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Ökonomisierung der Jugendhilfe - Die Finanzierunginstrumente der Jugendhilfe

Titel: Ökonomisierung der Jugendhilfe - Die Finanzierunginstrumente der Jugendhilfe

Hausarbeit , 2004 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Die Themen Ökonomisierung und die damit verbundenen Instrumente der Finanzierung gewinnen über die letzten Jahre zunehmend an Bedeutung. Die finanzielle Dimension des Themas ist beeindruckend. In 1998 wurden für Ehe und Familie in der Bundesrepublik Deutschland ca. 150 Mrd. € ausgegeben. Dies entspricht ca. 23 % des gesamten Sozialbudgets des Landes. Davon entfallen mit ca. 15 Mrd. € etwa 10 % auf die Jugendhilfe.1 Die Kostenexplosion im Bereich der stationären Jugendhilfe veranlasste den Bundesgesetzgeber, im Zuge der BSHG-Novellierung auch den § 77 KJHG mit dem Ziel einer Kostenbegrenzung zu ändern. Die Pflegesatzerhöhungen wurden für die Jahre 1996 - 1998 bundesweit auf 1% bzw. 2% jährlich begrenzt. Diese sogenannte "Deckelung der Pflegesätze" wurde von den Einrichtungen und Einrichtungsträgern heftig kritisiert. In der Praxis fühlten sich vor allem Einrichtungen durch die "Deckelung der Pflegesätze" unter Druck gesetzt, die schon bisher sparsam gewirtschaftet hatten und so keine Möglichkeit mehr sahen, unabweisbare Kostensteigerungen aufzufangen. Aufgrund dieser Gesetzeslage musste ein neues Finanzierungssystem für den Bereich der Jugendhilfe geschaffen werden. Die Tendenz, den § 93 BSHG, der die fachlichen Besonderheiten der Jugendhilfe nicht berücksichtigt, unverändert in das KJHG zu übernehmen, sollte verhindert werden. Die Kosten der Heimunterbringung sollten transparenter und für den öffentlichen Träger der Jugendhilfe kalkulierbarer gemacht werden. Der bisher geltende Einheits-/Mischpflegesatz sollte durch leistungsgerechte, differenzierte und prospektive Kostensätze abgelöst werden. Es sollte ein stärkerer Bezug zwischen Leistung und Kostenentgelt hergestellt werden.2 Bei der Modernisierung der Finanzierungsstrukturen in der Kinder- und Jugendhilfe müsse vor allem beachtet werden, dass das Sozialraumbudget nicht die Gewährleistung von individuellen Rechtsansprüchen verhindern dürfe. Insgesamt sei bei allen Modernisierungsbestrebungen zu beachten, dass betriebswirtschaftliche Konzepte nicht unreflektiert auf die Kinder- und Jugendhilfe übertragen werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Abgrenzung

3.) Rahmen für Finanzierungsinstrumente

4.) Einsatz und sozialrechtliche Merkmale von Finanzierungsinstrumenten

5.) Finanzsituation beim Leistungserbringer

6.) Finanzsituation bei Kostenträger

7.) Die Finanzierungsinstrumente im Einzelnen

7.1) Pauschalfinanzierung über Vereinbarung

7.2.) Entgelte

7.3) Fachleistungsstunde

7.4.) Sozialraumbudget

8. ) Abschließende Würdigung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ökonomisierung der Jugendhilfe und analysiert die verschiedenen Finanzierungsinstrumente, die zur Steuerung von Kosten und Leistungen eingesetzt werden, um eine effizientere und transparentere Gestaltung der Hilfen zur Erziehung zu ermöglichen.

  • Grundlagen der Ökonomisierung und sozialrechtliche Rahmenbedingungen nach dem SGB VIII.
  • Gegenüberstellung der Finanzierungssituation bei Leistungserbringern und Kostenträgern.
  • Detaillierte Untersuchung von Pauschalfinanzierungen, Entgelten und Fachleistungsstunden.
  • Bewertung des Sozialraumbudgets als präventives Steuerungsinstrument.

Auszug aus dem Buch

7.3) Fachleistungsstunde

Die sozialpädagogische Fachleistungsstunde ist ein Leistungsentgelt zur Kostenberechnung von Hilfen zur Erziehung nach den §§ 27 ff des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Die Fachleistungsstunde beinhaltet alle laufenden , betriebsnotwendigen Aufwendungen ( Personal- und Sachkosten, kalkulatorische Kosten ) einer Einrichtung, die mit ihrer Inanspruchnahme je Betreuungsstunde verbunden sind. Der Kostensatz der Fachleistungsstunde wird ermittelt, indem die Summe der jährlichen Aufwendungen durch die Anzahl der jährlich erbringbaren Betreuungsstunden der sozialpädagogischen MitarbeiterInnen dividiert wird. Das Kalkulationskonzept der Fachleistungsstunde weicht von dem des Tages-Pflegesatzes in mehrfacher Hinsicht ab. Die wichtigsten zu nennenden Unterscheidungsmerkmale sind: Die Fachleistungsstunde repräsentiert ausschließlich Aufwendungen, die zur Vorhaltung der sozialpädagogischen Betreuungskapazitäten einer Einrichtung (Personal- und Sachkosten für die MitarbeiterInnen) erforderlich sind.

