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Entwicklung sozialer Identität unter den Bedingungen rassifizierter Machtdifferenzen. Wie eignen Kinder sich das Konzept "Race" beziehungsweise "Identität" an?

Titel: Entwicklung sozialer Identität unter den Bedingungen rassifizierter Machtdifferenzen. Wie eignen Kinder sich das Konzept "Race" beziehungsweise "Identität" an?

Bachelorarbeit , 2019 , 44 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Neneta Tekama (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt sich folgende Fragen: Wie eignen Kinder sich das Konzept "Race" beziehungsweise "Identität" an und welches pädagogische Handeln ist erforderlich, um rassifizierte Machtdifferenzen zu verstehen und adäquat zu reagieren? Wie und ab wann nehmen Kinder soziale Macht wahr? Identität ist keine statische Größe im Leben eines Individuums, sondern ein Konzept, das einem lebenslangen Wandlungsprozess unterliegt. Im Laufe einer Biografie stellt sich das Individuum immer wieder zentrale Fragen: "Wer bin ich?", "Was unterscheidet mich von anderen?", und im Kontext dieser Arbeit besonders relevant: "Was unterscheidet die anderen von mir?"

Die Identität eines Menschen ist wandelbar, Veränderungen unterzogen und wird bestimmt und beeinflusst von der Sozialisation eines Individuums sowie einschneidenden Erlebnissen, Erfahrungen, Beziehungen zu Mitmenschen und erlebten Verhaltensweisen. Diese Individualität ist es, die unsere Gesellschaft zu einer bunten, vielfältigen und interessanten Gesellschaft macht. Doch können aus den differenten Identitäten auch Vorurteile entstehen, die sich in Form von Rassismus, Gewalt, Ausgrenzung und Mobbing niederschlagen. Menschen identifizieren sich selbst als "schwarz" oder "weiß", es entstehen rassifizierte Machtverhältnisse und das Konzept von Race gewinnt an Bedeutung. Doch kein Mensch wird mit dem Wissen dieses Konzepts geboren. Es stellt sich daher die zentrale Frage, wie Kinder unter den Bedingungen rassifizierter Machtdifferenzen ihre soziale Identität entwickeln und ob Kinder rassifizierte Machtdifferenzen verstehen beziehungsweise sie sich sogar selbst aneignen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Verortung

2.1 Identitätsbegriff nach Tajfel / Turner 1986

2.2 Soziale Identität und Ausländerfeindlichkeit

2.3 Rassifizierung und Rassismus

2.3.1 Definition und Entstehung

2.3.2 Beschaffenheit von Rassifizierung

2.3.3 Rassismus und Weiße Hegemonie

2.3.4 Postmoderner Rassismus: Leugnung und Dethematisierung

2.4 Kinder und Differenz

2.5 Kindliche Wahrnehmung sozialer Macht: Power-Consciosness bei Kindern

2.6 Soziale Identität und Zugehörigkeitskonzeption von Kindern im Kontext rassifizierter Machtdifferenzen

3 Forschungsstand

3.1 Differenzforschung

3.2 Differenzforschung im pädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Kontext

4 Exkurs: Vermittlung von positiven Konstruktionen des Weißseins und negativen Konstruktionen des Schwarzseins in Kinderliteratur

5 Pädagogisches Handeln im Kontext rassifizierter Machtdifferenzen

5.1 Anti-Bias-Ansatz

5.1.1 Definition

5.1.2 Chancen und Risiken

5.1.3 Zwischenfazit

5.2 Konkrete Handlungsempfehlungen

5.2.1 Alltagserfahrungen von Kindern

5.2.2 Das Selbstbild in Beziehung zur Bezugsgruppen-Identität

5.2.3 Schulung des einfühlsamen Umgangs miteinander

5.2.4 Förderung des kritischen Reflektierens

5.2.5 Befähigen, für sich oder andere einzutreten

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Kinder unter den Bedingungen rassifizierter Machtverhältnisse ihre soziale Identität entwickeln und inwiefern sie rassistische Strukturen wahrnehmen oder selbst übernehmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich diesen Prozessen durch eine bewusste Auseinandersetzung entgegenwirken können, um eine vorurteilsbewusste Identitätsbildung zu fördern.

  • Identitätsentwicklung im Kindesalter unter Einfluss rassifizierter Machtstrukturen
  • Kritische Analyse von Rassismus und Weißer Hegemonie
  • Rolle der Kinderliteratur bei der Vermittlung rassistischer Stereotype
  • Anwendung des Anti-Bias-Ansatzes in der pädagogischen Praxis
  • Förderung der Urteilskraft und des empowernden Verhaltens bei Kindern

Auszug aus dem Buch

Postmoderner Rassismus: Leugnung und Dethematisierung

Typisch für den heutigen Rassismus ist die Leugnung desselben, die sich z.B. in Formeln wie „Ich habe nichts gegen Schwarze, aber...“ äußert. Diese Leugnung findet in allen Bereichen des alltäglichen Lebens statt: Alltagskommunikation, wissenschaftlicher Diskurs, Mediendiskurs und politischer Diskurs. Problematisch ist, dass widersprüchlicher Weise gerade dieser Umgang mit Rassismus zu einer Neukonstruktion bzw. Festigung desselben führt.

Grundlage dieser Entwicklung ist, nach Estel, eine Veränderung des sozialen Anteil in der personalen Identität. Tatsächlich finden Prozesse statt, die einerseits eine Annäherung verschiedener Gruppen ermöglicht, zum anderen aber von einer hochgradigen Individualisierung und Subjektivierung geprägt sind.

In der westlichen Gesellschaft hat sich eine Art „Gleichheitsethos“ durchgesetzt. Vorurteile zu haben gilt als unerwünscht und anstößig. „[K]aum jemand [möchte] das Risiko eingehen[...], als vorurteilsbehaftet bezeichnet oder gebrandmarkt zu werden.“ Die Aufnahme von Vorurteilen oder gar die Kommunikation derselben kann in unserer heutigen westlichen Gesellschaft durchaus zu einer Ausgrenzung der äußernden Person führen. Vorurteile zu besitzen oder gar zu schüren gilt als sozial inakzeptabel und wird dementsprechend geahndet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert Identitätsentwicklung im Kindesalter unter dem Einfluss von Machtverhältnissen und setzt den Rahmen für die Analyse von Rassismus und pädagogischen Interventionsmöglichkeiten.

2 Theoretische Verortung: Dieses Kapitel erläutert zentrale Identitätsmodelle und definiert die Prozesse von Rassifizierung, Rassismus und deren Ausprägung als postmoderner Rassismus.

3 Forschungsstand: Hier wird der Überblick über die Differenzforschung gegeben und aufgezeigt, dass der wissenschaftliche Diskurs zur Rassismuswahrnehmung bei Kindern im deutschsprachigen Raum noch unterentwickelt ist.

4 Exkurs: Vermittlung von positiven Konstruktionen des Weißseins und negativen Konstruktionen des Schwarzseins in Kinderliteratur: Der Exkurs analysiert, wie in klassischen und aktuellen Kinderbüchern durch Sprache und Rollenbilder rassistische Stereotype und Machtverhältnisse vermittelt werden.

5 Pädagogisches Handeln im Kontext rassifizierter Machtdifferenzen: Dieses Kapitel führt den Anti-Bias-Ansatz als Methode ein und gibt konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung eines vorurteilsbewussten, empathischen und kritisch reflektierenden Umgangs in der pädagogischen Praxis.

6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Rassismus nicht durch „Farbenblindheit“ zu dethematisieren, sondern aktiv in der pädagogischen Arbeit aufzugreifen.

Schlüsselwörter

Soziale Identität, Rassifizierung, Rassismus, Weiße Hegemonie, Power-Consciousness, Anti-Bias-Ansatz, Differenzforschung, Kinderliteratur, Vorurteilsbewusste Pädagogik, Empowerment, Diskriminierung, Machtverhältnisse, Kindesentwicklung, Identitätsbildung, Soziale Zugehörigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der sozialen Identität von Kindern in einer Gesellschaft, die von rassifizierten Machtverhältnissen geprägt ist, und wie pädagogische Einrichtungen darauf reagieren können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Identitätstheorie, Rassismusforschung, die Auswirkungen von Medien und Kinderliteratur auf die kindliche Weltsicht sowie die praktische Anwendung des Anti-Bias-Ansatzes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Kinder rassifizierte Machtverhältnisse wahrnehmen, und welche pädagogischen Konzepte erforderlich sind, um dieser Wahrnehmung vorurteilsbewusst und empowernd zu begegnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit identitätstheoretischen Ansätzen, der aktuellen Rassismusforschung und der Analyse pädagogischer Handlungsempfehlungen, insbesondere des Anti-Bias-Konzepts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung (inkl. Rassismusbegriff), einen Forschungsüberblick, einen Exkurs zur Kinderliteratur sowie ein umfangreiches Kapitel zu praktischen pädagogischen Handlungsempfehlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind soziale Identität, Rassifizierung, Anti-Bias-Ansatz, Vorurteilsbewusste Pädagogik, Machtverhältnisse und kindliche Identitätsentwicklung.

Warum wird der Anti-Bias-Ansatz in der Arbeit so hervorgehoben?

Der Ansatz wird hervorgehoben, weil er beschuldigungsfreie Räume schafft, in denen sowohl Kinder als auch Fachkräfte eigene Erfahrungen reflektieren und Empathie sowie Widerstandskräfte gegen Diskriminierung entwickeln können.

Welche Rolle spielt die „Farbenblindheit“ (colour-blindness) in der pädagogischen Diskussion?

Die Arbeit kritisiert „Farbenblindheit“ als kontraproduktiv, da sie bestehende rassistische Strukturen im Alltag ignoriert, diese damit unkommentiert lässt und somit zur Festigung von Vorurteilen bei Kindern beiträgt.

Wie gehen Kinder laut der Arbeit mit Unterschieden um?

Kinder nehmen Unterschiede bereits ab einem sehr frühen Alter wahr, bilden eigene Theorien dazu und sind durch ihr direktes Umfeld (Familie, Erzieher, Medien) ständig Lernprozessen ausgesetzt, in denen sie gesellschaftliche Machtstrukturen in ihr Selbstbild integrieren.

Was fordert die Autorin von pädagogischen Fachkräften?

Es wird gefordert, dass Fachkräfte sich ihrer eigenen Haltung bewusst werden, „Farbenblindheit“ überwinden, rassistische Inhalte (auch in Büchern) kritisch mit Kindern reflektieren und die Kinder in ihrer Fähigkeit stärken, Diskriminierung entgegenzutreten.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entwicklung sozialer Identität unter den Bedingungen rassifizierter Machtdifferenzen. Wie eignen Kinder sich das Konzept "Race" beziehungsweise "Identität" an?
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Neneta Tekama (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
44
Katalognummer
V511974
ISBN (eBook)
9783346087287
ISBN (Buch)
9783346087294
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Neneta Tekama (Autor:in), 2019, Entwicklung sozialer Identität unter den Bedingungen rassifizierter Machtdifferenzen. Wie eignen Kinder sich das Konzept "Race" beziehungsweise "Identität" an?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511974
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  44  Seiten
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