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Veränderte Kindheit - veränderte Bewegungswelt?

Titel: Veränderte Kindheit - veränderte Bewegungswelt?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 29 Seiten , Note: 1.5

Autor:in: Stephen Ströhle (Autor:in)

Didaktik - Sport, Sportpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nicht nur in der Sportwissenschaft, sondern auch in der Politik, den Medien und bei der (Sport-)Lehreraus- und - weiterbildung, wurde in den letzten Jahren vermehrt über die Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen diskutiert. Auf fast allen Ebenen wird beklagt, dass die Heranwachsenden der Informations- und Mediengesellschaft sowohl in den Grundfertigkeiten, wie Lesen, Schreiben und Rechnen, als auch in den motorisch - koordinativen Anforderungen immer mehr Defizite aufweisen. Die Diskussion darüber wird unter anderem mit prägnanten Formeln wie „Fett und Krank“ (Spiegel - Special 4/97), oder „Früh angeknackst“ (Spiegel - Special 12/97) immer wieder neu angeheizt. Dies wird zunehmend auf den Mangel an Bewegung und das steigende Medienkonsumverhalten zurückgeführt. Es ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, dass eine Veränderung der Kindheit stattgefunden hat, die sich sowohl beim Bewegungsverhalten, als auch im Umgang mit Medien bemerkbar macht. Ziel dieser Arbeit ist es nicht - und kann es auch nicht sein - eine umfangreiche Längsschnittstudie durchzuführen und auszuwerten, um den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu verifizieren, bzw. zu falsifizieren. Vielmehr soll hier ein Überblick gegeben werden über die tatsächlichen Veränderungen der Lebens- und Bewegungswelt und darüber, wie sich diese eventuell auf die Heranwachsenden auswirken. Dazu soll der aktuelle Forschungsstand kritisch beleuchtet und die unterschiedlichen Ansichten und Studien gegenübergestellt werden.
Außerdem soll betrachtet werden, wie die Kinder und Jugendlichen sich an die Veränderungen anpassen und welche Konsequenzen dies mit sich bringt. Zum Schluss der Arbeit sollen noch einmal alle Standpunkte kurz zusammengefasst, sowie ein Ausblick mit Empfehlungen gewagt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG ODER: WORUM GEHT ES EIGENTLICH?

2 VERÄNDERTE LEBENSBEDINGUNGEN – VERÄNDERTE KINDHEIT

2.1 Bestandsaufnahme früher

2.2 Was hat sich verändert

2.3 Sich wandelnde Wohnverhältnisse

2.4 ‚Verinselung’

2.5 Das neue Familienbild

2.6 Das Medienkonsumverhalten

2.7 Verändertes Spiel & Spielzeug

2.8 Zusammenfassung

3 MEDIENFREAKS ODER SPORTIVE KINDHEIT ?

3.1 Was wird den Jugendlichen vorgeworfen?

3.2 Überprüfung der Vorwürfe

3.2.1 Konträre Meinungen und Studien

3.2.2 Warum gibt es unterschiedliche Ergebnisse?

3.3 Mole 2002

3.3.1 Gegenstand der Untersuchung

3.3.2 Ergebnisse der Untersuchung

3.4 Wie sind die Fakten zu deuten?

3.5 Reaktion der Heranwachsenden

3.5 Schlussbetrachtung

4 AUSBLICK

5 RESUME

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss veränderter gesellschaftlicher und ökologischer Lebensbedingungen auf das Bewegungsverhalten und die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, die populäre Debatte über angeblich sinkende Fitness kritisch zu beleuchten, aktuelle Forschungsergebnisse einzuordnen und zu analysieren, wie sich Heranwachsende in einer modernen Medien- und Umweltlandschaft aktiv positionieren.

  • Wandel der Lebensbedingungen seit 1950 (Wohnsituation, Medienkonsum, Familienstruktur)
  • Kritische Auseinandersetzung mit der "Defizithypothese" der motorischen Leistungsfähigkeit
  • Analyse des Einflusses von Sportengagement und informellen Trendsportarten
  • Die Rolle von Eigenaktivität, Selbstkonzept und Aneignung von Erfahrungsräumen
  • Bewertung der Institutionalisierung von Sport und Bewegung im Kindesalter

Auszug aus dem Buch

3.4 Wie sind die Fakten zu deuten?

In einem sind sich wohl alle Sportwissenschaftler und Kindheitsforscher einig: die Alltagsbewegung der Heranwachsenden ist in den letzten Jahren drastisch gesunken. Es wird wohl auch kein Zweifel darüber aufkommen, dass die veränderten Lebensbedingungen, wie sie zum Teil in Kapitel 2 beschrieben wurden, darauf Einfluss genommen haben. In welchem Maße ein Zusammenhang zwischen den veränderten Lebensbedingungen, der fehlenden Alltagsbewegung und der motorischen Leistungsfähigkeit besteht, ist noch nicht vollständig geklärt7. Fest steht auch, dass so viele Kinder wie noch nie in Sportvereinen engagiert sind. Also treiben die Kinder von heute mehr Sport als früher, was jedoch nicht die fehlende Alltags- und Freizeitbewegung kompensieren kann. (vgl. Bös, 2003, S. 106). Die Bewegung wurde auf einen Bruchteil minimiert und wird nur unter Anleitung einer Aufsichtsperson durchgeführt.

