunächst werden die theoretische Grundlage anhand von Begriffsdefinitionen und die aktuelle Rechtslage von Stellenanzeigen in Deutschland dargelegt. Danach wird der Sprachwissenschaftsansatz des generischen Maskulinums erklärt und die Grundlage für die eigene Analyse mithilfe von anderen Studien zum Thema Diskriminierung in Stellenanzeigen gelegt. Anschließend führt der Autor eine eigene Untersuchung von Stellenanzeigen im Hinblick auf Diskriminierung an.
Die Diskriminierung von verschiedenen Personengruppen ist eine aktuelle Herausforderung eines jeden Unternehmens. In vielen Bereichen gibt es diese bereits und offensichtliche Diskriminierungen werden weniger. Allerdings gibt es viele Diskriminierungen, die wir nur unbewusst wahrnehmen, aber unsere Handlungen stark beeinflussen. Stellenanzeigen sind der erste Kontakt zwischen Unternehmen und Arbeitssuchenden. Sie entscheiden unter anderem, ob sich eine Person bewirbt oder nicht. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es besonders wichtig, die passenden Fachkräfte für sich zu gewinnen. Daher sorgt eine Verringerung der Diskriminierungen in Stellenanzeigen für eine erhöhte Bewerberanzahl und somit für mehr Auswahl der passenden Fachkraft.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Zielsetzung und Gang der Arbeit
- Theoretische Grundlagen
- Definitionen
- Rechtliche Grundlagen
- Empirische Daten
- Das generische Maskulinum
- Aktueller Forschungsstand
- Eye-Tracking Studie
- Studie der Antidiskriminierungsstelle
- Eigene Untersuchung
- Überblick über ausgewertete Stellenanzeigen
- Auswertungskriterien der Stellenanzeigen
- Ergebnisse der Auswertung
- Handlungsempfehlungen + Kritische Diskussion
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Frage, ob Stellenanzeigen direkte oder indirekte Diskriminierungen enthalten und anhand welcher Merkmale diese erkennbar sind. Der Fokus liegt dabei auf der Geschlechtergerechtigkeit, da diese die am häufigsten vorkommende Diskriminierungsart darstellt. Die Arbeit analysiert die sprachliche Gestaltung von Stellenanzeigen und deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Diskriminierung. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zur Gestaltung diskriminierungsfreier Stellenanzeigen zu entwickeln.
- Diskriminierung in Stellenanzeigen
- Sprache und Diskriminierung
- Geschlechtergerechtigkeit
- Empirische Studien zur Diskriminierung
- Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Diskriminierung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt das Problem der Diskriminierung von Personengruppen in Unternehmen dar und verdeutlicht die Bedeutung von Vielfalt und Gleichberechtigung im Personalmanagement. Der Fokus liegt auf Geschlechterdiskriminierung und der Rolle von Stellenanzeigen als erster Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Arbeitssuchenden.
- Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe direkte und indirekte Diskriminierung und beleuchtet die rechtlichen Grundlagen von Stellenanzeigen in Deutschland.
- Empirische Daten: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Sprachwissenschaftsansatz des generischen Maskulinums und untersucht aktuelle Studien zur Diskriminierung in Stellenanzeigen.
- Eigene Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert eine eigene Untersuchung von Stellenanzeigen im Hinblick auf Diskriminierung. Es werden die Auswahlkriterien der Stellenanzeigen und die Bewertungskriterien erläutert.
Schlüsselwörter
Diskriminierung, Stellenanzeigen, Geschlechtergerechtigkeit, generisches Maskulinum, Sprachgestaltung, Vielfalt, Diversität, Handlungsempfehlungen, Rechtliche Grundlagen, Empirische Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Problem mit dem generischen Maskulinum in Stellenanzeigen?
Das generische Maskulinum kann dazu führen, dass sich Frauen oder nicht-binäre Personen weniger angesprochen fühlen, was die Bewerberanzahl reduziert und indirekt diskriminierend wirken kann.
Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Stellenanzeigen in Deutschland?
Zentral ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das vorschreibt, dass Stellenanzeigen diskriminierungsfrei formuliert sein müssen, insbesondere hinsichtlich des Geschlechts.
Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Diskriminierung?
Direkte Diskriminierung benennt explizit Ausschlusskriterien. Indirekte Diskriminierung entsteht durch scheinbar neutrale Formulierungen oder Anforderungen, die bestimmte Gruppen faktisch benachteiligen.
Wie beeinflusst die Sprache die Wahrnehmung von Bewerbern?
Studien wie Eye-Tracking-Untersuchungen zeigen, dass die Wortwahl unbewusste Assoziationen weckt und maßgeblich darüber entscheidet, ob sich eine Person für die Stelle qualifiziert und willkommen fühlt.
Welche Handlungsempfehlungen gibt die Arbeit für Unternehmen?
Unternehmen sollten geschlechterneutrale Formulierungen nutzen, auf klischeebehaftete Adjektive verzichten und Vielfalt explizit als Teil der Unternehmenskultur kommunizieren.
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- Anonym (Author), 2020, Diskriminierung im Recruiting. Geschlechtergerechtigkeit und Sprache in Stellenanzeigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540446