Dass Frauen durchschnittlich weniger verdienen als Männer ist ein weit verbreitetes und indessen wohlbekanntes Phänomen. In dieser Arbeit wird ein Licht auf die Entwicklung des bereinigten und unbereinigten Gender Pay Gap im Zeitraum von 1991 bis 2017 geworfen. Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung der Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland, wobei durch Berücksichtigung der Breite der theoretischen und empirischen Literatur zum Thema, ein kurzer Überblick über den europäischen Ländervergleich anhand der Esping-Andersen-Typologie (1990) der Wohlfahrtsstaaten veranschaulicht wird.
Kritiker führen an, dass der Ansatz des Ernährermodells von Esping-Andersen einen Teil des Gender Pay Gap erklären kann und gesellschaftliche Modernisierungsprozesse die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung reproduzieren.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einführung
- 2 Definitionen
- 2.1 Ungleichheit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2017. Sie analysiert den unbereinigten und den bereinigten Gender Pay Gap und untersucht, inwieweit der Einfluss des Mindestlohns und des Entgelttransparenzgesetzes die Lohndifferenz beeinflusst hat.
- Entwicklung des Gender Pay Gap in Deutschland
- Einfluss von strukturellen Merkmalen auf die Lohndifferenz
- Bedeutung von Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen
- Rolle des Mindestlohns und des Entgelttransparenzgesetzes
- Diskriminierung als Erklärungsansatz für den Gender Pay Gap
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung
Die Arbeit beleuchtet die Entwicklung des Gender Pay Gap in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2017. Sie nimmt Bezug auf verschiedene theoretische Ansätze, wie das Ernährermodell von Esping-Andersen und das meritokratische Arbeitsmarktmodell. Des Weiteren werden die Devaluationshypothese und die geschlechtsspezifische Segregation auf dem Arbeitsmarkt als Erklärungsansätze für den Gender Pay Gap herangezogen.
2 Definitionen
In diesem Kapitel werden die Begriffe Ungleichheit und Einkommen definiert und die in der Arbeit verwendeten Messgrößen näher erläutert.
Schlüsselwörter
Gender Pay Gap, Einkommensungleichheit, Frauen und Männer, Deutschland, Mindestlohn, Entgelttransparenzgesetz, strukturelle Merkmale, Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen, Diskriminierung, Devaluationshypothese, geschlechtsspezifische Segregation, Wohlfahrtsstaaten, Esping-Andersen-Typologie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen dem bereinigten und unbereinigten Gender Pay Gap?
Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den Durchschnittsverdienst aller Männer und Frauen. Der bereinigte Wert berücksichtigt strukturelle Unterschiede wie Qualifikation, Berufserfahrung und Teilzeitquote, um die tatsächliche Lohndiskriminierung besser abzubilden.
Wie hat sich die Einkommensungleichheit in Deutschland von 1991 bis 2017 entwickelt?
Die Arbeit wirft ein Licht auf diesen Zeitraum und analysiert die Trends der Entgeltlücke. Trotz Modernisierungsprozessen bleibt eine signifikante Differenz bestehen.
Welchen Einfluss hatte der Mindestlohn auf den Gender Pay Gap?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung des Mindestlohns dazu beigetragen hat, die Lohnunterschiede im unteren Entgeltbereich, in dem viele Frauen arbeiten, zu verringern.
Was besagt die Devaluationshypothese?
Die Devaluationshypothese besagt, dass Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, gesellschaftlich und finanziell geringer geschätzt (abgewertet) werden als typische Männerberufe.
Was ist das Ernährermodell nach Esping-Andersen?
Dieses Modell beschreibt Wohlfahrtsstaaten, in denen die soziale Sicherung auf dem männlichen Familienernährer basiert. Kritiker sehen darin eine Ursache für die Reproduktion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.
Welche Rolle spielt das Entgelttransparenzgesetz?
Das Gesetz soll Frauen helfen, ihren Anspruch auf gleiches Entgelt bei gleicher Arbeit durchzusetzen. Die Arbeit analysiert, ob dieses Instrument die Lohndifferenz effektiv beeinflussen konnte.
- Quote paper
- Rukiye Tekin (Author), 2019, Die Entwicklung der Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2017, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514853