Durch diese zunehmende Institutionalisierung des Sports und der Bewegung, ist nicht mehr das „Leben selbst die Schule“, sondern ein vorgefertigter Lernraum, in dem die Kinder und Jugendlichen mit einem fertigen ’Plan’ konfrontiert werden. Dieses vorprogrammierte Angebot gilt es entweder anzunehmen oder abzulehnen, mehr steht den Heranwachsenden nicht zur Disposition (vgl. Büchner, 1985, S. 12). Wohl ist damit auch die hohe Fluktuation und das Drop-out Syndrom unter den Sportvereinen zu erklären (vgl. Schmidt, 2003b, S. 115). Viele Jugendlichen sind unzufrieden mit ihrem Sport oder dem Trainer und wechseln so von einer Sportart, bzw. einem Sportverein zum andern, immer auf der Suche nach dem geringsten Widerstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG ODER: WORUM GEHT ES EIGENTLICH?: Das Kapitel erläutert die gesellschaftliche Diskussion über die sinkende Leistungsfähigkeit von Kindern und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die den Forschungsstand kritisch auf Wahrheitsgehalt und Anpassungsprozesse prüft.

2 VERÄNDERTE LEBENSBEDINGUNGEN – VERÄNDERTE KINDHEIT: Es werden die historischen und strukturellen Veränderungen seit 1950, wie Wohnverhältnisse, Medienkonsum und Familienstrukturen, analysiert, die maßgeblich zur Veränderung der kindlichen Bewegungswelt beigetragen haben.

3 MEDIENFREAKS ODER SPORTIVE KINDHEIT ?: Dieses Kapitel untersucht die Vorwürfe gegen die heutige Jugend, analysiert den Forschungsstand zu motorischen Tests und hinterfragt, ob Trendsport und Mediennutzung tatsächlich ausschließlich negativ zu bewerten sind.

4 AUSBLICK: Es wird die Notwendigkeit gefordert, zukünftig standardisierte Längsschnittstudien durchzuführen, um eine belastbare Datenbasis zu schaffen und die pädagogische Herangehensweise stärker auf die Einstellung zur Bewegung zu fokussieren.

5 RESUME: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass ein starrer Vergleich vergangener mit heutiger Kindheit methodisch problematisch ist und der Fokus auf der qualitativen Aufwertung der modernen Bewegungsbedingungen liegen sollte.

Schlüsselwörter

Sportpädagogik, Kindheit, Bewegungsentwicklung, Motorik, Medienkonsum, Lebensbedingungen, Jugendforschung, Alltagsbewegung, Sportverein, Trendsport, Sozialisation, motorische Leistungsfähigkeit, Institutionalisierung, Aneignung, Selbstkonzept

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Debatte über eine angeblich abnehmende motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Kontext veränderter gesellschaftlicher Lebensbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Auswirkungen von Urbanisierung, Medienkonsum, veränderten Familienstrukturen und der zunehmenden Institutionalisierung von Sport auf die kindliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die populäre Defizithypothese kritisch zu prüfen und aufzuzeigen, dass Veränderungen nicht pauschal als Verschlechterungen zu werten sind, sondern Anpassungsprozesse darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kritischen Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand, dem Vergleich verschiedener empirischer Studien und der Analyse soziologischer und sportpädagogischer Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Veränderungen der Lebensbedingungen, prüft die Vorwürfe an die heutige Jugend durch die Auswertung sportmotorischer Studien und diskutiert die Rolle der Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sportpädagogik, motorische Leistungsfähigkeit, Medienkonsum, Aneignung von Erfahrungsräumen, Institutionalisierung und die veränderte Kindheit.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Sportvereine?

Der Autor weist auf das Phänomen der hohen Fluktuation hin und kritisiert, dass durch die Institutionalisierung des Sports oft der eigenständige Aneignungsraum für Kinder verloren geht.

Was bedeutet der Begriff "Verinselung" in diesem Kontext?

Die Verinselung beschreibt den Verlust von alltäglichen, selbstbestimmten Bewegungswegen (z.B. der Weg zur Schule oder zum Spielplatz), da diese zunehmend durch motorisierte Mobilität ersetzt werden.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Veränderte Kindheit - veränderte Bewegungswelt?
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1.5
Autor
Stephen Ströhle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V53481
ISBN (eBook)
9783638489232
ISBN (Buch)
9783656803560
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Veränderte Kindheit Bewegungswelt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephen Ströhle (Autor:in), 2005, Veränderte Kindheit - veränderte Bewegungswelt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53481
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Leseprobe aus  29  Seiten
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