In dieser Arbeit werde ich Sparrow und Sparrows Position bezüglich der Einführung von Robotern im Pflegedienst mit Misselhorn et al. vergleichen, ihre Hauptargumente herausarbeiten und kritisch reflektieren. Sparrow und Sparrow argumentieren dafür, dass mit der Einführung von Robotern nicht nur sozialer menschlicher Kontakt reduziert wird, sondern dass besonders ethisch zu bedenken sei, dass ältere Menschen getäuscht werden, da sie glauben könnten, die Interaktion zu den Robotern sei Teil der "realen" Welt. Ich werde zeigen, dass dieses Argument einer Täuschung durch Roboter nicht ethisch verwerflich ist und daher nicht ausreichend ist, um Roboter nicht in die Altenpflege zu implementieren. Des weiteren werde ich Misselhorns et al. Argument kritisieren, dass der Einsatz von Robotern am Beispiel von der Roboterrobbe "Paro" ethisch unbedenklich sei und zeigen, dass "Paro" prinzipiell nicht ethisch bedenklich sei in seiner Funktion, jedoch durchaus ethisch verwerfliche Auswirkungen beim Einsatz auftreten können, die bedacht und reflektiert werden müssen.
In vielen Teilen der Welt wächst der Anteil pflegebedürftiger älterer Menschen, gleichzeitig gibt es jedoch nicht ausreichend ausgebildete Arbeitskräfte, um den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden. Daher drängt die Frage auf: Wie sollen wir in Zukunft mit der Pflege von alten Menschen umgehen? Aufgrund technischer Innovationen scheint es eine Lösungsmöglichkeit zu sein, spezielle "Sozialroboter" in der Altenpflege einzusetzen. Die Diskussionen um den Einsatz von Robotern in der Altenpflege reichen von dramatischen Vorstellungen eines enthumanisierten Pflegesystems, bis hin zu übermäßig optimistischen Visionen davon, dass mithilfe von Robotern gerade das erhöhte Bedürfnis von älteren Menschen erfüllt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sparrow und Sparrow
- These 1: Täuschung durch emotionale künstliche Intelligenz
- These 2: Roboter sind unfähig, die Bedürfnisse älterer Menschen zu erfüllen
- Misselhorn et al.
- Modifizierter Fähigkeitenansatz
- Kritische Auseinandersetzung mit Pflegerobotern am Beispiel von Paro
- Wohlergehen
- Soziale Teilhabe
- Autonomie
- Auswertung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Artikel analysiert die ethischen Implikationen des Einsatzes von Robotern in der Altenpflege. Die Autoren vergleichen die Argumente von Sparrow und Sparrow mit denen von Misselhorn et al., um die Hauptthesen zu beleuchten und kritisch zu reflektieren. Die Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Frage, ob der Einsatz von Robotern die Bedürfnisse älterer Menschen erfüllt, ohne deren Würde und Autonomie zu beeinträchtigen.
- Ethische Implikationen des Einsatzes von Robotern in der Altenpflege
- Täuschung durch emotionale künstliche Intelligenz
- Fähigkeitenansatz und ethische Bewertung von Pflegerobotern
- Wohlergehen, soziale Teilhabe und Autonomie älterer Menschen
- Alternative Lösungsansätze für die Herausforderungen in der Altenpflege
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den aktuellen Bedarf an Pflegekräften für ältere Menschen dar und erläutert den Hintergrund der Debatte um den Einsatz von Robotern in der Altenpflege. Die Autoren erläutern die verschiedenen Standpunkte zu diesem Thema und skizzieren den Fokus des Artikels auf die Kritik an Sparrow und Sparrows Argumenten gegen den Einsatz von Robotern.
Das Kapitel über Sparrow und Sparrow beleuchtet die Hauptargumente der Autoren gegen den Einsatz von Robotern in der Altenpflege. Sie argumentieren, dass Roboter älteren Menschen eine „virtuelle" Welt bieten, die auf Täuschung basiert. Sie kritisieren, dass Roboter die Bedürfnisse älterer Menschen nicht erfüllen können, da sie menschliche Emotionen nicht verstehen oder nachahmen können.
Das Kapitel über Misselhorn et al. behandelt den Fähigkeitenansatz und dessen ethische Bewertung im Kontext des Einsatzes von Pflegerobotern. Die Autoren diskutieren die ethischen Herausforderungen am Beispiel von Paro, einer Roboterrobbe, die soziale Interaktion mit Menschen ermöglicht. Sie stellen die Frage, ob Paro in seiner Funktion ethisch unbedenklich ist, aber gleichzeitig aufzeigen, dass beim Einsatz ethisch verwerfliche Auswirkungen auftreten können.
Schlüsselwörter
Der Artikel befasst sich mit den wichtigsten Schlüsselbegriffen und Themen, die den Einsatz von Robotern in der Altenpflege betreffen. Zu den zentralen Begriffen gehören ethische Implikationen, Täuschung, Fähigkeitenansatz, Wohlergehen, soziale Teilhabe, Autonomie, und alternative Lösungsansätze.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Einsatz von Robotern in der Pflege moralisch vertretbar?
Die Arbeit analysiert diese Frage kritisch und vergleicht Argumente über Täuschung, soziale Teilhabe und die Fähigkeit von Robotern, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen.
Was ist das Hauptargument von Sparrow und Sparrow gegen Pflegeroboter?
Sie warnen vor einer ethisch verwerflichen Täuschung älterer Menschen, die glauben könnten, die Interaktion mit einer künstlichen Intelligenz sei eine reale soziale Beziehung.
Was ist die Roboterrobbe 'Paro'?
Paro ist ein Sozialroboter in Tierform, der in der Altenpflege (z.B. bei Demenz) eingesetzt wird, um das Wohlergehen zu steigern und soziale Interaktionen zu fördern.
Können Roboter menschliche Pflegekräfte ersetzen?
Die Diskussion zeigt, dass Roboter zwar bestimmte Bedürfnisse (wie Unterhaltung oder Monitoring) erfüllen können, aber die Gefahr einer Dehumanisierung besteht, wenn der echte menschliche Kontakt reduziert wird.
Welchen Einfluss haben Roboter auf die Autonomie älterer Menschen?
Misselhorn et al. untersuchen dies anhand des Fähigkeitenansatzes: Roboter können Autonomie fördern (z.B. durch Hilfestellung), aber auch gefährden, wenn sie bevormundend wirken.
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- Barbara Lampert (Author), 2019, Ist es moralisch vertretbar Roboter in der Altenpflege einzusetzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540408