Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Frauen als Täterinnen. Entwicklung und Wandel der weiblichen Kriminalität

Title: Frauen als Täterinnen. Entwicklung und Wandel der weiblichen Kriminalität

Diploma Thesis , 2005 , 110 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Armin Anders (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

"Ich bin überzeugt, dass die Frauen, wenn ihre jahrtausend alte Benachteiligung dem Mann gegenüber erst einmal überwunden ist, all die schlechten Eigenschaften, die man heute den Männern zuschreibt, genauso entwickeln."
(Loriot 1992 in DIE ZEIT vom 7.2.1992 in Kerschke-Risch, 1993)

Bekanntermaßen ist das Erscheinungsbild der kriminellen Frau in der Bundesrepublik Deutschland und dem Rest der Welt im Gegensatz zum männlichen Geschlecht nach offiziellen Zahlen noch immer als sehr gering anzusehen. Zwar ist im Laufe der Jahrzehnte ein Anstieg des weiblichen Anteils an der Gesamttatverdächtigenzahl zu verzeichnen, trotz allem machen diese in der BRD jedoch nicht mehr als 25 % aus. In anderen, nicht so weit entwickelten Nationen zeigt sich dagegen, dass die wahrgenommene weibliche Kriminalität teilweise sogar unter 5 % fällt. Es stellt sich die Frage, mit welchen Erklärungsmodellen und theoretischen Ansätzen sich diese Tendenzen, speziell in der Bundesrepublik Deutschland, erklären lassen und welche Ursachen dafür in Frage kommen. (vgl. Franke, 2000, S.17-23)

Oft scheint es, dass die männliche Kriminalität als Kriminalität schlechthin verstanden wird. So wird meist von dem „Täter“, „Verbrecher“, etc. gesprochen, selten von „Täterinnen“. Auch die Verurteilungs- und Tatverdächtigenzahlen sowie Medienberichte vermitteln eher den Eindruck, dass Kriminalität allein Männersache ist. (vgl. Neumann, 1980, S.132) In extrem feministischen Publikationen wird mitunter die Auffassung vertreten, dass Kriminalität überhaupt ein männliches Phänomen sei. Davon ausgehend, dass das Strafrecht von Männern für Männer gemacht worden ist, stellt sich nach Mergen die Frage wie die aktuelle Strafrechtskodifikation aussehen würde, wenn sie von Frauen geschaffen worden wäre und überdies die Strafrechtswissenschaft der letzten 200 Jahre samt allen Hilfswissenschaften in den Händen von Frauen gelegen hätte? Selbstverständlich ist diese Frage spekulativ und wie alle Fragen nach historischen Alternativen nicht beantwortbar. (vgl. Mergen, 1978, S.221ff. und Neumann, 1980, S.133)
Liegt es an der immer weiter fortschreitenden Emanzipation der Frau, an den innenpolitischen Veränderungen, denen unser Land ausgesetzt ist oder liegt die Ursache in einer verbesserten Aufklärungsarbeit durch die Justiz? Schon Anfang der siebziger Jahre schreibt Gipser „[...].

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abweichendes Verhalten, Kriminalität, Frauenkriminalität

