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Werte: höfische Ethik um 1200 - Wertewandel - moderne Werteforschung

Titel: Werte: höfische Ethik um 1200 - Wertewandel - moderne Werteforschung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 32 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Tobias Schwarzwälder (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Anhand des Titels dieser Hauptseminararbeit kann man erkennen, dass er mich geradezu einlädt meine Aufteilung in eine spezielle Inhaltstriade zu untergliedern. Der Haupttitel meiner Arbeit lautet zwar Werte und scheint durch diese explizite Begrifflichkeit eine Simplifikation bezüglich der Definition- auch bezüglich des Mittelhochdeutschen- zu ermöglichen, allerdings darf man selbstverständlicher Weise nicht vergessen, dass man diesen Begriff im Mittelalter, speziell im Hochmittelalter, welches für meine vorliegende Arbeit in den Fokus des Interesses gerückt wird, in dieser Art und Weise gar nicht verwendete. Anstelle des Begriffs Wert wurde eher Tugend bevorzugt. So ist zum Beispiel das höfische Wertesystem eher unter dem Begriff ritterliches Tugendsystem bekannt, welches auch seit geraumer Zeit Gegenstand der mediävistischen Forschung ist. Somit lässt sich sagen, dass Werte und Tugenden in der Literatur im neuhochdeutschen Sinne als Synonyme verwendet werden. Leider muss man erwähnen, dass es der Forschung bisher noch vergönnt wurde, „ein in sich geschlossenes System der Leitwerte aufzufinden, das auch nur innerhalb aller Werke“ eines Autors generelle Gültigkeit hätte. Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Wert finden Sie im folgenden Kapitel.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erläuterung der Begriffe Wert und Wertewandel

2.1 Wert und Wertewandel

3 Höfische Ethik um 1200

3.1 Der miles Christi

3.2 Die Artusepik als Vorbild ritterlich-höfischer Gesellschaft

3.3 Ausgesuchte epische Beispiele für ritterliche Tugenden

4 Wertewandel

4.1 Wert der Familie

4.2 Kulturelle Werte

4.3 Allgemeiner Wertewandel, Werte der Geschlechterrollen

4.4 Wertewandel: Auch die Kirche ist betroffen

5 Die moderne Werteforschung

6 Zusammenfassung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel von Wertvorstellungen im Vergleich zwischen der höfischen Ethik des Hochmittelalters und den Werten der modernen Gesellschaft. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit sich mittelalterliche Tugendideale in der heutigen Zeit erhalten haben oder durch einen Wertewandel zu einem Verlust oder einer Neuinterpretation dieser Normen geführt haben.

  • Analyse des ritterlichen Tugendsystems um 1200 am Beispiel der Artusepik.
  • Definition und geschichtliche Einordnung der Begriffe Wert und Wertewandel.
  • Gegenüberstellung mittelalterlicher Tugenden und moderner Postulate.
  • Diskussion moderner Werteforschung (u.a. Ronald Inglehart und die Shell-Studie).
  • Kritische Reflexion über die heutige Tendenz zur Ellenbogengesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der miles Christi

Der Begriff miles Christi (gottgefälliger Krieger) entstand in der Zeit zwischen 1100 und 1250, da die Kirche der Bitte nach Frieden und Schutz der Armen und Schwachen (auch Gottesfriedensbewegung genannt) unter dem Adel immer mehr an Gehör erlangte. Der hierfür erforderliche Krieger, welcher im Dienst der Kirche agierte und durch den Schutz des Glaubens und im Kampf um den Frieden der Christenheit kämpfte, wurde als miles Christi tituliert. Durch den Kampf im Namen Gottes errang der miles Christi Ruhm und Ehre. Das sogenannte joie de la court- Abenteuer (Erec) zeigt auf, dass der Ritterkampf wahrhaftig nicht zum Selbstzweck des Ritters diente. Erec hätte noch so stark und wagemutig sein können, êre hätte er nur erlangt, wenn seine Taten einen sozialen und sittlichen Wert präsentiert und diese den Mitmenschen gegolten hätten. Durch das Vertreten des gleichen Ideals entstand eine Gemeinschaft, jedoch existierten hier zwei differenzierte Höhepunkte, welche das Hochmittelalter prägten. Zum einen der militärische, welcher in den Kreuzzügen auftritt, zum anderen der kulturelle, welcher in den höfisch-ritterlichen Kulturen, sowie im Herren- und Minnedienst Einlass fand. Hierdurch war die Basis für einen Kultur- bzw. Wertewandel im Hochmittelalter gelegt.

Die Ritter hatten sich an gewisse Tugenden zu halten bzw. zu verfolgen (z.B. êre, stæte, muote, mâze, triuwe, milte, minne, güete, manheit, zuht). Hierdurch verschmolzen die religiösen Wertvorstellungen immer mehr mit den weltlichen Erwartungen. Um das Ziel, „höchstes gesellschaftliches Ansehen zu erreichen, musste der Ritter hövescheit besitzen. Ein guter Umgangston, sowie Tischmanieren und Fremdsprachenkenntnisse zeichneten einen idealen Ritter aus. Leider war das Hochmittelalter auch durch Kriege, Kämpfe und analphabetische Ritter gekennzeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsintention, die Verbindung von mittelalterlichen Tugendsystemen mit modernen Wertewandel-Prozessen zu untersuchen.

2 Erläuterung der Begriffe Wert und Wertewandel: Definition der soziologischen Begriffe und historischer Abriss der Entstehung des Wertebegriffs ab dem 19. Jahrhundert.

3 Höfische Ethik um 1200: Detaillierte Untersuchung ritterlicher Ideale anhand der Artusepik und der Rolle des miles Christi, sowie die Bedeutung tugendhaften Handelns als gesellschaftlicher Anker.

4 Wertewandel: Analyse der zyklischen Dynamik kultureller Wertesysteme nach Sorokin und Diskussion aktueller Phänomene wie die Deinstitutionalisierung der Ehe.

5 Die moderne Werteforschung: Darstellung der aktuellen Ansätze der Werteforschung unter besonderer Berücksichtigung der Theorie von Ronald Inglehart zur Postmoderne.

6 Zusammenfassung: Kurze Rückschau auf die behandelten Kapitel und die zentralen Erkenntnisse der Seminararbeit.

7 Fazit: Kritische Reflexion über den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft im Hinblick auf den Verlust traditioneller Tugenden und die mögliche Entwicklung einer Ellenbogengesellschaft.

Schlüsselwörter

Wertewandel, Höfische Ethik, Tugendsystem, Mittelalter, Moderne, Miles Christi, Tugenden, Artusepik, Gesellschaft, Selbstverwirklichung, Werteforschung, Ronald Inglehart, Triuwe, Äre, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel von Werten und Tugenden vom hochmittelalterlichen Rittertum bis hin zur modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das höfische Tugendsystem um 1200, der Prozess des Wertewandels in verschiedenen Epochen sowie aktuelle gesellschaftliche Trends wie Individualisierung und Selbstverwirklichung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob die mittelalterlichen ritterlichen Tugenden heute noch existieren und wie sich der gesellschaftliche Wandel auf unsere moralischen Wertmaßstäbe ausgewirkt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von epischen Werken des Mittelalters mit soziologischen Theorien über Wertewandel und modernen Studien zur Jugendforschung kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des mittelalterlichen ritterlichen Ethos, die theoretische Definition von Wertewandel sowie eine Auseinandersetzung mit der modernen Werteforschung nach Inglehart.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tugendsystem, Wertewandel, höfische Ethik, Postmaterialismus, Selbstverwirklichung und der Vergleich zwischen Mittelalter und Moderne charakterisiert.

Wie steht die Arbeit zur sogenannten "Spaßgesellschaft"?

Die Arbeit reflektiert kritisch darüber, ob wir uns auf dem Weg zu einer Ellenbogengesellschaft befinden und betont, dass trotz modernen Strebens nach Erfolg der Funken Anstand und Hilfsbereitschaft noch immer vorhanden ist.

Welche Rolle spielt die Kirche im Wertewandel?

Die Arbeit beleuchtet, wie die Kirche im Mittelalter die moralische Instanz bildete und wie dieser Einfluss im Laufe der Moderne, besonders durch die Emanzipationsbewegungen der 60er Jahre, abgenommen hat.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Werte: höfische Ethik um 1200 - Wertewandel - moderne Werteforschung
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)
Veranstaltung
Gegenwart des Mittelalters
Note
2,0
Autor
Tobias Schwarzwälder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
32
Katalognummer
V53409
ISBN (eBook)
9783638488693
ISBN (Buch)
9783638684781
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Werte Ethik Wertewandel Werteforschung Gegenwart Mittelalters
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Schwarzwälder (Autor:in), 2005, Werte: höfische Ethik um 1200 - Wertewandel - moderne Werteforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53409
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Leseprobe aus  32  Seiten
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