Tierarzneimittel und auch Humanarzneimittel gelangen meistens nach ihrer Anwendung unverstoffwechselt oder als Reaktionsprodukt in die Umwelt. Dies kann ein erhebliches Risiko für die Sicherheit des ökologischen Systems verursachen, wovon zahlreiche Tiere und Pflanzen betroffen sind. Umweltrisiken von Arzneimittel können durch gezielte Forschung und durch das Fullen von Wissenslücken über die Auswirkung, vor allem den langzeitigen Auswirkungen auf das System, schließen.
Vor allem bei problematischen Wirkstoffen und Arzneien sollten diese nach ihrer Marktzulassung besonders unter Beobachtung stehen, um Umweltrisiken möglichst schnell zu erkennen und weiteren Schaden vorzubeugen. Obligatorische Überwachungssysteme sollte ebenfalls dazu eingesetzt werden. Es sollte demnächst geprüft werden, ob bei der Entwicklung, Nutzung und Entsorgung von Tierarzneimitteln alle Nachhaltigkeitskriterien erfüllt wurden und dementsprechend eine Verschleppung der Wirkstoffe aktiv verhindert wird.
Neben Schwellenwerten der einzelnen Wirkstoffgruppen, sollte demnach auch über ein Summenwert analog zu Pestizidwirkstoffen diskutiert werden. Antibiotika sind besonders riskant, aufgrund noch nicht abschätzbarer ökotoxikologischer Auswirkungen auf Nichtzielorganismen, sowohl in terrestrischer als auch aquatischer Umwelt. Genauere Effekte werden somit wahrscheinlich erst beobachtbar, nachdem größere Mengen an Wirkstoffen bioverfügbar werden. Um dies vorzubeugen sollten genannte Dauerbeobachtungen eingerichtet werden, deutliche Erkenntnisse sollten einen bedeutenden Anteil zur Langzeituntersuchung, der möglichen Folgen von Austragen und Verschleppungen in die Umwelt leisten.
Inhaltsverzeichnis
- Hinleitung zum Thema
- Grundlagen
- Begriffserklärungen
- Gesetzliche Vorgaben für Tierarzneimittel
- Verordnung in der Europäischen Union über Tierarzneimittel
- Arzneimittelgesetz
- Methode zur Erfassung von Auswirkungen bei Neuzulassung
- Phase 1 des Verfahrens
- Phase 2 des Verfahrens
- Eintrag von Tierarzneimitteln in die Umwelt
- Antibiotika und Antiparasitika in der Veterinärmedizin
- Die Auswirkung auf Nichtzielorganismen
- Die Auswirkung auf den Menschen
- Konzepte zur Verringerung der Umwelteinflüsse
- Zusammenfassung und Forschungsempfehlungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit den Auswirkungen von umweltwirksamen Tierarzneimitteln in der Intensivhaltung auf die Umwelt. Die Arbeit analysiert die geltenden Gesetze und Verordnungen sowie die Verfahren zur Neuzulassung von Tierarzneimitteln. Darüber hinaus werden die Auswirkungen von Antibiotika und Antiparasitika auf Nichtzielorganismen und den Menschen untersucht. Die Hausarbeit beleuchtet verschiedene Konzepte zur Reduzierung der Umwelteinflüsse und gibt schließlich Forschungsempfehlungen.
- Einfluss von Tierarzneimitteln auf die Umwelt
- Gesetzliche Vorgaben und Zulassungsverfahren
- Auswirkungen von Antibiotika und Antiparasitika
- Konzepte zur Reduzierung der Umwelteinflüsse
- Forschungsempfehlungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und erläutert die steigende Nachfrage nach Tierprodukten und die damit verbundenen Herausforderungen in Bezug auf Tierarzneimittel und Umwelteinflüsse. Die Kapitel "Grundlagen" befassen sich mit Definitionen von Tieren und Arzneimitteln sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen für Tierarzneimittel in der Europäischen Union und Deutschland. Die Methode zur Erfassung von Auswirkungen bei der Neuzulassung von Tierarzneimitteln wird in den Kapiteln "Methode zur Erfassung von Auswirkungen bei Neuzulassung" erläutert.
Das Kapitel "Eintrag von Tierarzneimitteln in die Umwelt" befasst sich mit der Problematik von Antibiotika und Antiparasitika in der Veterinärmedizin und deren Auswirkungen auf Nichtzielorganismen und den Menschen. Schließlich beleuchtet das Kapitel "Konzepte zur Verringerung der Umwelteinflüsse" verschiedene Ansätze zur Reduzierung der Umwelteinflüsse von Tierarzneimitteln.
Schlüsselwörter
Tierarzneimittel, Intensivhaltung, Umwelteinflüsse, Antibiotika, Antiparasitika, Nichtzielorganismen, Gesetzgebung, Zulassungsverfahren, Konzepte zur Reduzierung, Forschungsempfehlungen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Risiken bergen Tierarzneimittel für die Umwelt?
Wirkstoffe gelangen oft unverstoffwechselt in Böden und Gewässer, was Nichtzielorganismen (Pflanzen/Tiere) schädigen und die ökologische Sicherheit gefährden kann.
Wie werden die Umweltauswirkungen bei Neuzulassungen geprüft?
Es gibt ein zweiphasiges Verfahren zur Umweltrisikobewertung, das potenzielle Schäden vor der Marktzulassung erfassen soll.
Warum sind Antibiotika in der Veterinärmedizin besonders kritisch?
Sie können ökotoxikologische Auswirkungen haben und die Bildung von Resistenzen fördern, die letztlich auch den Menschen betreffen.
Welche Konzepte zur Verringerung der Umwelteinflüsse gibt es?
Diskutiert werden Schwellenwerte für Wirkstoffe, bessere Überwachungssysteme nach der Zulassung und Nachhaltigkeitskriterien bei der Entsorgung.
Was sind Nichtzielorganismen?
Das sind Lebewesen (wie Insekten oder Wasserpflanzen), die nicht das Ziel der Arznei sind, aber durch deren Rückstände in der Umwelt beeinträchtigt werden.
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- Anonym (Author), 2020, Verbot von Tierarzneimitteln und Reduktion von Umwelteinflüssen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516813