2.1. Abweichendes Verhalten

2.2. Kriminalität

2.3. Frauenkriminalität

2.4. Fazit

3. Die Entwicklung der Frauenkriminalität in der Statistik

3.1. Zur Deutung von Statistiken

3.2. Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen

3.3. Entwicklung der Verurteilungen

3.4. Entwicklung der freiheitsentziehenden Maßnahmen

3.5. Kritik an empirischen Befunden, Möglichkeiten und Grenzen von Statistiken

3.6. Dunkelfeld

3.6.1. Die teilnehmende Beobachtung

3.6.2. Selbstreportbefragungen

3.6.3. Opferbefragung

3.6.4. Informantenbefragung

3.6.5. Selektionsprozess

3.6.6. Aufklärungsquote

3.6.7. Fazit

4. Ausgewählte Theorien zu abweichendem Verhalten in Bezug zur Frauenkriminalität

4.1. Theorie der differentiellen Assoziation

4.2. Bindungs- und Kontrolltheorie

4.3. Labeling Approach

4.4. Anomietheorie

4.5. Mehr-Faktoren-Ansatz

4.6. Fazit

5. Frauenspezifische Deliktgruppen

5.1. Diebstahl

5.2. Betrug

5.3. Kindstötung und Schwangerschaftsabbruch

5.4. Straftaten gegen Kinder

5.5. Fazit

6. Erklärungsfaktoren für weibliche Delinquenz

6.1. Schicht, Geschlecht, Alter

6.2. Gewalterfahrungen

6.3. Sucht und psychische Erkrankungen

6.4. Unterschiede im Rollenverständnis

6.5. Fazit

7. Gesamtbetrachtung

8. Konsequenzen für die Soziale Arbeit

9. Quellen und Literaturverzeichnis

9.1. Literatur

9.2. Zeitschriften

9.3. Zeitschriftenaufsätze

9.4. Internetangabe

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und den Wandel der weiblichen Kriminalität in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, mithilfe offizieller Kriminalstatistiken und theoretischer Ansätze die Entstehungsbedingungen abweichenden Verhaltens bei Frauen zu analysieren und Möglichkeiten für die Soziale Arbeit aufzuzeigen, adäquat auf weibliches kriminelles Verhalten einzuwirken.

  • Statistische Analyse der Entwicklung der Frauenkriminalität (Tatverdächtige, Verurteilungen).
  • Kritische Beleuchtung von Kriminalitätsstatistiken und Dunkelfeldforschung.
  • Diskussion soziologischer Theorien abweichenden Verhaltens mit Fokus auf Frauen.
  • Untersuchung frauenspezifischer Deliktgruppen wie Diebstahl und Kindstötung.
  • Ableitung von Handlungsansätzen für die Soziale Arbeit in der Straffälligenhilfe.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

"Ich bin überzeugt, dass die Frauen, wenn ihre jahrtausend alte Benachteiligung dem Mann gegenüber erst einmal überwunden ist, all die schlechten Eigenschaften, die man heute den Männern zuschreibt, genauso entwickeln." (Loriot 1992 in DIE ZEIT vom 7.2.1992 in Kerschke-Risch, 1993)

Bekanntermaßen ist das Erscheinungsbild der kriminellen Frau in der Bundesrepublik Deutschland und dem Rest der Welt im Gegensatz zum männlichen Geschlecht nach offiziellen Zahlen noch immer als sehr gering anzusehen. Zwar ist im Laufe der Jahrzehnte ein Anstieg des weiblichen Anteils an der Gesamttatverdächtigenzahl zu verzeichnen, trotz allem machen diese in der BRD jedoch nicht mehr als 25 % aus. In anderen, nicht so weit entwickelten Nationen zeigt sich dagegen, dass die wahrgenommene weibliche Kriminalität teilweise sogar unter 5 % fällt. Es stellt sich die Frage, mit welchen Erklärungsmodellen und theoretischen Ansätzen sich diese Tendenzen, speziell in der Bundesrepublik Deutschland, erklären lassen und welche Ursachen dafür in Frage kommen. (vgl. Franke, 2000, S.17-23)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentanz der Frau in der Kriminalitätsstatistik und wirft die Frage nach den Erklärungsmodellen für den Wandel weiblichen kriminellen Verhaltens auf.

2. Abweichendes Verhalten, Kriminalität, Frauenkriminalität: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe des abweichenden Verhaltens, der Kriminalität und der Spezifika der Frauenkriminalität.

3. Die Entwicklung der Frauenkriminalität in der Statistik: Es erfolgt eine Analyse der statistischen Erfassung weiblicher Delinquenz, inklusive einer kritischen Würdigung der Datenquellen und des Dunkelfeldes.

