Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - World War I, Weimar Republic

Die Proklamierung einer neuen Weltordnung: Woodrow Wilsons 14 Punkte

Title: Die Proklamierung einer neuen Weltordnung: Woodrow Wilsons 14 Punkte

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. Carsten Wilhelm (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Am 8.Januar 1918 verkündete Präsident Wilson in einer Botschaft an den Kongreß seinen 14 Punkte-Plan zur Beendigung des Ersten Weltkrieges. Nur wenige Monate nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten suggerierte Wilsons Plan die Möglichkeit eines fairen Friedens und einer gerechten Nachkriegsordnung. Er nährte sowohl die Hoffnung der deutschen Linken auf eine Republik, als auch später die Hoffnung des autokratischen Deutschlands glimpflich aus dem Krieg herauszukommen.1 Nur wenigen Dokumenten amerikanischer Außenpolitik ist fürderhin soviel Aufmerksamkeit zuteil geworden. Bis heute sind die Folgen von Wilsons 14 Punkte-Plan zutiefst umstritten. Die Würdigung Wilson`scher Politik reicht von der Verleihung des Friedensnobelpreises 1919 bis zur zugespitzten These des amerikanischen Historikers Murray L. Eiland, der Wilsons Politik mitverantwortlich macht für das Entstehen des faschistischen Deutschlands. Hat also Woodrow Wilsons 14 Punkte-Plan seinem eigenen Anspruch die Welt „...save for democracy“ zu machen genüge getan ? Handelt es sich in erster Linie um einen propagandistischen Erfolg, der inhaltlich in der Kontinuität amerikanischer Außenpolitik steht ? Oder muß man sich gar Eilands These anschließen, die Wilson Verantwortung für nachfolgende Entwicklungen aufbürdet ?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

a. The Inquiry

b. Lenins „Frieden ohne Sieg“-Plan

c. Lloyd George`s Rede vom 5.Januar 1918

3. Präsident Wilsons 14 Punkte

a. Allgemeine Punkte

b.Mittelmächte

c. Gründung eines Völkerbundes

4. Die Reaktion auf Wilsons 14 Punkte

a. USA

b) Die Reaktion auf Wilsons 14 Punkte in England, Frankreich und Italien

c) Die Reaktion Deutschlands und der Mittelmächte

d) Die Reaktion auf Wilsons 14 Punkte in Sowjetrussland

5. Murray L. Eilands Wilson-Thesen – Eine Kritik

6. Schlußwort

7. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den 14-Punkte-Plan Woodrow Wilsons zur Beendigung des Ersten Weltkriegs, analysiert dessen Ursprünge sowie die internationalen Reaktionen darauf und setzt sich kritisch mit der These auseinander, Wilsons Idealismus habe den Weg für den deutschen Faschismus bereitet.

  • Entstehung des 14-Punkte-Plans und Rolle des Beratergremiums "The Inquiry"
  • Konkurrierende Friedenskonzepte (Lenin, Lloyd George)
  • Differenzierte Analyse der nationalen Reaktionen auf den Plan
  • Kritische Auseinandersetzung mit der These von Murray L. Eiland
  • Einordnung der Wilson-Politik in die Tradition der amerikanischen Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

a. The Inquiry

Anfang September 1917 beauftragte Colonel House auf Weisung Wilsons hin eine Gruppe Wissenschaftler und politische Berater mit der Erstellung eines Memorandums zu den Kriegszielen der USA und den Bedingungen für den Frieden. Diese Beratergruppe ist bekannt geworden unter dem Namen „The Inquiry“, was soviel bedeutet wie „die Untersuchenden“ . Sie bestand aus nahezu 150 Mitarbeitern und erarbeitete nicht weniger als 2000 Berichte zu nahezu jeder Weltregion, die für die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Bedeutung sein könnte. Federführend an der Arbeit des Gremiums beteiligt waren die drei hochrangigen und angesehenen Wissenschaftler Sidney Edward Mezes, David Hunter Miller und Walter Lippmann.

Das von der Inquiry gelieferte Memorandum diente Wilson als Grundlage zur Ausarbeitung der 14 Punkte, insbesondere was die territorialen Fragen anbetraf. Die Formulierungen des Inquiry-Memorandums waren deutlich und klar. Die darauf aufbauenden Ausformulierungen Wilsons sind im Ton verbindlicher, moralischen Anspruch erhebend und sollen offenkundig die emotionale Seite des Publikums ansprechen. Gleichzeitig sind sie weitaus vorsichtiger, undeutlicher und damit letztlich unverbindlicher ausgestaltet, was ihnen späterhin auch die Vorwürfe politischer Beobachter einbrachte. Diese kritisierte Undeutlichkeit läßt sich vielleicht am deutlichsten an einem Punkt zeigen, der insbesondere für die deutsche Seite von nicht geringer Bedeutung war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Woodrow Wilsons 14-Punkte-Plan ein, skizziert die wissenschaftliche Kontroverse um dessen historische Bewertung und stellt die Forschungsfragen der Arbeit vor.

