Das zweite der CHOPINschen Préludes op.28 gehört mit Sicherheit zu den am schwersten zugänglichen Stücken des Komponisten - und ist wohl gleichzeitig romantisch par excellence. Sowohl melodisch wie auch harmonisch und rhythmisch beschreibt es einen Schwebezustand, die Momentaufnahme eines "Klangs" und seine vielfältigen Farbnuancen, die Suche nach einem wie auch immer zu definierenden Ziel, nicht ohne auf Konkretes zurückzugreifen wie etwa die gregorianische "Dies-irae"-Melodie; autobiographische Intendenzen schimmern durch. - Das Stück, das im eigentlichen Sinne keines ist, wird auf seine Inhalte hin untersucht mit der Absicht, sie strukturell zu entschlüsseln und zu deuten.
Inhaltsverzeichnis
- Notentext
- 1. Überblick
- 2. Das Melodische
- 3. Die Harmonik
- 4. Die Begleitung
- 5. „Dies irae“ als Perpetuum mobile
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Analyse des Préludes op. 28/2 von Frédéric Chopin zielt darauf ab, die charakteristischen Elemente dieses Klavierstücks zu beleuchten. Der Fokus liegt auf der Untersuchung der melodischen Struktur, harmonischen Besonderheiten, Begleitfiguren und der Rolle des „Dies irae“-Motivs im Kontext des Werkes.
- Analyse der melodischen Struktur und ihrer Entwicklung
- Untersuchung der harmonischen Besonderheiten und ihrer Bedeutung
- Bedeutung der Begleitfiguren und deren Rolle im musikalischen Kontext
- Einordnung des „Dies irae“-Motivs als Leitmotiv und seine Funktion im Stück
- Interpretation des Stücks im Kontext der romantischen Musik
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblick
Das Prélude op. 28/2 wird als eines der eigenartigsten Klavierstücke Chopins beschrieben. Der Text analysiert die „Starre“ des Stücks, die skurrilen Klänge und die mögliche Verbindung zu Werken des 20. Jahrhunderts. Die Entstehung des Préludes im Kontext des Mallorca-Aufenthalts und Chopins Gesundheitszustand wird beleuchtet. Die besondere Gestaltung der Begleitung und die melodische Struktur mit ihren gegensätzlichen Motiven werden als charakteristische Merkmale des Stücks hervorgehoben.
2. Das Melodische
Die beiden Motive der Melodie werden analysiert und ihre scheinbare Gegensätzlichkeit beleuchtet. Die Beziehung zwischen den Motiven wird anhand von Intervallen und Rhythmen erklärt. Die Wiederholung der Motive und die Sequenzierung werden im Detail beschrieben.
Schlüsselwörter
Prélude op. 28/2, Frédéric Chopin, melodische Struktur, harmonische Besonderheiten, Begleitfiguren, „Dies irae“-Motiv, romantische Musik, Mallorca-Aufenthalt, Tuberkulose, skurrile Klänge, Starre, Momentaufnahme, Erstarrendes.
Häufig gestellte Fragen
Was macht das Prélude op. 28/2 von Chopin so besonders?
Es gilt als eines der am schwersten zugänglichen Werke Chopins, da es durch harmonische Instabilität, eine "starre" Begleitung und eine düstere Atmosphäre besticht.
Wann und wo entstand dieses Prélude?
Es entstand während Chopins Aufenthalt auf Mallorca (Valldemossa) im Winter 1838/39, geprägt durch seine schwere Krankheit (Tuberkulose).
Welche Rolle spielt das "Dies irae"-Motiv in dem Stück?
Das gregorianische Motiv der Totenmesse schimmert in der Struktur durch und unterstreicht den morbiden, suchenden Charakter der Komposition.
Wie ist die harmonische Struktur des Préludes aufgebaut?
Die Harmonik beschreibt einen Schwebezustand ohne klares Ziel, was für die Entstehungszeit revolutionär war und bereits auf die Moderne des 20. Jahrhunderts vorausweist.
Warum wird das Stück als "romantisch par excellence" bezeichnet?
Wegen seiner subjektiven Emotionalität, der Darstellung von Einsamkeit und der Zerbrechlichkeit der Form, die eher eine Momentaufnahme als ein klassisches Werk ist.
Was charakterisiert die Begleitung in der linken Hand?
Die Begleitung ist durch eine fast mechanische, "erstarrende" Figur geprägt, die einen starken Kontrast zur klagenden Melodie bildet.
- Quote paper
- Manfred Schwenkglenks (Author), 2008, Das Prélude op. 28/2 von Frédéric Chopin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5323