Das Thema dieser Hausarbeit ist die Schlacht von Azincourt, die am 25. Oktober 1415 stattfand. Diese Schlacht zählt neben der Schlacht von Crécy und der Schlacht von Poitiers zu den bedeutenden und berühmten Schlachten des Hundertjährigen Krieges. In der Schlacht von Azincourt kämpften die Truppen von König Heinrich V.5 von England gegen das Heer von König Karl VI. von Frankreich und verschiedener französischer Edelherren.
Um diese Schlacht ringt sich ein patriotischer britischer Mythos, der unter anderem von William Shakespeares Drama ,Heinrich V.’ aus dem Jahre 1599 unterstützt wird. Die Schlacht ist tief im kollektiven Bewusstsein der Engländer als einer der größten Siege der Militärgeschichte gegen ihren Erzfeind, die Franzosen, verankert. Ein Zitat von John Keegan, Engländer, soll diesen Mythos verdeutlichen:
„Azincourt gehört zu den epischen Ereignissen der englischen Geschichte, die man sofort bildhaft vor Augen hat und deren Betrachtung ein inneres Erlebnis bedeutet. Es ist der Sieg des Schwachen über den Starken, des gemeinen Mannes über den Ritter hoch zu Roß, des Entschlossenen über den Hochtrabenden, des Verzweifelten, in die Ecke Gedrängten und fern der Heimat Kämpfenden, über den Vermögenden und Dünkelhaften. Optisch ist Azincourt ein präraffaelitisches Bild, oder besser: ein Schlachtgemälde aus einer Medici-Galerie – eine Komposition aus kräftigen Vertikalen und Horizontalen, in der leuchtendes Dunkelrot und Lincolngrün mit Schuppengrau und Polarblau ringen. Es ist wie ein Schulausflug ins Old Vic, „Shakespeare macht Spaß“, Son-et-Lumière, Blankvers, Laurence Olivier in stolzer Rüstung kämpfend; es lässt das Herz jedes Schulbuben höher schlagen, der sich sonst in der Geschichtsstunde tödlich langweilt, ein sauber inszeniertes Stück von der moralischen Überlegenheit Englands und geheiligter Bestandteil eines verwehenden Nationalmythos. Es ist auch eine Geschichte von Schlächterei und ungezügelter Grässlichkeit.“
In dieser Hausarbeit wird es insbesondere um die Frage gehen, welche Rolle den englischen Langbogenschützen in der Schlacht von Azincourt zukommt und inwieweit sie den Sieg der Engländer als Bogenschützen mitentschieden.
Demzufolge wird die Schlacht in ihren einzelnen Etappen betrachtet. Gesellschaftliche und historische Hintergründe, sowie unmittelbare Folgen und Auswirkungen der Schlacht werden nicht betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Schlacht
2.1. Bogenschützen gegen Fußtruppen und Reiterei
2.2. Reiterei gegen Fußvolk
2.3. Fußtruppen gegen Fußtruppen
3. Kriegsgefangenschaft im Mittelalter
3.1. Das Töten der Gefangenen in der Schlacht von Azincourt
3.2. Die Verwundeten
4. Ergebnis der Schlacht
5. Der Kampfwille
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die historische Schlacht von Azincourt im Jahr 1415 mit einem besonderen Fokus auf den strategischen Einfluss der englischen Langbogenschützen und den Verlauf der militärischen Auseinandersetzung.
- Die taktische Rolle der englischen Bogenschützen bei Azincourt
- Dynamik und Phasen der Schlacht zwischen englischen und französischen Truppen
- Die Praxis der Kriegsgefangenschaft und der Umgang mit Verwundeten im Mittelalter
- Motivationsfaktoren von Berufssoldaten in mittelalterlichen Schlachten
- Mythosbildung um König Heinrich V. und die Schlacht von Azincourt
Auszug aus dem Buch
2. Die Schlacht
Die Schlacht begann mit der Aufstellung beider Heere im frühen Morgenlicht in einer Entfernung von ca. 900 Metern.
