Die vorliegende Literaturarbeit soll eine Übersicht wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Veränderungen der Sexualität aus Sicht der Partner von Brustkrebspatientinnen liefern. Zu diesem Zweck wurde eine PubMed-Recherche durchgeführt, die 8 qualitative Studien, die die Sexualität des Partners als Teilaspekt explorierten, zum Einschluss brachte. Während größtenteils negativ wahrgenommene Auswirkungen auf die Lustdimension von Sexualität in den Vordergrund traten, wurde in einigen wenigen Fällen auch von durchaus positiven Veränderungen in Hinblick auf die Beziehungsdimension von Sexualität berichtet. Die psychosexuelle Anpassung im Krankheitsverlauf wurde außerdem als abhängig von bestimmten Risikofaktoren und vermeintlich protektiven Faktoren herausgestellt. Abschließend muss jedoch aufgrund des Mangels an systematischen, methodisch einheitlichen Datenerhebungen auf den weiteren Forschungsbedarf innerhalb dieses Themenbereiches hingewiesen werden.
Patientinnen mit Mammakarzinom erfahren im Krankheitsverlauf häufig Veränderungen in unterschiedlichsten Lebensbereichen, so auch innerhalb ihrer Partnerschaft, beispielsweise in Bezug auf die mit dem Partner erlebte Sexualität. Während zahlreiche Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Sexualität der Patientinnen selbst vorliegen, sind Veränderungen in der Sexualität ihrer Partner bisher unzureichend erforscht worden. Die Notwendigkeit deren Betrachtung wird offensichtlich aufgrund von Hinweisen darauf, dass eine stabile Partnerschaft sowie frühestmögliche Wiederaufnahme sexueller Intimität in dieser Art von Lebenskrise von großer Bedeutung ist. So beeinflussen diese Faktoren maßgeblich die Adaptation beider Partner an die Erkrankung und beeinflussen außerdem durch eine verbesserte Krankheitsbewältigung nicht nur das Therapie-Outcome der Patientinnen, sondern auch den allgemeinen Gesundheitszustand beider Partner positiv.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzzusammenfassung
- Einleitung
- 1.1 Epidemiologie des Mammakarzinoms
- 1.2 Veränderungen weiblicher Sexualität durch Brustkrebs
- 1.3 Partnerschaft und Brustkrebs
- 1.4 Zielsetzung dieser Arbeit
- Methoden
- 2.1 Literaturrecherche
- 2.2 Ein- und Ausschlusskriterien
- Ergebnisse
- 3.1 Suchergebnisse
- 3.2 Erhobene Informationen zur Veränderung der Sexualität der Partner
- 3.3 Beeinflussende Faktoren
- Diskussion
- 4.1 Auswirkungen auf die Lust- und Beziehungsdimension von Sexualität
- 4.2 Beeinflussende Faktoren sexueller Veränderungen
- 4.3 Limitationen dieser Arbeit
- 4.4 Schlussfolgerungen
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen einer Brustkrebsdiagnose und -therapie auf die Sexualität der Partner von Brustkrebspatientinnen. Sie analysiert wissenschaftliche Erkenntnisse über die Veränderungen in der Sexualität aus der Perspektive der Partner, um ein besseres Verständnis der Herausforderungen und Chancen in dieser Situation zu gewinnen.
- Die Bedeutung einer stabilen Partnerschaft und sexueller Intimität in der Bewältigung der Erkrankung.
- Die Auswirkungen von Brustkrebs und dessen Behandlung auf die Sexualität der Partner.
- Die verschiedenen Faktoren, die die sexuelle Anpassung im Krankheitsverlauf beeinflussen.
- Die Notwendigkeit weiterer Forschung in diesem Bereich, um die sexuelle Gesundheit der Partner von Brustkrebspatientinnen besser zu verstehen und unterstützen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die epidemiologische Bedeutung des Mammakarzinoms und gibt einen Überblick über die Veränderungen der weiblichen Sexualität durch Brustkrebs sowie die Rolle der Partnerschaft in diesem Kontext. Die Methoden beschreiben die durchgeführte PubMed-Recherche und die ein- und ausgeschlossenen Kriterien für die Literaturanalyse. Die Ergebnisse präsentieren die wichtigsten Erkenntnisse aus den analysierten Studien, insbesondere die Auswirkungen auf die Lust- und Beziehungsdimension der Sexualität der Partner und die Einflüsse verschiedener Faktoren auf die sexuelle Anpassung. Die Diskussion beleuchtet die Auswirkungen auf die verschiedene Dimensionen der Sexualität, die einflussnehmenden Faktoren und die Limitationen der vorliegenden Arbeit.
Schlüsselwörter
Brustkrebs, Sexualität, Partner, Auswirkungen, Therapie, Lebensqualität, Beziehung, Lustdimension, Beziehungsdimension, psychosoziale Faktoren, Forschung.
Häufig gestellte Fragen zu Brustkrebs und Sexualität der Partner
Wie beeinflusst eine Brustkrebsdiagnose die Sexualität der Partner?
Die Diagnose führt oft zu Veränderungen in der Lustdimension (Libidoverlust) und beeinflusst die Beziehungsdynamik durch psychische Belastungen und körperliche Veränderungen der Patientin.
Welche Dimensionen der Sexualität werden in der Forschung unterschieden?
Es wird zwischen der Lustdimension (körperliches Verlangen) und der Beziehungsdimension (Intimität und emotionale Nähe) unterschieden.
Gibt es auch positive Auswirkungen auf die Beziehung?
In einigen Fällen berichten Partner von einer gestärkten emotionalen Bindung und einer Vertiefung der Beziehung als Folge der gemeinsamen Bewältigung der Lebenskrise.
Warum ist die Wiederaufnahme sexueller Intimität wichtig?
Eine frühestmögliche Wiederaufnahme fördert die psychische Adaptation beider Partner an die Erkrankung und verbessert die allgemeine Krankheitsbewältigung.
Welche Faktoren schützen die Sexualität in dieser Zeit?
Stabile Partnerschaften und eine offene Kommunikation gelten als protektive Faktoren für die psychosexuelle Anpassung im Krankheitsverlauf.
Besteht weiterer Forschungsbedarf in diesem Bereich?
Ja, da bisherige Studien oft methodisch uneinheitlich sind und die Perspektive der Partner im Vergleich zu der der Patientinnen unterrepräsentiert ist.
- Quote paper
- Jana Raue (Author), 2015, Auswirkungen von Brustkrebsdiagnose und –therapie auf die Sexualität von Partnern von Brustkrebspatientinnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538818