Die Globalisierung der Kapitalmärkte und die zunehmende Internationalisierung aller wirtschaftlichen Aktivitäten erfordern heute eine weltweite Harmonisierung der Rechnungslegungssysteme. Nach der Harmonisierung innerhalb der Europäischen Union (mit der Umsetzung der 4., 7. und 8 EG-Richtlinie), ist nun die Rede von einer Anpassung der deutschen Bilanzierung an internationale bzw. anglo-amerikanische Normen. Eine international harmonisierte Rechnungslegung baut für international tätige Unternehmen Transaktionskosten und Eintrittsbarrieren ab, da ein direkter Vergleich zwischen den in unterschiedlichen Staaten ansässigen Unternehmen möglich ist.
Die Bilanzierung von Rückstellungen, insbesondere von Restrukturierungs-rückstellungen, stellt gerade heute , ein kontrovers diskutiertes Thema dar.
Rückstellungen sind aber auch deshalb so wichtig, da sie eine erhebliche ökonomische Bedeutung aufweisen. So machen sie in den Geschäftsberichten deutscher Unternehmen etwa 30% bis 40% der Bilanzsumme aus .
Eine weitere allgemeine Konjunkturabschwächung, strukturelle Schwierigkeiten einzelner Branchen sowie eine Welle von Unternehmenskonkursen in der jüngeren Vergangenheit bereiten vielen Unternehmen Angst und haben daher den Begriff der Restrukturierung wieder vermehrt in den Vordergrund gerückt. Wie es der Presse zu entnehmen ist, betrifft dies auch große Konzerne wie Daimler Chrysler, VW oder den Berliner Pharmakonzern Schering, die ihre operativen Gewinne durch einige Sonderfaktoren wie Restrukturierungs-maßnahmen bereinigen.
Im Hinblick auf diese Entwicklungen stellt sich die Frage, wie Restruk-turierungsmaßnahmen im Rahmen der Rechnungslegung darzustellen sind.
Die International Accounting Standards wurden im Jahr 2002 in International Financial Reporting Standards umbenannt. Die IAS werden somit allmählich durch die IFRS ersetzt. Solange dieser jedoch nicht durch einen IFRS ersetzt wird, wird weiterhin vom IAS gesprochen. Ich werde mich in dem folgenden Text der Einfachheit halber auf die Bezeichnung IAS beschränken, da der Begriff IFRS in der Literatur bislang noch nicht ausschließlich verwendet wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Anwendungsbereich der IAS/IFRS und das Rahmenkonzept der IAS
- 3. Abgrenzung der Rückstellungen von den Verbindlichkeiten nach IAS/IFRS
- 4. Rückstellungsbilanzierung nach IAS/IFRS
- 5. Restrukturierungsrückstellungen nach IAS/IFRS
- 5.1 Begriff der Restrukturierung und Restrukturierungsmaßnahmen
- 5.2 Ansatzvorschriften für eine Restrukturierungsrückstellung
- 5.3 Umfang der zu passivierenden Kosten
- 5.4 Auswirkungen des IFRS 3 auf die Passivierung von Restrukturierungsrückstellungen
- 5.5 Restrukturierungsaufwendungen nach dem Handelsrecht
- 6. Zusammenfassung und Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Bilanzierung von Rückstellungen, insbesondere Restrukturierungsrückstellungen, nach den International Accounting Standards (IAS)/International Financial Reporting Standards (IFRS). Ziel ist es, einen Überblick über die relevanten Vorschriften und deren Anwendung zu geben. Der Fokus liegt auf der Klärung der Abgrenzung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie den spezifischen Anforderungen an die Bilanzierung von Restrukturierungsrückstellungen.
- Abgrenzung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten nach IAS/IFRS
- Bilanzierung von Rückstellungen nach IAS/IFRS
- Anforderungen an die Bilanzierung von Restrukturierungsrückstellungen
- Auswirkungen des IFRS 3 auf Restrukturierungsrückstellungen
- Vergleich mit dem Handelsrecht
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung der Rechnungslegung und die Bedeutung der Harmonisierung von Bilanzierungssystemen. Sie hebt die kontroverse Diskussion um die Bilanzierung von Rückstellungen hervor und betont deren ökonomische Relevanz für Unternehmen. Der Kontext der Restrukturierung in Unternehmen wird als aktueller Anlass für die detailliertere Betrachtung der Thematik genannt, wobei die Namensgebung IAS/IFRS erklärt wird.
2. Anwendungsbereich der IAS und das Rahmenkonzept der IAS: Dieses Kapitel beschreibt die Reaktion des deutschen Gesetzgebers auf die Entwicklungen in der Rechnungslegung, insbesondere die Einführung der Öffnungsklausel (§ 292a HGB) und die anschließende Pflicht zur Anwendung der IAS für bestimmte Unternehmen ab 2005. Es erläutert die Ziele des IAS-Konzepts und die Rolle des Frameworks.
3. Abgrenzung der Rückstellungen von den Verbindlichkeiten nach IAS: Dieses Kapitel definiert Rückstellungen (provisions), Verbindlichkeiten (liabilities), und Eventualverbindlichkeiten (contingent liabilities) gemäß IAS 37. Es verdeutlicht die Unterschiede zwischen diesen Kategorien und die spezifischen Kriterien für deren Bilanzierung. Der Schwerpunkt liegt auf der Abgrenzung der verschiedenen Arten von Verbindlichkeiten und der Unterscheidung von Rückstellungen besonderer Art (accruals).