4. Ausgewählte Theorien zu abweichendem Verhalten in Bezug zur Frauenkriminalität: Hier werden soziologische Theorien wie die differentielle Assoziation, Kontrolltheorien und der Labeling Approach auf ihre Anwendbarkeit für die Frauenkriminalität geprüft.

5. Frauenspezifische Deliktgruppen: Eine detaillierte Untersuchung der Tatverdächtigenzahlen in ausgewählten Deliktsbereichen wie Diebstahl, Betrug und Tötungsdelikten bei Frauen.

6. Erklärungsfaktoren für weibliche Delinquenz: Dieses Kapitel diskutiert Einflussfaktoren wie soziale Schicht, Gewalterfahrungen, Sucht und das Rollenverständnis von Frauen.

7. Gesamtbetrachtung: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und der schwierigen Datenlage bei der Analyse weiblicher Kriminalität.

8. Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Abschließend werden Möglichkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit in der Arbeit mit straffälligen Frauen diskutiert.

Schlüsselwörter

Frauenkriminalität, Kriminalstatistik, abweichendes Verhalten, Delinquenz, Dunkelfeldforschung, Soziale Arbeit, Bindungstheorie, Labeling Approach, Anomietheorie, Straffälligenhilfe, Geschlechterrollen, Sozialisation, Tatverdächtige, Verurteilungen, Resozialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung und Hintergründe der weiblichen Kriminalität in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere warum Frauen statistisch gesehen seltener kriminell werden als Männer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die statistische Erfassung von Kriminalität, die Anwendung kriminologischer Theorien auf Frauen, die Analyse frauenspezifischer Deliktgruppen und die Rolle der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für den Anstieg und den Wandel der weiblichen Kriminalität zu durchleuchten und zu prüfen, welche Ansätze der Sozialen Arbeit bei straffälligen Frauen greifen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung offizieller Statistiken (z.B. PKS) und empirischer Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die statistische Kriminalitätsentwicklung, die theoretische Einordnung mittels verschiedener Erklärungsansätze und die konkrete Analyse deliktspezifischer Entwicklungen bei Frauen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Frauenkriminalität, Delinquenz, soziale Kontrolle, Labeling Approach, Dunkelfeld und Straffälligenhilfe.

Warum steigen die offiziellen Statistiken zur Frauenkriminalität an?

Dies kann auf gesellschaftliche Veränderungen, eine gestiegene Emanzipation, veränderte Erfassungsquoten der Behörden oder auch eine real steigende Delinquenz zurückgeführt werden, wobei eine genaue Ursachenbestimmung schwierig bleibt.

Welche Rolle spielt die "soziale Kontrolle" bei der geringen Kriminalitätsrate von Frauen?

Die Theorie postuliert, dass Mädchen und Frauen durch intensivere soziale Kontrolle und ein stärkeres Einbinden in familiäre Strukturen weniger Gelegenheiten und Kontaktmöglichkeiten zu kriminellen Netzwerken haben.

Welche spezifischen Konsequenzen ergeben sich für die Soziale Arbeit?

Die Arbeit plädiert für spezialisierte, auf weibliche Problemlagen ausgerichtete Angebote innerhalb der Straffälligenhilfe, um resozialisierend und präventiv wirken zu können.

Excerpt out of 110 pages  - scroll top

Details

Title
Frauen als Täterinnen. Entwicklung und Wandel der weiblichen Kriminalität
College
University of Applied Sciences Koblenz
Grade
1,7
Author
Armin Anders (Author)
Publication Year
2005
Pages
110
Catalog Number
V51674
ISBN (eBook)
9783638475761
ISBN (Book)
9783656808565
Language
German
Tags
Frauen Täterinnen Entwicklung Wandel Kriminalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Armin Anders (Author), 2005, Frauen als Täterinnen. Entwicklung und Wandel der weiblichen Kriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51674
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  110  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint