Nach einleitenden Bemerkungen, die auf die Aktualität der Fehlzeitenproblematik im Krankenhausbereich
hinweisen, werden in dieser Arbeit Begrifflichkeiten zum Verständnis der
Thematik geklärt und es wird auf die Zielstellungen des Fehlzeitenmanagements näher eingegangen.
Die Voraussetzungen für den effektiven Einsatz des Fehlzeitenmanagements zur Reduzierung
von Fehlzeiten werden beschrieben, um über den Krankenstand senkende und gesundheitsfördernde
Instrumente zu informieren. Abschließend erfolgt die Formulierung des
Erkenntnisgegenstandes und ein Ausblick für die Einführung des Fehlzeitenmanagements im
Krankenhaus wird gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Problem der betrieblichen Fehlzeiten im Krankenhaus
2.1 Fehlzeitenmanagement zur Erhöhung der Effizienz der Aufgabenerfüllung von Mitarbeitern
2.2 Fehlzeitenmanagement zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Gesundheit von Mitarbeitern
3 Fehlzeitenmanagement als Kerninstrument der Personalarbeit
3.1 Die Nutzung des Controllings zur Optimierung der Fehlzeitenmenge
3.2 Elemente des Fehlzeitenverhaltens
3.2.1 Fehlzeitenverhalten bestimmter Mitarbeitergruppen
3.2.2 Ursachen des Fehlzeitenverhaltens
3.2.3 Konsequenzen für den Arbeitsablauf
4 Von der Fehlzeitenreduzierung über betriebliche Gesundheitsförderung zur Verbesserung der Anwesenheit der Mitarbeiter
4.1 Kurative Instrumente zur Reduzierung von Fehlzeiten
4.2 Präventive Maßnahmen zur Erhöhung der Anwesenheit der Mitarbeiter
5 Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das betriebliche Fehlzeitenmanagement in Krankenhäusern, um durch die Reduzierung motivationsbedingter Abwesenheiten und die Förderung betrieblicher Gesundheitsaspekte die Anwesenheit der Mitarbeiter zu verbessern und die Effizienz sowie Leistungsfähigkeit des Krankenhausbetriebs nachhaltig zu sichern.
- Analyse der Fehlzeiten als personalwirtschaftliche Kennzahl
- Einfluss von Arbeitsbelastungen und Unternehmenskultur auf den Krankenstand
- Methoden und Instrumente des Controllings zur Fehlzeitensteuerung
- Unterscheidung zwischen kurativen und präventiven Maßnahmen
- Die Rolle der Führungskräfte bei der Motivation der Mitarbeiter
Auszug aus dem Buch
3.2 Elemente des Fehlzeitenverhaltens
Ein erfolgreich praktiziertes Fehlzeitenmanagement stellt den Mensch im Unternehmen in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Sinnvoll und notwendig ist deshalb eine Personalarbeit, die sich mit den sozio-psychologischen Zusammenhängen auseinandersetzt, die einen Mitarbeiter dazu bewegen können von seinem Arbeitsplatz fernzubleiben.
Häufig wird die Reduzierung von Fehlzeiten mit der „Jagd auf kranke Mitarbeiter“ gleichgesetzt. Dies ist zuletzt nicht nur darin begründet, dass lediglich auf disziplinarische Maßnahmen zurück gegriffen wird, sondern es auch Unternehmer gibt, die meinen, Privatdetektive zur Überwachung ihrer Mitarbeiter einsetzen zu müssen. Letztgenannter Aufwand kann und darf sich aber nur in Hinblick auf angestrebte Arbeitsgerichtsprozesse „auszahlen“, um krankheitsbedingte Kündigungen zu legitimieren. Diese Vorgehensweisen bergen zwei Probleme in sich: Zum einen wird sich nur mit den fehlzeitenauffälligen Mitarbeitern beschäftigt. Zum anderen sind diese Maßnahmen rein reaktiv, werden also immer erst dann herangezogen, wenn das Problem hoher Fehlzeiten auftritt bzw. bereits vorhanden ist. Der Schlüssel zur Verhinderung von Abwesenheit sollte also darin liegen, nicht nur einseitig und reaktiv zu arbeiten, sondern vor allem umfassend und präventiv. In diesem Fall heißt das, Strategien zu entwickeln, die auf alle Mitarbeiter zielen und die Anwesenheit und Leistung aller Mitarbeiter erhöhen (siehe auch Punkt 3.2.3 und Kapitel 4).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die hohe Belastung des Krankenhauspersonals dar und führt das betriebliche Fehlzeitenmanagement als Instrument zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse und Kostensenkung ein.
2 Das Problem der betrieblichen Fehlzeiten im Krankenhaus: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Fehlzeitenarten, beleuchtet die Bedeutung des Krankenstands als Frühwarnindikator und analysiert die Ursachen für Fehlzeiten bei unterschiedlichen Berufsgruppen.
2.1 Fehlzeitenmanagement zur Erhöhung der Effizienz der Aufgabenerfüllung von Mitarbeitern: Es wird der Zusammenhang zwischen hohen Fehlzeiten, direkten/indirekten Kosten und der Notwendigkeit einer effizienten Personaleinsatzplanung zur Standortsicherung erläutert.
2.2 Fehlzeitenmanagement zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Gesundheit von Mitarbeitern: Das Kapitel beschreibt, wie Gesundheitsförderung als Kernelement Fehlzeiten reduziert, indem Arbeitsbedingungen optimiert und gesundheitliche Potenziale gestärkt werden.
3 Fehlzeitenmanagement als Kerninstrument der Personalarbeit: Hier wird die Notwendigkeit einer transparenten Fehlzeitenkultur und die Integration in die Personalarbeit als Führungsaufgabe hervorgehoben.
3.1 Die Nutzung des Controllings zur Optimierung der Fehlzeitenmenge: Fokus liegt auf der systematischen Datenerhebung und dem Abgleich von Ist-Soll-Werten, um Handlungsbedarfe zur Reduzierung von Fehlzeiten abzuleiten.
3.2 Elemente des Fehlzeitenverhaltens: Das Kapitel betont den sozio-psychologischen Aspekt des Fehlzeitenverhaltens und kritisiert rein reaktive Disziplinarmaßnahmen zugunsten umfassender Prävention.
3.2.1 Fehlzeitenverhalten bestimmter Mitarbeitergruppen: Untersuchung der verschiedenen Mitarbeitergruppen hinsichtlich ihrer Anwesenheit und der Ableitung zielgruppenspezifischer Maßnahmen.
3.2.2 Ursachen des Fehlzeitenverhaltens: Einteilung der vielfältigen Einflussfaktoren auf das Fehlen in vier Hauptkategorien (personen-, situations-, extern- und betriebsbedingt).
3.2.3 Konsequenzen für den Arbeitsablauf: Analyse, wie je nach Situation (Einzelfall vs. Krisenherd) unterschiedliche Interventionsstrategien bis hin zu Organisationsentwicklungsprojekten gewählt werden sollten.
4 Von der Fehlzeitenreduzierung über betriebliche Gesundheitsförderung zur Verbesserung der Anwesenheit der Mitarbeiter: Darstellung einer strategischen 3-Wege-Strategie, die Führung, Projektarbeit und Fallmanagement kombiniert.
4.1 Kurative Instrumente zur Reduzierung von Fehlzeiten: Vorstellung des Rückkehrgesprächs als zentrales Instrument zur integrativen Gesundheitsförderung und zur Klärung betrieblicher Fehlzeitenursachen.
4.2 Präventive Maßnahmen zur Erhöhung der Anwesenheit der Mitarbeiter: Dieses Kapitel fokussiert auf das Führungsverhalten und die Personalauswahl als präventive Stellschrauben zur Vermeidung motivationsbedingter Fehlzeiten.
5 Schlussfolgerungen: Zusammenfassung der ambivalenten Funktion von Fehlzeiten als Indikator und Einflussfaktor sowie Appell an das Management für ein ganzheitliches, abgestimmtes Maßnahmenbündel.
Schlüsselwörter
Fehlzeitenmanagement, Krankenhaus, Krankenstand, Gesundheitsförderung, Personalarbeit, Fehlzeitenquote, Prävention, Personalcontrolling, Mitarbeiterführung, Rückkehrgespräch, Absentismus, Arbeitsbedingungen, Organisationsentwicklung, Arbeitsunfähigkeit, Motivationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit behandelt das betriebliche Fehlzeitenmanagement in Krankenhäusern. Es wird analysiert, wie eine systematische Steuerung von Fehlzeiten dazu beitragen kann, die Arbeitsanwesenheit zu erhöhen, Kosten zu senken und das Betriebsklima zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Fehlzeitenursachen, die Instrumente des Personalcontrollings, die Unterscheidung zwischen kurativen und präventiven Gesundheitsmaßnahmen sowie die zentrale Rolle des Führungsverhaltens bei der Mitarbeitermotivation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Nutzen eines betrieblichen Fehlzeitenmanagements aufzuzeigen, verschiedene Strategien zur Fehlzeitenreduzierung vorzustellen und Wege zur dauerhaften Verbesserung der Anwesenheit durch Mitarbeiterorientierung und Gesundheitsförderung zu skizzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zum Fehlzeitenmanagement, der Analyse von Krankenstandskennzahlen und dem Transfer dieser Konzepte auf das spezifische Umfeld eines Krankenhauses (am Beispiel der Landkreis X. Krankenhaus gGmbH).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Fehlzeiten, die Rolle des Controllings, die Bedeutung der Führungsrolle im Fehlzeitenmanagement sowie spezifische kurative Ansätze (wie das Rückkehrgespräch) und präventive Maßnahmen (wie Führungskräfteentwicklung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Betriebliches Fehlzeitenmanagement, Krankenhaus, Krankenstand, Gesundheitsförderung, Fehlzeitenquote, Prävention und Mitarbeiterführung.
Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Reduzierung von Fehlzeiten?
Führungskräfte sind laut Arbeit entscheidend, da ihr Führungsstil das Betriebsklima maßgeblich prägt. Ein Mangel an Wertschätzung oder schlechte Kommunikation können Stress verursachen und die Fehlzeiten erhöhen, während ein unterstützender Stil die Anwesenheit fördern kann.
Warum ist das Rückkehrgespräch ein zentrales Instrument?
Das Rückkehrgespräch dient einerseits als Führungs- und Disziplinierungsinstrument, hat aber vor allem eine integrative Funktion: Es signalisiert dem Mitarbeiter, dass er im Betrieb vermisst wird und bietet die Möglichkeit, arbeitsbezogene Ursachen für Fehlzeiten offen zu besprechen.
Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Analyse von Fehlzeiten?
Ein zentrales Problem ist die mangelnde Standardisierung der Berechnungsverfahren. Unterschiedliche Definitionen, was als Fehlzeit zählt (z. B. Einbeziehung von Kuren oder unterschiedliche Berücksichtigung von Langzeitkranken), machen Vergleiche zwischen verschiedenen Krankenhäusern sehr schwierig.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen kurativen und präventiven Maßnahmen?
Kurative Maßnahmen setzen meist bei bereits vorhandenen Fehlzeiten an, um diese zu reduzieren (z. B. Rückkehrgespräche), während präventive Maßnahmen langfristig darauf abzielen, gesundheitsbelastende Faktoren im Arbeitsumfeld erst gar nicht entstehen zu lassen.
- Quote paper
- Diplom-Betriebswirt (BA) Benjamin Seidel (Author), 2005, Betriebliches Fehlzeitenmanagement am Beispiel der Landkreis X. Krankenhaus gGmbH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51083