London 2003 – Für Aufsehen sorgte ein im SMS-Stil verfasster Schulaufsatz einer 13-jährigen Schülerin, der wie folgt begann: "My smmr hols wr CWOT. B4, we used 2go2 NY 2C my bro, his GF & thr 3 :- FTF. ILNY, it's a gr8 plc" . Der überforderten Lehrerin entgegnete das Mädchen, es sei eben einfacher als Standard-Englisch. Einige britische Lehrer sehen seit diesem ersten Beweis für die negativen Auswirkungen der SMS-Abkürzungen, die Lese- und Schreibfähigkeiten ihrer Schüler in Gefahr. Denn mit dem SMS-Schreiben sind die meisten Schüler täglich beschäftigt, mit traditionellem Schreiben jedoch selten ; so meint die Psychologin Cynthia McVey von der Glasgow Caledonian University dazu: "Sich hinzusetzen und einen Brief zu schreiben bzw. zu tippen ist für sie [die Schüler] ungewöhnlich und schwierig. Daher greifen sie auf für sie Bequemeres zurück. SMS-Texting ist sowohl attraktiver als auch unkomplizierter."
Auch in Deutschland gilt das Handy seit langem nicht mehr als Luxusartikel, „Elitemedium“ und Spielerei, sondern ist vom Kindergartenkind bis zum Rentner fest ins gesellschaftliche Leben integriert. Bereits in der Unterstufe gehören Handys heute schon fast zur Grundausstattung, was zum Großteil vom Elternhaus unterstützt wird, damit ihre Schützlinge leichter erreichbar sind und sich in Notfällen schnell zu helfen wissen . Kurzum: das Handy ist nicht mehr aus dem Schulalltag und vor allem der Freizeit der Kinder und Jugendlichen wegzudenken, genauso wenig wie das Internet. In der vorliegenden Arbeit soll speziell nur ein Bereich der Auswirkungen dieser neuen omnipräsenten Technologien dargelegt werden: der Einfluß auf die Schreibentwicklung und Schreibfähigkeit der Lernenden an den allgemeinbildenden, deutschen Schulen. Im ersten Teil der Arbeit liegt der Focus auf dem Bedürfnis der Lernenden. Die neue digitale Schriftlichkeit dieser Technologien – sprich: SMS, Chat und Email – wird hier im Vergleich zur traditionellen Schriftlichkeit erklärt. Im zweiten Teil ist es Ziel der Arbeit, daraus resultierend, dem Lehrpersonal Anregungen für angemessene Reaktionen zu geben. Es soll erörtert werden, ob die Auswirkungen grundsätzlich negativ sind und wie man zukünftig kompetenten Unterricht mit diesen Schülerbedürfnissen vereinbaren kann.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Das neue Bedürfnis der Lernenden.
- 2.1. Die SMS.
- 2.1.1. Die Kurzcharakteristik…..\n
- 2.1.2. Das Schreibverhalten ........\n
- 2.1.3. Die Auswirkungen des neuen Schreibverhaltens anhand von Beispielen.\n
- 2.1.4. Didaktische Folgerungen ...\n
- 2.2. Der Chat.
- 2.2.1. Die Kurzcharakteristik.\n
- 2.2.2. Das Schreibverhalten ......\n
- 2.2.3. Die Auswirkungen des neuen Schreibverhaltens anhand von Beispielen\n
- 2.2.4. Didaktische Folgerungen.\n
- 2.3. Die Email\n
- 2.3.1. Die Kurzcharakteristik..\n
- 2.3.2. Das Schreibverhalten..\n
- 2.3.3. Die Auswirkungen des neuen Schreibverhaltens anhand von Beispielen.….…………………………..\n
- 2.3.4. Didaktische Folgerungen.....\n
- 3. mehrere Vorschläge zur Reaktion der Lehrenden.
- 3.1. ein allumfassender Vorschlag.\n
- 3.2. Vorschläge speziell für die SMS..\n
- 3.3. Vorschläge speziell für den Chat\n
- 3.4. Vorschläge speziell für die Email.\n
- 4. Zusammenfassung..\n
- 5. Literatur.\n
- 5.1. gebundene Literatur.\n
- 5.2. Netzliteratur .\n
- 5.3. benutzte Quellen aus dem Internet...\n
- 6. Anhang\n
- Die Bedeutung neuer Kommunikationsmittel (SMS, Chat, Email) im Schulalltag
- Veränderungen im Schreibverhalten von Schülern durch den Einfluss digitaler Medien
- Didaktische Herausforderungen und Lösungsansätze für den Schreibunterricht im Kontext neuer Kommunikationsformen
- Die Relevanz von traditionellem Schreiben in der digitalen Welt
- Entwicklung von Kompetenzen in der schriftlichen Kommunikation für die Herausforderungen der Informationsgesellschaft
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen neuer Kommunikationsmittel wie SMS, Chat und Email auf das Schreibverhalten von Schülern. Sie analysiert die neuen digitalen Schriftformen im Vergleich zur traditionellen Schriftlichkeit und erörtert die daraus resultierenden didaktischen Folgerungen. Ziel ist es, Lehrkräften Anregungen für angemessene Reaktionen auf die veränderten Schreibgewohnheiten von Schülern zu geben und die Vereinbarkeit von kompetentem Unterricht mit den neuen Bedürfnissen der Lernenden zu beleuchten.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den aktuellen Forschungsstand dar und beleuchtet die Bedeutung von neuen Kommunikationsformen im Bildungsbereich. Kapitel 2 analysiert das neue Bedürfnis der Lernenden, die SMS, den Chat und die Email im Hinblick auf ihre Kurzcharakteristik, das Schreibverhalten und die Auswirkungen auf die Sprachverwendung. Das Kapitel beleuchtet anhand von Beispielen die Veränderungen in der Schreibkultur und zieht didaktische Folgerungen für den Schreibunterricht. Kapitel 3 bietet verschiedene Vorschläge für Reaktionen der Lehrenden auf die neuen Schreibgewohnheiten. Der Fokus liegt dabei auf allumfassenden Vorschlägen sowie auf spezifischen Anregungen für den Umgang mit SMS, Chat und Email im Unterricht.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themengebiete digitale Schriftlichkeit, Schreibentwicklung, Kommunikationsmittel, SMS, Chat, Email, Sprachveränderung, Didaktik, Schreibunterricht, traditionelle Schriftlichkeit, neue Medien, Informationsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Gefährden SMS-Abkürzungen die Schreibfähigkeiten von Schülern?
Es besteht die Sorge, dass die tägliche Nutzung von SMS-Stil (Kurzformen, Lautschrift) dazu führt, dass Schülern das Verfassen von Texten in Standard-Deutsch schwerfällt, da sie Bequemeres gewohnt sind.
Was unterscheidet digitale von traditioneller Schriftlichkeit?
Digitale Schriftlichkeit (SMS, Chat, Email) ist oft informeller, schneller und ähnelt in ihrer Struktur eher der gesprochenen Sprache („konzeptionelle Mündlichkeit“), während traditionelles Schreiben formeller und strukturierter ist.
Wie sollten Lehrer auf den Einfluss von Handys und Internet reagieren?
Statt digitaler Medien zu verteufeln, sollten Lehrer sie in den Unterricht integrieren, um Medienkompetenz zu fördern und den Schülern den bewussten Wechsel zwischen verschiedenen Sprachregistern beizubringen.
Sind die Auswirkungen der digitalen Kommunikation rein negativ?
Nicht unbedingt. Digitale Medien führen dazu, dass Jugendliche im Alltag viel mehr schreiben als früher. Die Herausforderung liegt darin, die Trennung zwischen informellem Chat und formeller Schriftsprache zu meistern.
Was sind didaktische Folgerungen für den Email-Gebrauch?
Schüler müssen lernen, dass Emails je nach Empfänger unterschiedliche Formen erfordern (z.B. formelle Anrede bei Lehrern vs. Slang bei Freunden), was eine wichtige Kompetenz in der Informationsgesellschaft ist.
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- Thomas Oliver Schindler (Author), 2005, Die Auswirkungen neuster Kommunikationsmittel auf das Schreibverhalten von Schülern., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51288