Das Schlachtfeld war ein Acker, der an den Flanken beider Heere von Gehölz begrenzt war. Auf der Seite der Engländer war der Acker ca. 800 bis 900 Meter breit, auf der Seite der Franzosen ca. 1.100 Meter. Die Heereszahlen belaufen sich nach Keegan auf 6.000 bis 7.000 Engländer, davon 5.000 bis 6.000 Bogenschützen und 1.000 berittene Gewappnete und auf ca. 25.000 Franzosen, davon 1.000 Reiter. Entgegen: „Prof. Curry kommt in ihrem, erst im Mai 2005 erschienen, Buch ‚Agincourt – A New History’ zu dem Urteil, dass die Franzosen den Engländern und Walisern zwar immer noch zahlenmäßig überlegen waren – allerdings nicht 4:1, sondern lediglich 3:2. Auf Seiten der Franzosen standen demnach 12.000 Bewaffnete, während Engländer und Waliser zusammen auf 8.000 kamen. Die im o.g. Buch dargestellten Ergebnisse werden von zahlreichen Experten für Mittelaltergeschichte gewürdigt.“
Die Aufstellung des englischen Heeres: die Gewappneten standen zu Fuß in drei Blöcken, die Bogenschützen standen zwischen den Blöcken und an beiden Flanken. Diese Linie war vier bis fünf Mann tief.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Schlacht von Azincourt und den umgebenden patriotischen Mythos.
2. Die Schlacht: Detaillierte Darstellung der Ausgangslage, der Truppenstärken und der taktischen Formationen beider Heere.
2.1. Bogenschützen gegen Fußtruppen und Reiterei: Analyse der Wirkung des englischen Pfeilangriffs auf das französische Heer.
2.2. Reiterei gegen Fußvolk: Beschreibung der Kavallerieangriffe und deren Scheitern an der englischen Verteidigungslinie.
2.3. Fußtruppen gegen Fußtruppen: Analyse des Zusammentreffens der Infanterie und der verheerenden Bedingungen auf dem Schlachtfeld.
3. Kriegsgefangenschaft im Mittelalter: Erörterung der allgemeinen Praxis des Umgangs mit Gefangenen und Beutemachen im Mittelalter.
3.1. Das Töten der Gefangenen in der Schlacht von Azincourt: Untersuchung der spezifischen Umstände, die zu Heinrich V. Befehl zur Tötung französischer Gefangener führten.
3.2. Die Verwundeten: Schilderung des Schicksals der Verwundeten auf dem Schlachtfeld nach Ende der Kampfhandlungen.
4. Ergebnis der Schlacht: Zusammenfassung der Opferzahlen und der sozio-politischen Auswirkungen des französischen Verlusts.
5. Der Kampfwille: Betrachtung der psychologischen und soziologischen Faktoren, die die Motivation der Soldaten beeinflussten.
6. Schlussbetrachtung: Fazit zur entscheidenden Rolle der Bogenschützen und der Taktik Heinrich V. beim Sieg der Engländer.
Schlüsselwörter
Schlacht von Azincourt, Hundertjähriger Krieg, Heinrich V., Langbogenschützen, Militärtaktik, Kriegsgefangenschaft, Mittelalter, Kavallerie, Infanterie, Motivation, Schlachtfeld, Mythos, Rittertum, Kriegsbeute, Waffentechnik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der militärischen Analyse der Schlacht von Azincourt im Jahr 1415 und untersucht dabei besonders den Einfluss der englischen Langbogenschützen auf den Ausgang des Konflikts.
Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?
Neben der operativen Kriegsführung behandelt die Arbeit die Praxis der Kriegsgefangenschaft, psychologische Aspekte der Soldatenmoral und die historische Mythosbildung um die Schlacht.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit fragt insbesondere danach, welche Rolle den englischen Langbogenschützen bei der Schlacht von Azincourt zukommt und inwieweit sie maßgeblich zum englischen Sieg beitrugen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer Standardwerke und vergleicht verschiedene Expertenmeinungen zur Truppenstärke und zum Schlachtverlauf.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine phasenweise Betrachtung der Schlacht, gefolgt von einer Analyse der Kriegsgefangenschaft, des Umgangs mit Verletzten und der Motivationsfaktoren für das kämpfende Heer.
Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Azincourt, Langbogen, Kriegsführung im Mittelalter, Taktik, Gefangenenwesen und historische Mythenbildung.
Warum ordnete Heinrich V. die Tötung von Kriegsgefangenen an?
Die Entscheidung resultierte primär aus einer drohenden Gefahr durch neu angreifende französische Truppenverbände, wodurch die Bewachung der bereits Gefangenen ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko darstellte.
Welchen Einfluss hatte der Untergrund auf das Schlachtgeschehen?
Der schlammige, frisch gepflügte Acker behinderte die schwere französische Kavallerie und Infanterie massiv, was dazu führte, dass die Soldaten erschöpft und in ungeordneten Formationen an der englischen Front eintrafen.
- Arbeit zitieren
- Sven Lippmann (Autor:in), 2005, Schlacht von Azincourt 1415, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52407