Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die gegenwärtige Diskussion kritisch zu beleuchten und punktuell zu erhellen. Zu diesem Zweck werden zunächst die Begriffe Leistung und Evaluation innerhalb des für sie relevanten Kontextes definiert. Im Anschluß daran sollen verschiedene Evaluationsarten kontrastiv vorgestellt werden. Der rein externen bzw. internen Evaluation, die in Deutschland zur Zeit vornehmlich praktiziert werden, wird ein Modell gegenübergestellt, welches in englischen Privatschulen angewandt wird. Dabei geht es darum, durch die Gegenüberstellung spezifische Vor- und Nachteile der Methoden herauszuarbeiten, um so Leistungsmessung und Evaluation zielgerichtet effektivieren zu können.
Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Frage nach den der jeweiligen Evaluationsform zugrundeliegenden Kriterien, denn von den Kriterien hängt letztendlich der praktische Nutzen ab, den die verschiedenen Evaluationen bieten. Es wird sich zeigen, dass die Kriterien externer und interner Evaluationen in Deutschland und der Evaluation in England sich in einigen Punkten gleichen, während sie sich in anderen unterscheiden. Der Vergleich der angelegten Kriterien ist sinnvoll, weil er „einen der fundamentalen Wege zur Gewinnung und zur Erweiterung von Erkenntnissen sowie zur Erhöhung des Kenntnisniveaus“ (Mitter, 2001, S.91) darstellt. Dies erscheint insofern notwendig, als die gegenwärtig verwendeten Testverfahren einige Mängel aufweisen und nicht zuletzt deshalb umstritten sind. Auf die Gründe und Inhalte der kontroversen Diskussion wird im Folgenden eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 EINLEITUNG
- 2 DIE KONTROVERSE ÜBER SCHULLEISTUNGSMESSUNG
- 2.1 BILDUNG VS. LEISTUNG?
- 2.2 PROBLEMATIK DER STANDARDSETZUNG
- 2.3 ANFORDERUNGEN AN DIE SCHULE
- 2.4 SCHULQUALITÄT
- 2.5 ÜBER DIE NOTWENDIGKEIT VON MESSUNG UND EVALUATION
- 3 EVALUATION
- 3.1 DER EVALUATIONSBEGRIFF
- 3.2 EVALUATIONSARTEN
- 3.2.1 Zur Geschichte und gegenwärtigen Situation der BRD
- 3.2.2 Das deutsche Schulsystem
- 3.2.3 Interne Evaluation
- 3.2.4 Externe Evaluation
- 3.3 MISCHFORM AM BEISPIEL GROẞBRITANNIEN
- 3.3.1 Privatschulen vs. Staatliche Schulen
- 3.4 DAS ISI
- 3.4.1 Methodik: Planung und Durchführung
- 3.4.2 Protokollierung der Ergebnisse
- 3.4.3 Evaluation des Unterrichts
- 3.4.4 Evaluationskriterien für den Unterricht
- 3.4.4.1 Attainment
- 3.4.4.2 Progress
- 3.4.4.3 Teaching
- 3.4.5 Rückmeldungen
- 3.4.6 Anerkennung der Evaluationen des ISI durch staatliche Organisationen
- 3.5 VERGLEICH DER VORGEHENSWEISEN
- 3.5.1 Evaluationsmethoden
- 3.5.2 Evaluationskriterien
- 3.5.3 Praktischer Nutzen
- 3.5.4 Rückmeldungen
- 4 FAZIT
- 5 AUSBLICK
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich kritisch mit der gegenwärtigen Diskussion um Schulleistungsmessung und Evaluation. Im Zentrum stehen die Definition der Begriffe Leistung und Evaluation im Kontext des Schulsystems sowie die Gegenüberstellung verschiedener Evaluationsformen. Die Arbeit analysiert die Vor- und Nachteile der in Deutschland gängigen internen und externen Evaluation im Vergleich zu einem Modell, das in englischen Privatschulen angewendet wird.
- Der Begriff der Schulleistungsmessung und seine Bedeutung in der aktuellen Bildungsdiskussion.
- Die verschiedenen Formen der Evaluation und ihre Anwendung in Deutschland und Großbritannien.
- Die Rolle von Standards in der Schulleistungsmessung und ihre Auswirkungen auf die Schulqualität.
- Die Kritik an externen Leistungstests im Vergleich zu internen Evaluationsformen.
- Die Bedeutung von Evaluation für die Weiterentwicklung des Bildungssystems.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Schulleistungsmessung als Instrument der Evaluation und Schulentwicklung ein. Sie beleuchtet die Bedeutung von Schulleistungsmessung in der aktuellen Bildungspolitik und stellt die zentralen Fragen, die in der Arbeit behandelt werden.
Kapitel 2 analysiert die kontroverse Diskussion um Schulleistungsmessung und ihre Auswirkungen auf die Bildungslandschaft. Es werden die verschiedenen Perspektiven auf den Zusammenhang von Bildung und Leistung, die Problematik der Standards und die Anforderungen an die Schule beleuchtet.
Kapitel 3 befasst sich mit dem Konzept der Evaluation, definiert den Evaluationsbegriff und präsentiert verschiedene Evaluationsarten. Es werden sowohl die in Deutschland verbreiteten internen und externen Evaluationsformen als auch ein Mischmodell, das in englischen Privatschulen angewendet wird, vorgestellt.
Schlüsselwörter
Schulleistungsmessung, Evaluation, Schulentwicklung, Bildung, Leistung, Standards, Qualitätskontrolle, interne Evaluation, externe Evaluation, PISA, ISI, Großbritannien, Deutschland, Privatschulen, Staatliche Schulen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Schulleistungsmessung?
Schulleistungsmessung dient als Instrument der Evaluation und Schulentwicklung, um die Qualität des Unterrichts und den Kenntnisstand der Schüler objektiv zu erfassen und zu vergleichen.
Was unterscheidet interne von externer Evaluation?
Interne Evaluation wird von der Schule selbst durchgeführt, während externe Evaluation durch außenstehende Institutionen erfolgt. In Deutschland werden beide Formen praktiziert, oft jedoch kontrovers diskutiert.
Welches Modell wird in Großbritannien (Privatschulen) angewendet?
In englischen Privatschulen wird oft ein Mischmodell angewendet, das durch das ISI (Independent Schools Inspectorate) durchgeführt wird und spezifische Kriterien wie Attainment, Progress und Teaching umfasst.
Warum ist die Standardsetzung in der Schule problematisch?
Die Festlegung von Standards führt oft zur Diskussion "Bildung vs. Leistung". Kritiker befürchten, dass rein testbasierte Verfahren die komplexe Schulqualität nicht vollständig abbilden können.
Welche Rolle spielen Rückmeldungen aus Evaluationen?
Rückmeldungen sind entscheidend für die Schulentwicklung, da sie Stärken und Schwächen aufzeigen und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität ermöglichen.
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- Hanno Frey (Author), 2002, Schulleistungsmessung als Instrument der Evaluation und Schulentwicklung: Beispiele aus Großbritannien und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51914