In dieser Arbeit analysiert der Autor mithilfe der Schulbuchanalyse nach Schönemann/Thünemann bilinguale Schulbücher unter folgender Fragestellung: Inwiefern weisen die bilingualen Schulbücher die Merkmale eines guten Geschichtsbuches auf und inwieweit lassen sich in ihnen binnendifferenzierende Merkmale finden? Es soll herausgefunden werden, ob auch leistungsschwache Schüler durch die Arbeit mit dem Schulbuch gefördert werden können.
Zunächst soll kurz auf die Schulbuchanalyse eingegangen werden, um eine methodische Grundlage liefern zu können. Es folgt eine oberflächliche Analyse, um Besonderheiten von bilingualen Geschichtsbüchern herauszuarbeiten. Dabei sollen die Schulbücher mithilfe der großen Schulbuchanalyse miteinander verglichen werden, um die allgemeine Eignung für den Geschichtsunterricht kritisch zu überprüfen. Anschließend liegt der Fokus auf der Untersuchung von binnendifferenzierten Merkmalen in den bilingualen Geschichtsbüchern. Hierzu wird dargestellt, wodurch sich eine Binnendifferenzierung auszeichnet und ob es spezielle Merkmale für den bilingualen Unterricht gibt. Im Anschluss wird der Autor die Kapitel zum Thema Industrialisierung auf diese Merkmale hin untersuchen.
Bilingualer Geschichtsunterricht wird von Kritikern häufig als erweiterter Fremdsprachenunterricht bezeichnet. Zudem sei zu monieren, dass sich der bilinguale Geschichtsunterricht durch die gehobenen Anforderungen, die sich aus dem erhöhten Lernaufwand für das zusätzliche sprachliche Wissen ergeben, vor allem an leistungsstärkere Schüler richte. Dabei stellt sich jedoch die Frage, worauf der Fokus liegt: Auf dem sprachlichen oder dem fachlichen Lernen? Weisen Kritiker wie Maset zurecht darauf hin, dass der bilinguale Geschichtsunterricht eher als erweiterter Fremdsprachen Unterricht zu sehen ist und dem historischen Lernen als Ganzes eher abträglich ist?
Inhaltsverzeichnis
1. ERÖRTERUNG DER FRAGESTELLUNG
2. FORMEN DER SCHULBUCHANALYSE
3. IN MEDIAS RES – ANALYSE
3.1. SCHULBUCHANALYSE CONNECT 2
3.2. SCHULBUCHANALYSE EXPLORING HISTORY 1 & EXPLORING HISTORY 1 WORKBOOK
3.3. SCHULBUCHANALYSE INVITATION TO HISTORY 1
4. BINNENDIFFERENZIERUNG
4.1. FORMEN DER BINNENDIFFERENZIERUNG
4.2. BINNENDIFFERENZIERUNG IN CONNECT 2
4.3. BINNENDIFFERENZIERUNG BEI EXPLORING HISTORY 1
4.4. BINNENDIFFERENZIERUNG INVITATION TO HISTORY 1
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung bilingualer Geschichtsbücher als vollwertige Geschichtsmedien unter Berücksichtigung ihrer fachwissenschaftlichen Qualität und ihrer Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern diese Lehrmittel über einen rein fremdsprachlichen Fokus hinausgehen und den Anforderungen an modernen Geschichtsunterricht gerecht werden.
- Analyse der fachdidaktischen Qualität bilingualer Geschichtsbücher nach Schönemann/Thünemann.
- Untersuchung von Konzepten zur Binnendifferenzierung im bilingualen Sachfachunterricht.
- Vergleichende Betrachtung der Schulbücher Connect 2, Exploring History 1 und Invitation to history 1.
- Bewertung des Potentials bilingualer Materialien für heterogene Lerngruppen und individuelles Lernen.
