Diese Arbeit untersucht dadaistische Manifeste. Ziel ist es, dadaistische Manifeste daraufhin zu untersuchen, in welche Diskurse der Subversion sie sich einschreiben. Dabei werde ich mich auf zwei der vier von Ernst beschriebenen Diskurse, den politisch-institutionellen Diskurs der Subversion und den künstlerisch-avantgardistischen Diskurs der Subversion, beschränken. Eine Analyse ließe sich diesbezüglich auch für den minoritär-distinktiven wie auch für den poststrukturalistisch-dekonstruktivistischen Diskurs der Subversion
durchführen, doch gab es verschiedene Gründe meinerseits, diese Diskurse im Zuge dieser Arbeit außen vor zu lassen. Zum Einen entstanden diese Diskurse weit nach der Zeit des Dadaismus und eine Einschreibung in diese Diskurse wäre somit ein im Nachhinein interpretiertes Konstrukt, das von den Autoren keinesfalls intendiert war.
Mein Interesse bei der Analyse liegt unter anderem darin, ob es einen signifikanten Wechsel zwischen den Verteilungen der Ergebnisse gibt, welcher die oft vertretene und meiner Ansicht nach zutreffende These einer Politisierung der Dada-Bewegung in Berlin bestätigt. Falls dies der Fall sein sollte, dann müssten sich die beiden von mir ausgewählten dadaistischen Manifeste aus Berlin, Richard Huelsenbecks Dadaistisches Manifest und Raoul Hausmanns Manifest "Was ist der Dadaismus und was will er in Deutschland?", weit mehr in den politisch-institutionellen Diskurs der Subversion einschreiben, wohingegen Hugo Balls Eröffnungs-Manifest, das 1916 in Zürich entstand, sich tendenziell eher in den künstlerisch-avantgardistischen Diskurs der Subversion einschreiben würde.
Durch die von den Dadaisten angestrebte Verbindung von Kunst und Lebensrealität ist zu erwarten, dass die Texte sich nicht nur in jeweils einen der Diskurse einschreiben, da die Grenzen der Sphären der Kunst und der Politik ständig in Frage gestellt und aufgebrochen werden. Neben der Frage nach der Quantität der Einschreibung in die jeweiligen Diskurse ist weiterhin von Interesse, welche Subversionsstrategien in den Texten angewendet werden, um die jeweiligen Ziele zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Avantgarde
- 2.1 Dadaismus
- 2.1.1 Personenspezifische Heterogenitäten
- 2.1.2 Topographische Heterogenitäten
- 2.1.3 Historische Heterogenitäten
- 3. Subversion und die subversiven Diskurse
- 3.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
- 3.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
- 4. Das Manifest als Textgattung
- 4.1 Das Manifest
- 4.2 Dadaistische Manifeste
- 5. Beispielanalysen dadaistischer Manifeste
- 5.1 Das Eröffnungs-Manifest, 1. Dada-Abend in Zürich, 14. Juli 1914 – Hugo Ball
- 5.1.1 Inhalts- und Strukturanalyse
- 5.1.2 Verortung des Testes in den Diskursen der Subversion
- 5.1.2.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
- 5.1.2.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
- 5.1.3 Zwischenfazit
- 5.2 Dadaistisches Manifest - Richard Huelsenbeck
- 5.2.1 Inhalts- und Strukturanalyse
- 5.2.2 Verortung des Textes in den Diskursen der Subversion
- 5.2.2.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
- 5.2.2.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
- 5.2.3 Zwischenfazit
- 5.3 Was ist der Dadaismus und was will er in Deutschland - Raoul Hausmann
- 5.3.1 Inhalts- und Strukturanalyse
- 5.3.2 Verortung des Textes in den Diskursen der Subversion
- 5.3.2.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
- 5.3.2.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
- 5.3.3 Zwischenfazit
- 6. Zusammenfassung und Auswertung der Analyseergebnisse
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht dadaistische Manifeste hinsichtlich ihrer Einschreibung in die Diskurse der Subversion. Sie fokussiert dabei auf zwei spezifische Diskurse, den politisch-institutionellen und den künstlerisch-avantgardistischen Diskurs der Subversion. Die Arbeit zielt darauf ab, die subversive Natur dieser Manifeste zu beleuchten und ihre Positionierung innerhalb der verschiedenen Diskurse zu analysieren.
- Die Entwicklung und Verbreitung des Dadaismus
- Die subversive Funktion und Intention dadaistischer Manifeste
- Die Rolle des Manifests als Textgattung im Kontext des Dadaismus
- Die Analyse von Beispielen dadaistischer Manifeste
- Die Verortung der Manifeste in den Diskursen der Subversion
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Dadaismus, seine Entstehungsgeschichte und seine subversiven Ambitionen beleuchtet. Kapitel 2 bietet eine Einführung in die Avantgardebewegung und den Dadaismus. Kapitel 3 widmet sich dem Thema der Subversion und analysiert die verschiedenen Diskurse, die sie prägen, insbesondere den politisch-institutionellen und den künstlerisch-avantgardistischen Diskurs. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Textgattung des Manifests und ihrer Verwendung im Dadaismus. Kapitel 5 präsentiert detaillierte Analysen von Beispielen dadaistischer Manifeste, wobei sich die Analyse auf die Inhalte, Strukturen und die Verortung in den Diskursen der Subversion fokussiert.
Schlüsselwörter
Dadaismus, Subversion, Manifest, Avantgarde, Kunst, Diskurs, politisch-institutionell, künstlerisch-avantgardistisch, Hugo Ball, Richard Huelsenbeck, Raoul Hausmann.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an dadaistischen Manifesten?
Dadaistische Manifeste dienen als subversive Texte, die die Grenzen zwischen Kunst und Politik aufbrechen und bestehende gesellschaftliche Normen radikal infrage stellen.
Wie unterscheiden sich die Dada-Manifeste aus Zürich und Berlin?
Manifeste aus Zürich (z.B. Hugo Ball) sind eher künstlerisch-avantgardistisch geprägt, während Berliner Manifeste (z.B. Huelsenbeck, Hausmann) eine deutliche Politisierung aufweisen.
Welche subversiven Diskurse werden in der Arbeit analysiert?
Die Analyse konzentriert sich auf den politisch-institutionellen Diskurs und den künstlerisch-avantgardistischen Diskurs der Subversion.
Wer sind die wichtigsten Autoren der untersuchten Manifeste?
Untersucht werden Texte von Hugo Ball, Richard Huelsenbeck und Raoul Hausmann.
Warum ist die Verbindung von Kunst und Lebensrealität im Dadaismus wichtig?
Die Dadaisten wollten die Kunst nicht als isolierte Sphäre betrachten, sondern sie direkt in die soziale und politische Realität integrieren, um Veränderung zu bewirken.
- Quote paper
- Florian Höh (Author), 2010, Dadaistische Manifestliteratur im Kontext der subversiven Diskurse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513558