Zusätzliche Aufwendungen, die erst bei der Durchführung bestimmter Hilfearrangements entstehen (Unterbringungs- und Unterhaltskosten, weitere Personalkosten bei teil- bzw. vollstationären Hilfen), werden - anders als beim maßnahmebezogenen Tagespflegesatz - gesondert ermittelt. Mit der Fachleistungsstunde werden die Aufwendungen einer Einrichtung auf die möglichen zeitlichen Ressourcen ( Jahresbetreuungsstunden ) ihrer sozialpädagogischen MitarbeiterInnen umgerechnet - und nicht auf die Verweildauer von Klienten in den Maßnahmen. Man verfügt mit der Zeiteinheit "Stunde" somit über einen gemeinsamen Nenner, der sich als differenzierbare Berechnungsgröße für die gleichrangige Kostenberechnung der unterschiedlichsten - auch unkonventionellen - Hilfearrangements einsetzen läßt; gleich ob ambulante, teilstationäre oder vollstationäre erzieherische Hilfen und auch deren Verknüpfung miteinander.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Ökonomisierung in der Jugendhilfe und den damit verbundenen Wandel der Finanzierungssysteme hin zu leistungsgerechteren Kostensätzen.

2.) Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert den Fokus der Arbeit auf Finanzierungsinstrumente und Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland unter Ausschluss der Förderungsfinanzierung.

3.) Rahmen für Finanzierungsinstrumente: Es werden die rechtlichen Grundlagen für Leistungs-, Entgelt- und Qualitätsvereinbarungen nach dem SGB VIII dargelegt, die ein modernes Kontraktmanagement ermöglichen.

4.) Einsatz und sozialrechtliche Merkmale von Finanzierungsinstrumenten: Das Kapitel analysiert die bundesweite Umsetzung des neuen Finanzierungssystems und die damit verbundenen Herausforderungen für freie und öffentliche Träger.

5.) Finanzsituation beim Leistungserbringer: Hier wird das Interesse der freien Träger an Planungssicherheit und solider wirtschaftlicher Auslastung im Kontext sozialwirtschaftlicher Anforderungen beschrieben.

6.) Finanzsituation bei Kostenträger: Das Kapitel erläutert das Ziel der Jugendämter, gesetzliche Ansprüche effektiv und effizient zu erfüllen, bei gleichzeitigem ökonomischen Umgang mit Ressourcen.

7.) Die Finanzierungsinstrumente im Einzelnen: Eine detaillierte Analyse der Instrumente Pauschalfinanzierung, Entgelte, Fachleistungsstunde und Sozialraumbudget im Hinblick auf deren Funktionsweise und steuernde Wirkung.

8. ) Abschließende Würdigung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine geschickte Kombination der Instrumente eine transparente Steuerung ermöglicht, jedoch die Gefahr einer zweckentfremdeten Sparpolitik besteht.

Schlüsselwörter

Ökonomisierung, Jugendhilfe, Finanzierungsinstrumente, SGB VIII, Leistungsvereinbarung, Fachleistungsstunde, Sozialraumbudget, Kontraktmanagement, Sozialwirtschaft, Kostenträger, Leistungserbringer, Hilfeplanung, Transparenz, Prävention, Budgetierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Ökonomisierung auf die Finanzierung der Jugendhilfe in Deutschland und der Einführung neuer Steuerungsinstrumente.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen das Kontraktmanagement, die rechtlichen Rahmenbedingungen nach SGB VIII und der Wandel von der klassischen Selbstkostendeckung hin zu leistungsbasierten Entgelten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise und Auswirkungen von Finanzierungsinstrumenten wie der Fachleistungsstunde und dem Sozialraumbudget zu beschreiben und kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sozialrechtlicher Vorgaben sowie eine Untersuchung betriebswirtschaftlicher Kalkulationskonzepte für soziale Dienstleistungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Situationsbeschreibung bei Trägern und Kostenträgern sowie eine detaillierte technische Erläuterung der einzelnen Abrechnungsinstrumente.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Ökonomisierung, Fachleistungsstunde, Sozialraumbudget, Kontraktmanagement und Transparenz definiert.

Warum ist die Fachleistungsstunde für Einrichtungen relevant?

Sie ermöglicht eine flexiblere Abrechnung von Leistungen auf Basis tatsächlich erbrachter Betreuungsstunden anstatt starrer Tagespflegesätze und erhöht so die Transparenz.

Welche Gefahr sieht der Autor bei der Umsetzung des Sozialraumbudgets?

Der Autor warnt vor einer "Maultaschenpolitik", bei der das Sozialraumbudget lediglich als Instrument zur knallharten Sparpolitik unter dem Deckmantel hoher fachlicher Ansprüche missbraucht werden könnte.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ökonomisierung der Jugendhilfe - Die Finanzierunginstrumente der Jugendhilfe
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,3
Autor
Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V50987
ISBN (eBook)
9783638470704
ISBN (Buch)
9783638661362
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendhilfe Finanzierunginstrumente Jugendhilfe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer (Autor:in), 2004, Ökonomisierung der Jugendhilfe - Die Finanzierunginstrumente der Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50987
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Leseprobe aus  28  Seiten
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