4. Rückstellungsbilanzierung nach IAS / IFRS: Dieses Kapitel befasst sich mit den umfassenden Regelungen für Rückstellungen im IAS 37. Es erklärt, dass Rückstellungen den Verbindlichkeiten zugeordnet werden und dass der Eintritt und die Höhe der Verpflichtung mit Unsicherheit behaftet sind. Die Ansatzvoraussetzungen für Rückstellungen werden detailliert erläutert, insbesondere die Kriterien der faktischen oder rechtlichen Verpflichtung und der Wahrscheinlichkeit (more likely than not).
5. Restrukturierungsrückstellungen nach IAS/IFRS: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Aspekte der Bilanzierung von Restrukturierungsrückstellungen. Es definiert Restrukturierung und Restrukturierungsmaßnahmen und geht auf die Ansatzvorschriften, den Umfang der zu passivierenden Kosten und die Auswirkungen des IFRS 3 ein. Ein Vergleich mit dem Handelsrecht rundet das Kapitel ab.
Schlüsselwörter
Rückstellungen, Restrukturierung, IAS, IFRS, Verbindlichkeiten, Bilanzierung, Rechnungslegung, International Accounting Standards, International Financial Reporting Standards, IFRS 3, Handelsrecht, Wahrscheinlichkeit, Ansatzvoraussetzungen.
FAQ: Bilanzierung von Rückstellungen, insbesondere Restrukturierungsrückstellungen, nach IAS/IFRS
Was ist der Inhalt dieser Arbeit?
Diese Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Bilanzierung von Rückstellungen, insbesondere Restrukturierungsrückstellungen, nach den International Accounting Standards (IAS)/International Financial Reporting Standards (IFRS). Sie beinhaltet eine Einleitung, ein Inhaltsverzeichnis, die Zielsetzung und Themenschwerpunkte, Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel und ein Glossar mit Schlüsselbegriffen. Der Fokus liegt auf der Abgrenzung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie den spezifischen Anforderungen an die Bilanzierung von Restrukturierungsrückstellungen.
Welche Themen werden in den einzelnen Kapiteln behandelt?
Kapitel 1 (Einleitung) erläutert den Hintergrund der Internationalisierung der Rechnungslegung und die Bedeutung der Harmonisierung. Kapitel 2 beschreibt den Anwendungsbereich der IAS/IFRS und das Rahmenkonzept. Kapitel 3 befasst sich mit der Abgrenzung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Kapitel 4 behandelt die allgemeine Rückstellungsbilanzierung nach IAS/IFRS. Kapitel 5 konzentriert sich auf Restrukturierungsrückstellungen, inklusive Begriffsbestimmungen, Ansatzvorschriften, Kostenumfang und Auswirkungen des IFRS 3, sowie einen Vergleich mit dem Handelsrecht. Kapitel 6 bietet eine Zusammenfassung.
Wie werden Rückstellungen von Verbindlichkeiten abgegrenzt?
Die Arbeit erläutert die Definition von Rückstellungen (provisions), Verbindlichkeiten (liabilities) und Eventualverbindlichkeiten (contingent liabilities) gemäß IAS 37. Sie verdeutlicht die Unterschiede zwischen diesen Kategorien und die spezifischen Kriterien für deren Bilanzierung, mit dem Schwerpunkt auf der Abgrenzung verschiedener Verbindlichkeiten und der Unterscheidung von Rückstellungen besonderer Art (accruals).
Welche Anforderungen bestehen an die Bilanzierung von Restrukturierungsrückstellungen?
Das Kapitel zu Restrukturierungsrückstellungen definiert Restrukturierung und Restrukturierungsmaßnahmen. Es beschreibt die Ansatzvorschriften, den Umfang der zu passivierenden Kosten und die Auswirkungen des IFRS 3 auf die Bilanzierung. Ein Vergleich mit den Regelungen des Handelsrechts wird ebenfalls durchgeführt.
Welche Rolle spielt IFRS 3 bei der Bilanzierung von Restrukturierungsrückstellungen?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von IFRS 3 auf die Passivierung von Restrukturierungsrückstellungen und erklärt, wie dieser Standard die Bilanzierung beeinflusst.
Welche Schlüsselbegriffe werden in der Arbeit behandelt?
Wichtige Schlüsselbegriffe umfassen: Rückstellungen, Restrukturierung, IAS, IFRS, Verbindlichkeiten, Bilanzierung, Rechnungslegung, International Accounting Standards, International Financial Reporting Standards, IFRS 3, Handelsrecht, Wahrscheinlichkeit, und Ansatzvoraussetzungen.
Welche Zielsetzung verfolgt die Arbeit?
Die Arbeit hat zum Ziel, einen Überblick über die relevanten Vorschriften zur Bilanzierung von Rückstellungen, insbesondere Restrukturierungsrückstellungen, nach IAS/IFRS zu geben und deren Anwendung zu erläutern. Der Fokus liegt auf der Klärung der Abgrenzung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie den spezifischen Anforderungen an die Bilanzierung von Restrukturierungsrückstellungen.
Wie wird die Wahrscheinlichkeit bei der Bilanzierung von Rückstellungen berücksichtigt?
Die Arbeit erläutert, dass der Eintritt und die Höhe der Verpflichtung bei Rückstellungen mit Unsicherheit behaftet sind. Die Ansatzvoraussetzungen werden detailliert erläutert, insbesondere das Kriterium der Wahrscheinlichkeit ("more likely than not").
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Betriebswirtin Karin Peters (Autor:in), 2004, Rückstellungen zur Restrukturierung nach IAS/IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52431