Auszug aus dem Buch
3.3. Schulbuchanalyse Invitation to history 1
Vom Aufbau her ist das Buch eine Mischung aus Connect 2 und Exploring history. Es richtet sich an die Schüler der sechsten bis zur 13. Klasse. Zu Beginn werden auf der Innenseite des Covers die wichtigsten Ereignisse mit Jahreszahlen aufgelistet. Danach folgt eine Preface Seite, die den Aufbau des Buches beschreibt, wodurch die verschiedenen Medien, Quellen, Darstellungstexte, etc. erkennbar sind. Das Inhaltsverzeichnis bedient sich historischer Längs und Querschnitte. So wird beispielsweise das Thema Industrialisierung in Kapitel 2.1 (Great Britain – The first industrial society in the world) und Kapitel 6.2(The “first“ Industrial Revolution in Germany) gut dargestellt. Ansonsten ist das Buch ähnlich aufgebaut wie Exploring history 1. Es enthält kein eigenes Methodenkapitel, sondern Methodenseiten, diese sollen im Laufe des Buches erarbeitet werden sollen. Am Rand der Lektionen finden sich Vokabelhilfen, die nach Kapitel nummeriert sind und durch ein Sternchen-Hinweis (*) im Text sichtbar gemacht werden. Besonders sind in diesem Buch farblich hinterlegte Textblöcke zwischen den Darstellungstexten zu nennen auf die ich näher eingehen werde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. ERÖRTERUNG DER FRAGESTELLUNG: Die Einleitung thematisiert die Kritik am bilingualen Geschichtsunterricht als bloßer Fremdsprachenerwerb und definiert die methodische Herangehensweise der Untersuchung.
2. FORMEN DER SCHULBUCHANALYSE: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen der Schulbuchanalyse nach Schönemann und Thünemann, unterteilt in formale, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Ebenen.
3. IN MEDIAS RES – ANALYSE: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der Analyse-Kriterien auf die drei ausgewählten Schulbuchwerke Connect 2, Exploring History 1 und Invitation to history 1.
4. BINNENDIFFERENZIERUNG: Dieser Hauptteil analysiert theoretische Ansätze der Differenzierung und prüft deren praktische Umsetzung in den drei untersuchten bilingualen Geschichtsbüchern.
5. FAZIT: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial der untersuchten Bücher für einen fachlich fundierten bilingualen Unterricht.
Schlüsselwörter
Bilingualer Geschichtsunterricht, Schulbuchanalyse, Binnendifferenzierung, Geschichtsdidaktik, Fachdidaktik, Connect 2, Exploring History, Invitation to history, Industrialisierung, Fremdsprachenlernen, Multiperspektivität, Konstruktcharakter, Lernvoraussetzungen, Heterogenität, Sprachhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, ob bilinguale Geschichtsbücher als vollwertige Geschichtsmedien fungieren können oder ob sie lediglich der Förderung von Fremdsprachenkenntnissen dienen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Schulbuchstruktur, der fachwissenschaftlichen Kriterien und der Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung innerhalb der Lernmaterialien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Evaluation, inwiefern die gewählten Lehrwerke den historischen Lernprozess unterstützen und für leistungsschwächere Schüler durch Binnendifferenzierung zugänglich gemacht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die "Große Schulbuchanalyse" nach Schönemann und Thünemann als methodischer Rahmen angewendet, ergänzt um Kriterien der Binnendifferenzierung nach Alexander Heimes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der drei Schulbücher Connect 2, Exploring History 1 und Invitation to history 1 sowie eine Prüfung ihrer spezifischen Differenzierungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Binnendifferenzierung, bilingualer Unterricht, Fachdidaktik, Multiperspektivität und die konkrete Ausgestaltung des Geschichtsunterrichts in der Fremdsprache.
Wie schneidet "Exploring History 1" in der Analyse ab?
Das Buch wird im Vergleich kritisch bewertet, da es zu wenig Binnendifferenzierung aufweist und stark an einen reinen Englischunterricht erinnert.
Welche Vorteile bietet "Invitation to history 1" laut Autor?
Der Autor lobt insbesondere die gute Struktur, die gezielten Hilfestellungen wie "Activate your English"-Boxen und die durchgehenden Querverweise, die das historische Verständnis fördern.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Hake (Autor:in), 2019, Bilinguale Geschichtsbücher. Geschichtsunterricht oder erweiterter Fremdsprachenunterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537096