In dieser Arbeit sollen die Optimierungsmöglichkeiten in Form von Entlastungen für energieintensive Unternehmen dargestellt werden, was diese von einer Abwanderung aus Deutschland und die daraus folgende Verlegung der Produktion ins Ausland abhalten soll. Des Weiteren wird auf die Möglichkeiten der Reduzierung von Netzentgelten eingegangen.
In der heutigen Zeit steht die Energiewirtschaft vor allem mit der Industrie in einem wichtigen Zusammenhang. Die Energiewende stellt eine grundsätzliche Änderung der Stromversorgungsstruktur dar. Der immer weiter ansteigende Strompreis wird für energieintensive Unternehmen durch Ausnahmereglungen abgemildert. Jene energieintensiven Unternehmen weisen eine deutliche Wichtigkeit für die deutsche Wirtschaft auf. Diese Wichtigkeit der energieintensiven Industrie wird anhand des jährlichen Umsatzes von rund 330 Milliarden Euro, welcher 18 Prozent des Umsatzes von dem gesamten verarbeitenden Gewerbes ausmacht, deutlich. Energieintensive Unternehmen schaffen rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland, womit diese einen erheblichen Beitrag zur Erhaltung des Wohlstandes dieses Landes beitragen.
Energieintensive Unternehmen finden sich in den Branchen Stahl, Papier, Nichteisen-Metalle, Glas, Chemie und Baustoffe wieder. Jene Unternehmen sind zu einem großen Teil unter dem Dach der EID organisiert, um ihre gemeinsamen klima- und energiepolitischen Positionen durchzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Aufbau der Arbeit
- energieintensive Unternehmen
- Darstellung der Entwicklung der unterschiedlichen energiewirtschaftlichen Optimierungspotenziale für energieintensive Unternehmen
- Überblick
- EEG Umlage
- Besondere Ausgleichsreglung (BesAR)
- Eigenstromprivileg
- Stromsteuer
- Konzessionsabgabe
- KWKG-Umlage
- Offshore-Haftungsumlage
- Vergütung abschaltbarer Lasten (Umlage § 18 AbLaV)
- Emissionshandel
- Strompreiskompensation
- Darstellung der Möglichkeiten zur Reduzierung der Entgelte im Netzbereich
- Fazit
- Berechnung der Beispielaufgabe
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Optimierungspotenzialen in der Energiewirtschaft für energieintensive Unternehmen. Sie untersucht verschiedene Entlastungsmechanismen, die den energieintensiven Unternehmen aufgrund des steigenden Strompreises zugutekommen und diese vor einer Verlegung ihrer Produktion ins Ausland schützen sollen. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zur Reduzierung von Netzentgelten für diese Unternehmen behandelt.
- Analyse der Ausnahmereglungen und Entlastungen für energieintensive Unternehmen im Bereich der Energie- und Strompreise
- Darstellung der Bedeutung des Eigenstromprivilegs und der Besonderen Ausgleichsreglung (BesAR) im Rahmen der EEG-Umlage
- Bewertung der Möglichkeiten zur Reduzierung von Netzentgelten im Kontext der Energiewirtschaft
- Erörterung des Einflusses von Emissionshandel und Strompreiskompensation auf energieintensive Unternehmen
- Analyse der Entwicklung der energiewirtschaftlichen Optimierungspotenziale im Kontext der deutschen Energiewende
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in das Thema ein und beschreibt die Bedeutung energieintensiver Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Es wird erläutert, wie diese Unternehmen aufgrund der Energiewende und des steigenden Strompreises vor Herausforderungen stehen und welche Entlastungsmechanismen es gibt. Kapitel 2 konzentriert sich auf die verschiedenen Möglichkeiten, die energieintensive Unternehmen zur Entlastung nutzen können, einschließlich der EEG-Umlage, der Stromsteuer, der Konzessionsabgabe, der KWKG-Umlage, der Offshore-Haftungsumlage, der Vergütung abschaltbarer Lasten und des Emissionshandels. Es werden dabei auch die Kriterien für die Inanspruchnahme dieser Entlastungen beleuchtet. Kapitel 3 befasst sich mit den Möglichkeiten zur Reduzierung von Entgelten im Netzbereich.
Schlüsselwörter
Energieintensive Unternehmen, Energiewende, Strompreis, EEG-Umlage, Besondere Ausgleichsreglung (BesAR), Eigenstromprivileg, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, KWKG-Umlage, Offshore-Haftungsumlage, Vergütung abschaltbarer Lasten, Emissionshandel, Strompreiskompensation, Netzentgelte, Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), Stromnetzentgeltverordnung (STROMNEV).
Häufig gestellte Fragen
Was sind energieintensive Unternehmen?
Energieintensive Unternehmen finden sich vor allem in Branchen wie Stahl, Papier, Nichteisen-Metalle, Glas, Chemie und Baustoffe. Sie zeichnen sich durch einen sehr hohen Stromverbrauch im Verhältnis zum Umsatz aus.
Was ist die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR)?
Die Besondere Ausgleichsregelung im Rahmen des EEG dient dazu, die Stromkostenbelastung für stromintensive Unternehmen zu reduzieren, um deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Abwanderung zu verhindern.
Was versteht man unter dem Eigenstromprivileg?
Das Eigenstromprivileg erlaubt es Unternehmen, die ihren Strom selbst erzeugen und verbrauchen, von reduzierten Umlagen (z. B. der EEG-Umlage) zu profitieren.
Welche weiteren Entlastungen gibt es für die Industrie?
Neben der EEG-Umlage können Unternehmen Ermäßigungen bei der Stromsteuer, der Konzessionsabgabe, der KWKG-Umlage sowie der Offshore-Haftungsumlage in Anspruch nehmen.
Wie können Netzentgelte reduziert werden?
Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. atypische Netznutzung oder bandintensive Abnahme gemäß StromNEV) individuelle Netzentgelte beantragen, um ihre Kosten zu senken.
Was ist die Strompreiskompensation?
Die Strompreiskompensation ist eine Beihilfe für Unternehmen, die durch den europäischen Emissionshandel indirekt mit höheren Strompreisen belastet werden (Carbon Leakage Schutz).
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- Nikolaj Neidlinger (Author), 2018, Energiewirtschaftliche Optimierungspotenziale für energieintensive Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535702