2. Vorgeschichte: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgrundlagen des Plans, insbesondere die Rolle des Gremiums "The Inquiry" sowie den Einfluss zeitgenössischer Friedensvorschläge von Lenin und Lloyd George.

3. Präsident Wilsons 14 Punkte: Hier erfolgt eine detaillierte inhaltliche Vorstellung der 14 Punkte, unterteilt in allgemeine Prinzipien, territoriale Forderungen an die Mittelmächte und das Kernstück, die Völkerbundidee.

4. Die Reaktion auf Wilsons 14 Punkte: Dieser Abschnitt legt die sehr unterschiedlichen politischen und medialen Reaktionen in den USA, England, Frankreich, Italien, Deutschland und Sowjetrussland dar.

5. Murray L. Eilands Wilson-Thesen – Eine Kritik: Es folgt eine kritische Auseinandersetzung mit der provokanten These Eilands, die Wilson eine Mitverantwortung für das Entstehen des Faschismus in Deutschland zuschreibt.

6. Schlußwort: Das Fazit ordnet Wilsons Politik in die Tradition amerikanischer Außenpolitik ein und bewertet das Scheitern der Umsetzung des Plans im Kontext der damaligen internationalen Interessenlage.

7. Anhang: Der Anhang enthält den Originalwortlaut von Wilsons Botschaft an den Kongress vom 8. Januar 1918.

Schlüsselwörter

Woodrow Wilson, 14-Punkte-Plan, Erster Weltkrieg, The Inquiry, Völkerbund, amerikanische Außenpolitik, Versailles, Murray L. Eiland, Faschismus, Friedensordnung, Friedensnobelpreis, Selbstbestimmungsrecht, Open-Door-Policy, Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht Woodrow Wilsons 14-Punkte-Plan, dessen historischen Kontext, die darauf folgenden weltweiten Reaktionen sowie die kritische Debatte um seine langfristigen Auswirkungen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Genese des Plans, die Rolle von Beratergremien wie "The Inquiry", die Konkurrenz zu anderen Friedensentwürfen und die Frage der moralischen oder strategischen Motivation der US-Außenpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den 14-Punkte-Plan anhand historischer Fakten zu bewerten und die provokative These Murray L. Eilands, der Wilson eine Mitverantwortung am Aufstieg des deutschen Faschismus zuschreibt, wissenschaftlich zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Primärquellen (wie der Kongressbotschaft) und einer kritischen Auseinandersetzung mit der vorhandenen Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte, eine detaillierte Analyse der 14 Punkte, die Untersuchung der internationalen Reaktionen sowie die kritische Reflektion der Wilson-Thesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: 14-Punkte-Plan, Völkerbund, Idealismus vs. Machtpolitik, "The Inquiry" und amerikanische Außenpolitik.

Warum war das Gremium "The Inquiry" so bedeutend für den Plan?

Das Gremium leistete die wissenschaftliche Vorarbeit und erstellte Memoranden zu Weltregionen, welche die Grundlage für Wilsons territoriale Formulierungen im 14-Punkte-Plan bildeten.

Wie reagierte Sowjetrussland auf Wilsons 14 Punkte?

Die Bolschewisten nahmen den Plan zunächst sehr positiv auf, da er Motive wie den "Weltfrieden" und die Ablehnung von Geheimverträgen enthielt, was taktisch gegen Deutschland genutzt werden sollte, bevor die Haltung später in Ablehnung umschlug.

Wie begründet der Autor die Ablehnung der These von Murray L. Eiland?

Der Autor argumentiert, dass Eiland multikausale Faktoren für den Aufstieg des deutschen Faschismus ausblendet, die komplexe Persönlichkeit Wilsons verkürzt darstellt und der revisionistischen Geschichtsschreibung Vorschub leistet.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Die Proklamierung einer neuen Weltordnung: Woodrow Wilsons 14 Punkte
College
Justus-Liebig-University Giessen
Course
Die Weltpolitik der USA (1898-1920)
Grade
1
Author
Mag. Carsten Wilhelm (Author)
Publication Year
1999
Pages
21
Catalog Number
V51992
ISBN (eBook)
9783638478113
ISBN (Book)
9783638773218
Language
German
Tags
Proklamierung Weltordnung Woodrow Wilsons Punkte Weltpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Carsten Wilhelm (Author), 1999, Die Proklamierung einer neuen Weltordnung: Woodrow Wilsons 14 Punkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51992
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint